Geschäftsreisende fehlen – durchwachsene Bilanz vom Tourismusverband

„Wie läuft die Saison in unserer Region? Spüren wir die Wirtschaftskrise?“ Zur Erörterung dieser Fragen hat sich der Ausschuss des Tourismusverbandes Ammersee-Lech in der vergangenen Woche nach einer eintägigen Rundreise durch den Landkreis im maritimen Ambiente des Seerestaurants St. Alban am Ammersee versammelt.

„Der Tourismus ist ein bedeutender Mosaikstein im Wirtschaftsgefüge der Region, an dem nicht allein Hotels, Gaststätten oder Cam- pingplätze verdienen, sondern auch zahlreiche andere Branchen“, fasste Landrat Eichner zusammen. Unter dem Strich verlaufe die Saison 2009 durchwachsen bis zufriedenstellend, spürbar werde die Wirtschaftskrise insbesondere im Geschäftsreiseverkehr. Dort rechnet Klaus Richter vom Hotel- und Gaststättenverband mit Einbrüchen von bis zu 25 Prozent. Obwohl am Tor zum Campingplatz St. Alban ein Schild mit der Aufschrift „belegt“ hängt, mussten die Campingplätze zwischen Ammersee und Lech heuer einen Buchungsrückgang von bis zu 30 Prozent hinnehmen. Auch die Schweinegrippe fordert ihren Tribut: „Die Japaner bleiben aus“, erklärte Eichner und die kühle Witterung in den Monaten Mai und Juni bekamen insbesondere die Warmfreibäder zu spüren. Eine landschaftliche Attraktion sei nach wie vor der Ammersee, deshalb wünsche sich der Landkreis, dass die Gemeinde Dießen das Areal nördlich des Strandbads, zu dem der Campingplatz gehört, und zu dem in absehbarer Zeit auch ein Bootshaus für das Ammersee-Gymnasium gehören soll, „zügig“ entwickle. Eichners Visionen Im Dialog mit der Gemeinde Inning werden derzeit Verbesserungen am Ammersee-Radweg im Bereich Breitbrunn vorangetrieben. Passé sei dagegen ein Radweg entlang der Birkenallee zwischen Fischen und Dießen. Für Freizeitradler sei der kleine Umweg über die Raistinger Schleife zumutbar und zugleich erholsamer, meinte Eichner. Zu seinen „Visionen“ gehören eine „Erlebniskarte Ammersee“, die auch das Ostufer umfasst, sowie ein Infoterminal für Touristen am Autobahnparkplatz bei Inning. Große Hoffnungen setzt man auf den geplanten Aussichtsturm im Naturschutzgebiet Ammersee-Süd. Dass der Holzturm etwas teurer werde als geplant, erkläre sich nicht zuletzt aus dem barrierefreien Zugang. Außerdem sei ein kleiner Aussichtshügel für Rollstuhlfahrer geplant. Stolz zeigte man sich darüber, dass die Ammersee-Schifffahrt heuer bislang mehr Fahrgäste anlockte als die Schifffahrt auf dem Starnberger See. Vom Trend „Urlaub in Deutschland“ profitieren laut Richter insbesondere Gasthöfe und Hotels im mittleren Preissegment. Um den Einbruch im Geschäftsreiseverkehr zu kompensieren hätten zahlreiche Anbieter schnell reagiert und „preiswerte Urlaubspakete geschnürt“. Großen Wert wird auf die Zertifizierung sämtlicher Übernachtungsangebote gelegt. Bei zertifizierten Angeboten, so Ulla Kurz vom Tourismusverband, gebe es kaum Reklamationen. Nach einem verregneten Frühsommer hofft die Tourismuschefin nun auf einen sonnigen Herbst und auf neue Impulse aus der Zusammenarbeit mit den benachbarten Tourismusverbänden. Auch heuer ist der Pfaffenwinkel im Landkreis Weilheim-Schongau und das Ammersee-Ostufer im Landkreis Starnberg mit jeweils zehn Seiten im aktuellen Ammersee-Lech-Katalog vertreten. Lob für die Bahn Gelobt wurde darüber hinaus auch die Bayerische Regionalbahn, die seit Dezember das Schienennetz zwischen Augsburg und Schongau bedient und mit Pünktlichkeit und gutem Service die Fahrgastzahlen steigert. „Wenn ich in Augsburg oder in München wohnen würde, würde ich mich nicht ins Auto, sondern in den Zug setzen, um an den Ammersee zu fahren“, meinte Schondorfs Bürgermeister Peter Wittmaack. „Schließlich wäre dann im Biergarten auch ein Maß mehr drin,“ pflichtete Hotelier Andreas Filgertshofer aus Dießen schmunzelnd bei.

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