Weniger ist mehr

Gemeinschaftsprojekt in Landsberg: „Halber Konsum – Doppelter Genuss“

Doro Heckelsmüller (rechts) und Jochen Siebel
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Möchten „der Transformation eine Agenda geben“: Doro Heckelsmüller (rechts) und Jochen Siebel, die Initiatoren von „Halber Konsum – Doppelter Genuss“.
  • vonAndrea Schmelzle
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Landsberg – Hinhören, entdecken und die Zukunft selbst mit gestalten: Künstlerin und Musiktherapeutin Doro Heckelsmüller und Unternehmensberater Jochen Siebel laden ein, einen Frühsommer lang zu erleben, zu diskutieren, zu singen und zu erfahren, was es bedeutet, mit „halbem Konsum einen doppelten Genuss“ zu erlangen. Das Gemeinschaftsprojekt mit der vhs Landsberg und Kaufering, der Gruppe der Gemeinwohl-Ökonomie, dem Herkomer Museum, dem Kulturbüro der Stadt Landsberg und dem Landratsamt möchte Verbindungen schaffen und Potenziale entfalten.

Ein Kommunikationsprojekt? Oder ein Sensibilisierungsprojekt? Vielleicht sogar ein Sprengsatzprojekt? Grundsätzlich sei „Projekt“ schon das falsche Wort, meint Jochen Siebel. „Wir möchten einen Raum schaffen, wo etwas entstehen kann,“ vielleicht könne man es so am besten beschreiben. Dieser Raum nennt sich „Halber Konsum – doppelter Genuss“ und bietet Platz für Workshops, Gespräche und Naturerlebnisse von Mitte März bis Mitte Juli, die um Themen kreisen wie ökologischer Fußabdruck, Nachhaltigkeit, Steigerung der Lebensqualität oder Mobilität der Zukunft.

„Es ist unser Herzensanliegen, darauf aufmerksam zu machen,“ sagt Siebel. Gemeinsam mit Doro Heckelsmüller ist er Gründungsmitglied der Regionalgruppe Landsberg Gemeinwohl-Ökonomie.

Erste Schritte, um den „Raum“ zu öffnen seien im Herbst entstanden. „Die Idee hat sofort eine breite Resonanz in unserer Regionalgruppe gefunden,“ erzählt Siebel. Schnell hätten sich 15 Leute gefunden, die mit im Boot waren. Und sich jetzt mit ihren ganz unterschiedlichen Kompetenzen und Erwartungen einbringen. Gemeinsam habe man etwas aufgezogen, was sonst jeder in seinem „eigenen Silo“ mit sich trage. Auch verschiedene Experten wurden eingeladen, sich mit Beiträgen zu beteiligen.

So ist eine dreigliedrige Veranstaltungsreihe entstanden: Workshops, Teegespräche und Naturspaziergänge – zum Thema „Halber Konsum“. Das könne sich auf alles Mögliche beziehen, auf Mobilität, Kleidung oder Lieferketten. Schlussendlich bedeute es jedoch immer: mehr Zeit und damit mehr Lebensqualität, so Siebel.

In Zusammenarbeit mit der vhs Landsberg und Kaufering werden Workshops angeboten, in denen man sich zu Einzelthemen wie Kunst, Wald, Klima oder Wohnen als Konsument einlassen kann – ohne die Gesamtidee aus dem Auge zu verlieren, erklärt Siebel. Naturerlebnisse können zudem im Wildpark oder an anderen Naturorten erfahren werden. Ob Singen, Jodeln, Vogelstimmen hören oder bei einem „Empathiespaziergang“ die Natur als Quelle finden. Es gehe auch darum, „sich selbst im Wald zu begegnen,“ meint Heckelsmüller.

Sechs „Teegespräche“, die in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Landsberg durchgeführt werden, finden zwischen Ostern und Pfingsten im Foyer des Historischen Rathauses statt. Lyrisch und musikalisch getragen, können sich bei einer Tasse Tee mit Vertretern aus Stadtrat, Wirtschaft und Bildung Diskussionen entwickeln. Etwa darüber, „wie die Welt aussehen soll, in der wir leben möchten“, erklärt Siebel.

„Make five“: eine weitere Aktion, in der es darum geht, Bäume zu pflanzen. Pro teilgenommener Aktion gibt es einen Fingerabdruck auf einem Kärtchen, das beim Landratsamt abgegeben werden kann. Wer an fünf Aktionen teilgenommen hat, nimmt an einer Verlosung teil und übernimmt die Patenschaft einer Baumpflanzung. „Das ist uns ein wichtiges Anliegen,“ so Heckelsmüller, „die Wiederbegrünung der Welt.“

Jeder einzelne solle seine eigene Verantwortung spüren und daraus aktiv werden, sagt die Künstlerin. „Dafür schaffen wir die Rahmenbedingungen.“ Das könne bunt sein, die Meinungen dürfen nebeneinander stehen. Es gehe darum, aus dem Herzen zu sprechen. Dass jeder bei sich ankommt, bei seiner eigenen Vision. Das Weiterdenken, das Vorausschauen sei enorm wichtig, denn es gehe auch um unsere Kinder und Enkel.

Eine Kick-off-Veranstaltung gibt es am 13. März in der Fußgängerzone, mit Kunstaktionen und einem informativen Stadtrundgang „fair und genussvoll“. Die Auftaktveranstaltung zu den Workshops findet online und kostenfrei am 16. März statt, eine Anmeldung ist erforderlich: fffutu.re/B0pjn6. Aktuelle Infos zu den einzelnen Veranstaltungen: www.singingplanet.org.
Andrea Schmelzle

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