Für Geothermie geeignet

Wärme aus Geothermie? Kann sich das rechnen in der Stadt Landsberg? Stefan Sendl vom Ingenieurbüro aus Peißenberg ist zuversichtlich und sagt: „Es wäre es wirtschaftlich machbar, das Stadtgebiet mit Fernwärme aus Geothermie zu versorgen. Die Voraussetzungen sind sehr gut.“ Das Ingenieurbüro hat den Wärmebedarf für das gesamte Stadtgebiet berechnet und die Wirtschaftlichkeit einer Versorgung durch Erdwärme überprüft. Nachdem die Untersuchungsergebnisse im Werkausschuss vorgestellt wurden, stehen nun seismische Untersuchungen im Landsberger Claim an – so heißt das Bohrungsgebiet, das sich die Stadt gesichert hat.

Bei der Geothermie, die die Stadt Landsberg anstrebt, werden unterirdisch gelegene Wasserströme in zwei bis drei Kilometer Tiefe „angezapft“. Die Energie des heißen Wasser möchten die Stadtoberen nutzen. Dazu wird das Wasser heraufgepumpt, die Wärme entzogen und das abgekühlte Nass dem Erdboden dann wieder zugeführt. Mit der Wärmebedarfsberechnung und der Wirtschaftlichkeitsanalyse dieser Energieversorgung ist der erste Schritt zur Versorgung ganzter Stadtgebiete durch Geothermie getan. Besonders interessant sei das Zentrum, so Stefan Sendl. Hier liegen die Hausanschlüsse dicht beieinander, sodass sich für das Versorgungsleitungsnetz kurze Wege ergeben würden. Auch das Gewerbegebiet im Norden hält Sendl günstig für eine „Belieferung“ mit Fernwärme. In dünner besiedelten Stadtgebieten, in denen die Haushalte weiter voneinander entfernt liegen, wäre es dagegen unwirtschaftlicher. Sendl resümierte: „Ich bin zuversichtlich, dass man mit erfolgreicher Geothermie einen sehr großen Anteil ihres Stadtgebietes auf wirtschaftlicher Basis mit Wärme abdecken kann.“ Die Investitionskosten allein für das Leitungsnetz liegen laut Sendl bei rund 28 Millionen Euro. Nun stehen seismische Untersuchungen im Landsberger Claim an – bei denen die Bodenbeschaffenheit und auch Störungen festgestellt werden sollen, um herauszufinden, wo letztlich gebohrt werden kann. „Mindestens zwei Bohrplätze sind nötig“, weiß Thomas Schneider, der Projektbetreuer für die Geothermie-Vorhaben. Bis es dazu kommt, dass Wärme aus dem Wasser der Erde als Fernwärme in Haushalten ankommt, wie auf dem Foto von der Geothermienutzung in Unterschleißheim zu sehen ist, wird es aber noch dauern.

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