"Er hat halt null Ahnung"

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Auf diesem Hanggrundstück an der Türkenfelder Straße soll das neue Feuerwehrhaus entstehen. Franz Hummel hält den Standort für ungeeignet – dagegen wehren sich die Betroffenen von Feuerwehr und Rathaus.

Geltendorf – Das Bürgerbegehren gegen das geplante Feuerwehrhaus an der Türkenfelder Straße stößt bei den Betroffenen auf Unverständnis. Über die vorgeschlagenen Alternativstandorte können Feuerwehr und Gemeinde nur den Kopf schütteln.

Die Alternativstandorte liegen allesamt im Außenbreich, sind nicht erschlossen und verkehrstechnisch problematisch. Hier werde versucht, mit Halbwissen und Halbwahrheiten Stimmung zu machen, wirft Bürgermeister Wilhelm Lehmann dem Initiator des Bürgerbegehrens, Franz Hummel, vor. „Er hat halt null Ahnung.“

In einem Pressegespräch nahmen die Führungskräfte der Feuerwehr und der Rathauschef sowie die Kommandanten aus den Ortsteilen Kaltenberg und Walleshausen gemeinsam Stellung. Der Geltendorfer Kommandant Hans Georg Liegsalz erläuterte noch einmal die Überlegungen hinter der vorliegenden Planung. Der Standort an der Türkenfelder Straße liege nahe der Ortsmitte und ermögliche schnelles Ausrücken in alle Richtungen. Untermauert wird dies mit einem Luftbild der Einsatzorte des Jahres 2010. Es verdeutlicht die zentrale Lage des Grundstücks, auf dem das neue Feuerwehrhaus entstehen soll. Per Flyer, Postwurfsendung und Gemeindebrief soll diese Information an alle Haushalte gehen.

Die Standorte im Nordwesten, die das Bürgerbegehren vorschlägt, würden Anfahrts- und Ausrückzeiten nach Geltendorf deutlich verlängern, so Liegsalz. Erschließung und Zufahrtswege würden zusätzliche Kosten verursachen, das Ausrücken über die Staatsstraße zu gefährlichen Situationen führen. „Ich kann davor nur warnen“, so der ehemalige Kommandant Ewald Kapfhammer. „Ein Feuerwehrhaus gehört in den Ort.“

Eine Zusammenlegung der Ortsteilfeuerwehren, wie sie vom Bürgerbegehren suggeriert wird, hat der Gemeinderat bereits vor Jahren in einem Grundsatzbeschluss abgelehnt. Daran hat sich nichts geändert. Man sei durchaus zufrieden mit dem, was aus den Jugendfeuerwehren nachwächst, betonten die Kommandanten – gerade eine Zusammenlegung würde aber einen drastischen Rückgang der Mannschaftsstärke mit sich bringen. „Überall würde ein großer Teil aussteigen, das heißt, immer weniger Leute hätten immer mehr Arbeit“, so Liegsalz. Gesetzlich sei ohnehin vorgeschrieben, dass in den Ortsteilen ein Grundschutz aufrecht erhalten wird. „Ich möchte keine Pflichtfeuerwehr aufstellen müssen“, so Bürgermeister Wilhelm Lehmann.

Nicht vergleichbar

Dass ein Feuerwehrhaus für Geltendorf, wie vom Bürgerbegehren behauptet, für 1,5 Millionen Euro zu realisieren sei, wird von den Verantwortlichen ebenfalls ins Reich der Fantasie verwiesen. Die vielzitierten billigeren Gebäude in anderen Gemeinden seien aufgrund geringerer Anforderungen nicht vergleichbar. Dass der geplante Bau in Geltendorf weder überdimensioniert noch strategisch falsch positioniert sei, haben die Regierung von Oberbayern, die Kreisbrandinspektion und die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) bestätigt. Letztere mahnte bereits vor drei Jahren zur Eile, denn die Sicherheitsmängel am alten Feuerwehrhaus seien gravierend und nicht mehr tragbar.

Ulrike Osman

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