Geothermie-Projekt in Utting: Vorerst zwei Bohrlöcher

Einige Zuhörer auf der jüngsten Gemeinderatssitzung haben sich mit einem Stehplatz begnügen müssen. Es herrschte drangvolle Enge im Sitzungssaal, denn auf der Tagesordnung standen Themen, die den Uttingern unter den Nägeln brennen. Und dazu gehört auch die Geothermie, zu der es weitere Details aber noch keine neuen Beschlüsse gibt. So seien etwa im Herbst nur zwei Bohrungen vorgesehen.

Im Rat vorgestellt wurde der Planungsfortschritt für das im Bebauungsplan Gewerbegebiet-Nord vorgesehene Geo­ther­miekraftwerk. Bereits am 20. Juli vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat das Projekt grundsätzlich befürwortet. Im Dezember wurde dann mit der Firma „Geoenergie Bayern“ ein Kostensicherungsvertrag abgeschlossen. Seiner vorsichtigen Linie blieb der Gemeinderat in jüngster Sitzung treu: Der Planungsfortschritt wurde zwar zur Kenntnis genommen, aber noch nicht offiziell bestätigt. Auch der Aufstellungbeschluss für den „vorhabenbezogenen Bebauungs­- plan“ soll erst gefasst werden, nachdem die von Geoenergie vorgelegten Lärm- und Schwadengutachten von einem durch den Gemeinderat bestellten Prüfgutachter bestätigt wurden. Um die letzten Zweifel auszuräumen soll außerdem ein hydrogeologisches Gutachten von einem „Fachbüro mit regionalen Kenntnissen“ eingeholt werden. Als wichtiger Punkt wurde hervorgehoben, dass die gesamte Anlage, die von der Gemeinde vorgegebene Maximalhöhe von 15 Metern konsequent einhält. „Unserer Kühlturmhersteller waren sehr kreativ“, freute sich Geoenergie-Geschäftsführer Bernhard Gubo. Auch mit den zuständigen Mitarbeitern im Landratsamt seien bereits Gespräche geführt worden. Landrat Walter Eichner hoffe nun auf ein „Bad Utting“. Die Wärmeauskopplung für Utting und Schondorf kann laut Gubo in vollem Umfang gewährleistet werden. Anstatt der ursprünglich geplanten vier Bohrungen sollen im Herbst nur zwei – davon eine Reinjektionsbohrung – bis zu 3000 Meter Tiefe gesetzt werden. Langfristig, so Gubo, profitiere die Gemeinde von der Geothermie als sichere Energiequelle die Preisstabilität für gewährleiste. Wassermangel? Ein wichtiger Punkt für Utting sei neben dem Gewerbesteuereinkommen auch die Reduzierung des CO2-Austoßes um bis zu 80 Prozent. Gubo rechnet damit, dass das Kraftwerk spätestens eineinhalb bis zwei Jahre nach erfolgreicher Bohrung in Betrieb genommen werden kann. Mit einer Wasserknappheit, wie einige Landwirte und Fischer befürchten, sei nicht zu rechnen, beruhigte Gubo. Der Kühlwasserbedarf betrage 860000 Kubikmeter pro Jahr, wobei 287000 dem Ammersee in Trinkwasserqualität zurückgegeben werden sollen; der Rest verdunste. Zum Vergleich wies der Geschäftsführer darauf hin, dass der Ammersee pro Jahr 20 Millionen Kubikmeter Wasser verdunste. Schäden an Häusern, ein Thema das Franz Wegele (GAL) ansprach, seien durch die Bohrungen nicht zu befürchten, da es sich in Utting nicht um Flach, sondern um Tiefenbohrungen handle. Auch besteht seitens der Geothermie für die Gemeinde kein Zeitdruck, ein Nah- und Fernwärmenetz auf die Beine zu stellen. Allerdings, darauf macht Gubo aufmerksam, könne man nach 2015 nicht mehr mit einem „Frühstarter-Bonus“ rechnen.

Meistgelesen

Landrat klärt Mordfall
Landrat klärt Mordfall
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
80 Schafe verenden bei Stallbrand
80 Schafe verenden bei Stallbrand
"Besorgniserregende" Entwicklung
"Besorgniserregende" Entwicklung

Kommentare