Gespräche unter Freunden – Doch kein gemeinsamer Gedenkort für KZ-Opfer und Heimatvertriebene

Die Marktgemeinde wird am Gedenkort „Rampe/Waggon“ doch nicht an die Opfer und Überlebenden der KZ-Außenlager Kaufering und die Heimatvertriebenen erinnern. Das teilte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler auf Anfrage mit. Damit reagierte die Gemeinde auf die Kritik des Verbandes der KZ-Überlebenden „Asso­ciation of survivors Landsberg/Kaufering outer camps of Dachau“.

Wie im KREISBOTEN berichtet, hatte Abba Naor, Vorstandsmitglied des KZ-Überlebendenverbandes, das Vorha­- ben der Marktgemeinde öffentlich kritisiert, da man das Leid der KZ-Opfer nicht mit denen der Heimatvertriebenen gleichsetzen könne. Kaufering hat jetzt darauf reagiert und wird am Gedenkort „Rampe/Waggon“ allein an die KZ-Opfer erinnern. Dazu Bürgermeister Dr. Bühler: „In Gesprächen mit Freunden, zu denen auch Überlebende dieser schlimmen KZ-Lager zählen, hat sich gezeigt, dass es persön­liche Befindlichkeiten und noch nicht verheilte Wunden gibt, die wir in ihrem Ausmaß unterschätzt haben. Da wir aber niemanden verletzen wollen, haben wir unsere Planungen für eine Gedenkstele für die Heimatvertriebenen am Gedenkort ,Rampe/Waggon‘ eingestellt.“ Aus Sicht des Gemeindeoberhauptes seien damit die Wogen geglättet: „Wir haben uns in langen und tief gehenden Gesprächen – so soll es unter Freunden auch sein – für diese Lösung entschieden. Nicht verstehen kann ich deshalb diejenigen, die dieses sensible Thema – warum auch immer – in die Öffentlichkeit ge­- tragen haben, ohne vorher das Gespräch zu suchen.“ Ungeachtet dessen will Kaufering auch an die leidvollen Schicksale der Heimatvertriebenen gedenken. „Ich bin deshalb vom Marktgemeinderat beauftragt worden, zusammen mit der Vorstandschaft der Sudetendeutschen Landsmann­schaft einen würdigen Platz zu finden, um dann eine eigene Gedenkstätte einrichten zu können. Auch diese Gespräche laufen in freundschaftlicher Atmos­phäre“, so Bühler.

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