Aus der Traum:

"emma" ist Geschichte

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Haben zum Jahreswechsel den Verein emma geschlossen und das emma Carsharing eingestellt (von links): Armin Klößel, Hans-Peter Beiler und Karl H. Mayer, alle aus Utting.

Utting – Das Projekt „Emissionsfreie Mobilität am Ammersee“, kurz emma, ist gescheitert. Zum Jahreswechsel wurden alle Aktivitäten rund um den gleichnamigen Verein sowie das Carsharing „emma car GbR“ beendet. Lediglich das emma-Mobilitätsportal wird weiter geführt, wie Vorstandsmitglied Karl H. Mayer jetzt auf Anfrage des KREISBOTEN bestätigte.

Der Verein wurde 2011 mit 17 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen, um emissionsfreie Mobilität sowie alternative Stromerzeugung am Ammersee Westufer zu fördern. Und das Carsharing wurde als Gesellschaft bürgerlichen Rechts getrennt vom Verein im Februar 2012 in Utting gegründet. Dem Vorstandsteam um Hans-Peter Bailer, das in Personalunion auch in der GbR aktiv war, gelang es nicht, die Gründungsmitglieder zu aktivieren und weitere Mitglieder zu werben. Das Carsharing blieb, nach einer Reduktion von Flotte und Standorten im Herbst 2014 auf den Ursprungsort Utting, weiterhin defizitär. Das gänzlich ohne Fördermittel und völlig privat finanzierte Unternehmen konnte daher nicht länger aufrecht erhalten werden. Die Website www.emma-netz.de bleibt bis auf weiteres erhalten und wird von der Münchner essential media weiter geführt.

 „Wir wussten von Anfang an, dass emma e.V. als Verein keine Spaßveranstaltung ist“, erklärt Vorsitzender Hans-Peter Bailer. Er räumt offen ein: „Mit dem erklärten Ziel einer Reduktion der Emissionen im Bereich Mobilität konnten wir jedoch über einen harten Kern hinaus keine weiteren Menschen am Ammersee-Westufer oder im Landkreis Landsberg motivieren.“ Auf nur wenige Schultern verteilt sei der Zeitaufwand für solch ein Vorhaben nicht zu stemmen gewesen.

Armin Klößel, der emma car hauptsächlich führte, sagt zur Liquidierung von emma car GbR: „Wir haben im letzten Jahr noch versucht, das Sharing mit ein bis zwei Autos sowie etwa sechs aktiven Teilnehmern in Utting weiter zu führen. Aber das brachte uns nicht aus der Verlustzone. Wir haben deshalb die GbR liquidiert.“ Ganz anders sieht es im Energiebereich aus. „Ein Erfolg war 2011 die Ausgründung des emma strom Bürgerkraftwerks mit 64 kwPeak Leistung, das auf dem Dach des TSV Utting realisiert wurde“, ergänzt Klößel.

Die Website emma-netz.de bleibt bestehen. „Wir haben hier ein kleines Mobilitätsportal für den Landkreis Landsberg geschaffen, das wir weiter verbessern wollen“, erklärt Karl H. Mayer, einst emma car GbR und Geschäftsführer der Kommunikationsagentur essential media GmbH. „Wir engagieren uns auch bei der Landsberger Energie-Agentur LENA und dort in der Fachgruppe ,Mobilität‘, in der auch das Whitepaper ‚Mobilität in der Region‘ veröffentlicht wurde.“ Nächster Meilenstein werde eine Online-Umfrage sein, die die Bedarfslage im Landkreis Landsberg zum Bus- und Taxiverkehr sowie Carsharing klären soll, kündigt Mayer an.

Die emma-Geschichte

• 2010  Initialzündung ist der „Tag der Elektromobilität“ mit über 20 Ausstellern.

• 2010  gelingt die Ausgründung des emma strom Bürgerkraftwerks mit 64 kwPeak Leistung. Bei einem Verbrauch von 15 kw/100 km kann mit der gewonnenen Energie etwa eine halbe Million Kilometer pro Jahr emissionsfrei zurückgelegt werden.

• 2011  erfolgt die emma-netz-Vereinsgründung mit 17 Mitgliedern.

• 2012  ist die Ausgründung des Carsharings emma car. Am Start sind zwei E- und ein Hybridfahrzeug

• 2013  geht die Homepage www.emma-netz.de online.

• 2014  emma car erweitert sich auf vier Standorte (Utting, Schondorf, Dießen, Inning) und sieben Fahrzeuge.

• 2015  emma strom schreibt das ertragreichste Jahr seit Beginn.

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