Fuchstaler lassen Geld liegen

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200, 300 oder 500 Euro konnten die Teilnehmer am Stromsparwettbewerb in Fuchstal bar mit nach Hause nehmen. Von links: Dr. Horst Ruckdäschl, Isolde Koukal, Heike Habicht, Bürgermeister Erwin Karg, Markus Wiedemann, Martina Stoll, Doris Gerle, Johann Heimer und Hermann Andres.

Fuchstal – Die Gemeinde steht bei der Energiewende sehr gut da. Dieser Meinung ist Bürgermeister Erwin Karg. Er wollte jüngst seinen Bürgern eine Zwischenbilanz vorlegen und hatte dazu zusammen mit dem Fuchstaler Arbeitskreis Energie (AKE) in das „Haus der Begegnung“ nach Asch eingeladen. 

Es hatte den Anschein, dass Fuchstals umtriebiger Bürgermeister in Sachen Energiewende schneller unterwegs ist als seine Gemeinde. Dem Aufruf zum Informationsabend folgten nur rund 30 Anwohner, was vielleicht auch damit zusammenhing, dass der FC Bayern München im DFB-Pokal spielte und bekanntlich souverän siegte. Auch der Stromsparwettbewerb findet noch zu wenig Resonanz, resümierte der Bürgermeister, obwohl es Prämien bis zu 500 Euro für die Fuchstaler Sparfüchse zu gewinnen gab. 15 Spar-Preise waren ausgeschrieben, aber nur zwölf Teilnehmer gaben ihre Bewerbung mit Unterlagen ab. Das Gemeindeoberhaupt lobte daher zusätzlich zwei Sonderpreise für den geringsten Pro-Kopf-Verbrauch aus.

„Wir liegen sogar, was die Nutzung generativer Energien anbelangt, über dem bayerischen Durchschnitt“, sagte Martin Brennauer, Mitglied des Fuchstaler „Arbeitskreises Energie“. Der stellte in seiner Präsentation das Thema Energie­- gewinnung in den Mittelpunkt. Brennauer schlug den Bogen von Biogasanlagen, Wind- und Wasserkraft bis hin zu Photovoltaikanlagen. „In der Gemeinde seien inzwischen (Stand 2011; d. Red.) 283 Anlagen zur Nutzung der Sonne für die Stromerzeugung installiert“, sagte das Arbeitskreismitglied. Diese kostenlose Energie entspreche dem Energiewert von rund 370000 Litern Heizöl.

Nach der allgemeinen Einführung ging es um die energetische Sanierung von Gebäuden mit vielen Tipps. Johannes Wolffhardt informierte seine Zuhörer, dass sich die energetische Sanierung auf jeden Fall dann lohne, wenn sowieso ein Sanierungsbedarf an Häusern bestehe. Das sei in jüngster Zeit oft falsch oder unvollständig dargestellt worden. „Man müsse immer den Einzelfall berechnen“, sagte der Experte.

Das Arbeitskreismitglied zog Bilanz: Bisher habe man im Bereich öffentlicher Gebäude eine energetische Sanierung der Grundschule Asch und der Mittelschule Fuchstal durchgeführt. Die erreichten Werte entsprechend einem Effizienzhaus „70 beziehungsweise 85“. Auch im privaten Bereich insbesondere im Baugebiet Sonnenfeld finden energetische Krite­rien im Zuge der Bebauungsplanung immer mehr Berücksichtigung.

Schwerpunkt der energetischen Sanierung sieht der Arbeitskreis, so Johannes Wolff­hardt, in der Sanierung des Feuerwehrhauses und des Bauhofes in Leeder. Dort werde noch elektrisch geheizt, ein „absolut unvertretbarer Zustand“. Gleiches gelte für das Vereinsheim und die Gemeinschaftshalle in Seestall.

Ultimative Tipps zum Stromsparen im Haushalt gab abschließend Ferdinand Freer, ebenfalls Mitglied im AKE. Freer zeigte auf, wie sich der Stromverbrauch eines durchschnittlichen Haushaltes aufteilt. Die regelmäßige Benutzung eines Trockners macht allein 10,1 Prozent der Stromrechnung aus, immer gerechnet auf einen Durchschnittshaushalt. Wenig bekannt war auch die Tatsache, dass Kommunikation und PC-Nutzung 12,2 Prozent Anteil an der Stromrechnung ausmachen, vor allem dann, wenn die Anlagen auch bei Nichtnutzung angeschaltet bleiben. „Hier liegt Sparpotential“.

Freer riet, bei schönem Wetter einfach die Wäsche im Freien trocknen zu lassen. Viel Strom und damit Geld sparen könne man auch mit dem Austausch alter Heizungspumpen. „Nach zwei bis drei Jahren habe sich der Austausch amortisiert“, meinte Freer.

Siegfried Spörer

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