Ja zur Geothermie in Utting

Grünes Licht für die Geothermie: Mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss signalisierte der Gemeinderat am Donnerstag Einverständnis mit der Bauleitplanung zur geothermischen Erschließung Uttings durch die Firma Geoenergie Bayern. Der Investor strebt den Bau eines Kraftwerks westlich der Firma Webasto an. Bereits im Herbst soll am nahe gelegenen Reichhof mit den Bohrungen begonnen werden. Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) sprach diesbezüglich von einer „Jahrhundertentscheidung“.

Für die Gemeinde, so Lutzenberger, sei neben dem baulichen Erscheinungsbild der geplanten Anlage auch der damit verbundene Wegfall der im Flächennutzungsplan vorgesehenen Umgehungsstraße und die Erweiterung der Bauflächen der benachbarten Firma Webasto von Bedeutung. Gemeinsam mit Geoenergie Bayern, Webasto und zwei privaten Grundstückseigentümern habe man sich auf die nun vorliegende Bauleitplanung geeinigt, deren Umsetzung allerdings noch von zahlreichen Detailfragen und – wie die Referenten der Firma Geoenergie, Johannes Schweiger und Bernd Kapp hinzufügten – insbesondere von der „Fündigkeit“ der ersten Bohrung am Reichhof abhänge. Aufgrund der seismographischen Untersuchungen im vergangenen Jahr erwartet das Unternehmen in 2700 bis 3300 Metern Tiefe ein Reservoir mit Wassertemperaturen von 110 bis 118 Grad Celsius und einer thermischen Leistung von zirka 100 Megawatt (MW). Die elektrische Jahresdurchschnittsleistung läge dann bei 10,4 Megawatt mit einer Laufzeit von bis zu 50 Jahren. Der Bohrplatz Reichhof und der Bohr- und Kraftwerkstandort sollen durch eine Thermalwasserpipeline verbunden werden, die die Möglichkeit bietet, auf der Strecke heißes Wasser auszukoppeln. Hinsichtlich der maximalen Dachhöhe des Kraftwerks, die gemäß Gemeinderatsbeschluss 15 Meter nicht überschreiten soll, besteht noch Annäherungsbedarf – der Investor Geoenergie geht bei der Kühlanlage aus technischen Gründen bislang von 18,9 Metern aus. Bei den Gesamtkosten war von 70 Millionen Euro die Rede. Eine signifikante Veränderung der Wolkenbildungen und der Abschattungshäufigkeit sei nicht zu befürchten, so die Referenten. Ein Thema zu dem sich der Gemeinderat nochmals von einem eigens bestellten Fachmann beraten lassen wird. Nach dem Wegfall der vorgehaltenen Trasse für eine mögliche Umgehungsstraße soll die dadurch frei werdende Fläche als neue Baugebietsflächen in den Bebauungsplan Gewerbegebiet Nord einbezogen werden. Das Kraftwerk, so Städteplanerin Ulrike Angerer, soll im Flächennutungsplan als „Sondergebiet Energienutzung“ ausgewiesen und mit einer eigenen Zufahrt erschlossen werden. Noch seien in einem sogenannten Zielsicherungsvertrag zwischen Utting und Geoenergie Bayern „viele Stellschrauben locker“, meinte der juristische Berater der Gemeinde, Gerhard Spieß. Darin sollen gemäß Gemeinderatsbeschluss neben der Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen auch der Aufbau einer Fernwärmeversorgung für Utting festgeschrieben werden. Allerdings erst, so Bürgermeister Lutzenberg, wenn auch die Bevölkerung zu diesem Thema gehört wurde.

Meistgelesen

Landrat klärt Mordfall
Landrat klärt Mordfall
80 Schafe verenden bei Stallbrand
80 Schafe verenden bei Stallbrand
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Humpelstilzchen klaut Rotcapis Koffer
Humpelstilzchen klaut Rotcapis Koffer

Kommentare