Mit Geschick und Engagement

Erhielten das Ehrenzeichen des regionalen Handwerks überreicht: Werner Tenschert, Werner Neu und Reinhard Ostner (vorne v. li.). Noch auf dem Bild: (hinten v. li.) Ernst Höss (Kreishandwerksmeister), die amtierenden Obermeister Thomas Engel, Wolfgang Zeit, Martin Klas; (rechts) Franz Lanzinger (Ehrenkreishandwerksmeister). Foto: kb

Dreimal hat die Kreishandwerkerschaft am Freitag im Historischen Rathaus das Ehrenzeichen des regionalen Handwerks verliehen. Ausgezeichnet wurden Werner Tenschert, Werner Neu und Reinhard Ostner, die sich langjährig an der Spitze ihrer Innungen für die Belange ihres Handwerks eingesetzt haben. Tenschert stand 16 Jahre an der Spitze der Innung Sanitär, Heizung, Klima, Werner Neu führte 13 Jahre lang die Bäckerinnung und Reinhard Ostner war Obermeister der Schreinerinnung.

In seiner Laudation unterstrich Ehrenkreishandwerksmeister Franz Lanzinger die große Bedeutung der Obermeister, gerade in Zeiten des Umbruchs, und trotz der sinkenden Zahl innungsgebundener Betriebe – von 87 Prozent im Jahr 1955 auf heute 60 Prozent. „Das Obermeisteramt ist das Schlüsselamt unserer Organisation“, betonte Lanzinger. Wer es als Berufung verstehe und mit Geschick und Engagement ausfülle, der könne sowohl für seine Branche als auch für den eigenen Betrieb viel erreichen. Lanzinger: „Es gilt der Erfahrungsgrundsatz: Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat.“ Zu tun gibt es reichlich. Es gelte, neue Tätigkeitsfelder und Märkte zu erschließen, dem Handwerk die Tür zu Public-Private-Partnership-Projekten zu öffnen und innerhalb der eigenen Innung die Koordinations- und Integrationsfunktion zu erfüllen. Dies ist seit der Handwerksnovelle nicht einfacher geworden. Lanzinger: „Die Homogeniät der Mitgliedschaft in den Handwerkskammern ist stark geschwächt.“ Doch gerade auf diesem konfliktfähigen Terrain könnten die Obermeister entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Identität seines Handwerks nehmen. Kaum zu überschätzen sei auch die Bedeutung von Interessenvertretung und Öffentlichkeitsarbeit, beides „integral mit dem Amt des Obermeisters verknüpft“. Gerade diese Funktion verlange den Amtsträgern einiges ab und erfordere möglichst „die diplomatische Raffinesse eines Kurienkardinals und die dicke Haut eines Nilpferds“. Die drei Geehrten verkörperten in den Jahren ihres Wirkens ihre Innungen mit Leib und Seele. Werner Tenschert hatte 16 Jahre lang den Führungsposten im regionalen Sanitär-, Heizungs- und Klimagewerbe inne und war gemeinsam mit Lanzinger maßgeblich an der Organisation der Landsberger Handwerksmesse HASPO beteiligt. Besonderen Dank richtete Lanzinger auch an Meisterfrau Olga Tenschert. Die Innung habe mit ihr „einen Top-Partner und -Organisator“ gehabt. Werner Neu stand von 1997 bis 2010 an der Spitze der Bäckerinnung, war ebenso lange Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses und zuständig für die Schlichtung von Lehrlingsstreitigkeiten. Noch immer ist er Vorstandsmitglied der Bäckerinnung Landsberg. Lanzinger berichtete augenzwinkernd, Neu sei „Bäcker mit Leib und Seele, aber auch Reisefachmann, Überflieger und Urlauber“, der sich zu Recht jedes Jahr im Januar eine Auszeit gönne. Reinhard Ostner diente der Schreiner-Innung Landsberg zunächst sechs Jahre lang als stellvertretender Obermeister und bekleidete von 2006 bis 2009 das Spitzenamt. „Wir bedauern dein Ausscheiden“, so Lanzinger zu dem Geehrten. „Du warst Schreiner, du bist Schreiner, du bleibst Schreiner.“ Anschließend nahmen Tenschert, Neu und Ostner von den amtierenden Obermeistern ihrer Innungen Thomas Engel, Martin Klas und Wolfgang Zeit das Ehrenzeichen des regionalen Handwerks entgegen. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte Kammersänger Dominik Hopf.

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