Norbert Köhler geht, Gerald Nübel kommt

Der Neue bei den Stadtwerken Landsberg

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Der neue technische Leiter der Stadtwerke Landsberg Gerald Nübel (2. von links) bei der Vertragsunterschrift mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden OB Mathias Neuner. Links freut sich der kaufmännische Leiter Christoph Lange auf den neuen Doppelspitzenpartner, rechts der noch bis Jahresende amtierende technische Leiter Norbert Köhler.

Landsberg – Er sieht die Stadtwerke „als Schatz in der Hand der Kommune“: Gerald Nübel wird ab 1. Januar 2020 den technischen Leiter der Stadtwerke Landsberg, Norbert Köhler, ablösen. Der Dipl.-Ingenieur für Elektro- und Energietechnik ist noch als technischer Werkleiter bei den Stadtwerken Dachau tätig. „Mich haben die Sachen immer ein bisschen ereilt“, schmunzelt der 51-Jährige. „Landsberg ist mir über den Weg gelaufen. Und jetzt bin ich hier.“

Die Kommunikation in der zukünftigen Doppelspitze scheint zu funktionieren: Der kaufmännische Leiter Christoph Lange und Gerald Nübel sind schon vor dem Pressetermin ins Gespräch vertieft. „Ich bin ein Freund der Doppelspitze“, sagt Nübel. Er sei ein Teamplayer, setze auf flache Hierarchien, den direkten Kontakt zu den Mitarbeitern: „Da kann auch Kritik direkt geäußert werden.“

Der zukünftige Kollege Langes ist in Dachau seit acht Jahren technischer Werkleiter, aber bereits seit 20 Jahren bei den Stadtwerken im Bereich Marketing und Vertrieb tätig. Mit 51 Jahren habe er sich nochmals für „etwas Neues“ entschieden und sich auf die Stellenanzeige im Mai beworben. Die ersten Kontakte seien angenehm gewesen, zudem gefalle ihm die Stadt, natürlich auch die Stadtwerke. Als Kommunalunternehmen müsse man sich einerseits für die Daseinsversorgung der Bürger – Wasser und Strom – einsetzen, andererseits aber die Waage in Bezug auf den Wettbewerb im Gleichgewicht halten. „Einen Wettbewerb, den man meiner Ansicht nach an dieser Stelle nicht braucht.“ Er belaste Kommunen und Verbraucher.

Er werde sich auf das Kerngeschäft mit Wasser und Strom konzentrieren, aber auch neue Themen angehen. Als Topthema gelte hier die Wärmeversorgung. Ein Bereich, den er aus Dachau unter anderem deshalb kennt, da die Stadtwerke dort auch das Gasnetz und die Gasversorgung bewirtschaften. Das Inselbad sehe er als „große Herausforderung. Aber wer sonst als die Stadtwerke sollte Einrichtungen wie Bäder und Tiefgaragen bewirtschaften?“

Für Landsberg erhofft sich Nübel „mehr Freiheiten“, denn die Dachauer Stadtwerke sind im Gegensatz zu dem Kommunalunternehmen Landsberger Stadtwerke ein kommunaler Eigenbetrieb: „Die Bindung ans Rathaus ist dort sehr eng. Vieles musste öffentlich verhandelt werden.“ Die Stadtwerke erfüllten dort Sachen, „die die Politik möchte“. Ein manchmal negativer Aspekt, findet der 51-Jährige: „Manches könnte ohne Öffentlichkeit sachlicher verhandelt werden.“ Eine Aussage, die Köhler mit Lachen quittiert.

Vom Umfang her reduziert Nübel in Landsberg: Die Dachauer haben einen doppelt so hohen Umsatz. Unter anderem, weil sie beim Strom Grundversorger mit 28.000 Kunden sind. Die Landsberger Stadtwerke haben bisher nur knapp 10.000 Stromkunden.

Bisher lebt Nübel, Vater eines elf- und eines 13-jährigen Sohnes, noch in München. Vorerst wolle er pendeln, aber langfristig nach Landsberg ziehen: „Meine Frau möchte am liebsten mitten in die Altstadt.“

Nübel überzeuge sowohl in seinen Qualifikationen aber auch als Person, ist Oberbürgermeister Mathias Neuner, Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtwerke, überzeugt. „Das ist der Mann, mit dem wir die Stadtwerke in die Zukunft führen wollen.“

„Kopf und Bauch sind im Einklang“, sagt Köhler in Hinsicht auf seinen Ruhestand, den er mit 64 Jahren antritt. „Aber es hat einige Monate gedauert.“ 30 Jahre war er bei den Stadtwerken angestellt. „Es war mein Traumjob“, sagt er leicht wehmütig. Langweilig werde ihm aber im Ruhestand sicher nicht.
Susanne Greiner

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