Initiative Fuchstalbahn aktiv:

Sonderfahrt und Bahnhofsfest

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Die neue Vorstandschaft der Fuchstalbahn-Initiative (von links): Kassier Harald Baumann, Vorsitzender Tyll-Patrick Albrecht, Stellvertreter Stefan Meier, Schriftführer Stefan Albrecht und Beisitzer sowie Lokführer Alfred Lorenz.

Landkreis – Die Initiative Fuchstalbahn kann in zwei Jahren ihr 20-Jähriges feiern, den Verein selbst gibt es bald 15 Jahre. Jetzt stand das Team um Tyll-Patrick Albrecht bei der Jahreshauptversammlung vor der Entscheidung, als Verein weiterzumachen oder diesen abzuwickeln und sich nurmehr politisch für den Erhalt der Bahnstrecke zwischen Schongau und Landsberg zu engagieren.

Der Verein stecke gerade in einem Tief, so Albrecht, denn von einem Probebetrieb, auf den man vor eineinhalb Jahren noch gehofft hatte, sei man momentan „sehr weit weg“. Die Beschlüsse der alten Kreistage von Landsberg und Weilheim-Schongau seien bis heute nicht umgesetzt worden. Was aktuell gebraucht werde, sei ein belastbares Gutachten zu den Fahrgastzahlen – ein Teufelskreislauf: Die Bayerische Eisenbahngesellschaft unterstützt ein entsprechendes Gutachten nur dann, wenn sich alle Kommunen daran beteiligen. Und die wiederum benötigen ein Gutachten, um den Bahnbetrieb zu bestellen, wenn die magische Zahl von 1000 Fahrgästen pro Tag erreicht wird.

Der Unterstützung aus dem Landkreis Landsberg kann sich Tyll-Patrick Albrecht sicher sein. Neben Landrat Thomas Eichinger (CSU) sei auch CSU-Landtagsabgeordnete Alex Dorow „ein Eisenbahnfreund“. Dazu komme noch die Fachtagung Reaktivierung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), die man im vergangenen Jahr in Schongau begrüßen konnte.

Finanzielle Not

Dem gegenüber stehe die Vereinsarbeit. Und hier, so Albrecht, stehe er kurz davor, den Verein sterben zu lassen. insbesondere die finanzielle Seite mache ihm Sorgen, hatte sich doch in den letzten Jahren niemand so richtig darum gekümmert. Albrecht macht nur dann als Vorsitzender weiter, wenn er einen weiteren engagierten Vorsitzenden an seiner Seite weiß, und man mit entsprechenden Veranstaltungen den Verein finanziell wieder auf die Beine bringt.

So stehen etwa noch Beiträge der rund 50 Mitglieder aus, nachdem man im vergangenen Jahr nicht auf SEPA habe umstellen können beziehungsweise auch, weil einige der Mitglieder nicht erreichbar sind. Auch Andreas Holzhey erkannte, dass dies die Baustellen des Vereins sind. Er sagte dem Verein eine weitere Spende zu, damit das Projekt Schienenbus angegangen werden kann. Die Überführung des VT98 sei finanziell zwar gesichert, nun gehe es aber um den Betrieb und mögliche Sonderfahrten – nicht nur Mitte Juli zum Ruethenfest nach Landsberg. Neben Helfern für den Betrieb selbst fehlt es dem Verein an Unterstützern für die Vorbereitung und Nacharbeiten der Fahrten, insbesondere an den Bahnhöfen.

Nostalgischer "Bus" 

Mit dem Schienenbus habe man ein nostalgisches Verkehrsmittel, ähnlich den Dampfloks, das durchaus attraktiv wäre und bei Fahrten dem Verein Geld bringen würde. Denkbar wären auch weitere Fahrten, etwa Betriebsausflüge lokaler Firmen oder Geburtstagsfeiern, die im Schienenbus einen besonderen Rahmen erhalten würden. Daher wurde Vorstand Albrecht beauftragt, Verhandlungen mit dem Vermieter des Schienenbusses aufzunehmen und diesen zu ordern, wenn „es finanziell leistbar“ ist. So sollen potenzielle Sponsoren gefunden werden, denn die Fahrten sollten zu mindestens 70 Prozent schon im Vorfeld finanziert sein. 30 Prozent, so Albrecht, ließen sich mit dem Fahrkartenverkauf decken.

Weitere Sonderfahrten wird die Fuchstalbahn nicht durchführen, dafür will man Firmen oder Unternehmen gewinnen, die entsprechende Fahrten bestellen und den Zug mieten. Die Initiative Fuchstalbahn würde diese Fahrten dann als Betreiber ausführen und wäre dafür nicht finanziell verantwortlich. Anlässlich der Sonderfahrten will der Verein dann auch Bahnhofsfeste in Landsberg und Schongau veranstalten – beide Bahnhöfe gehören mittlerweile über Andreas Holzhey zum Verein.

Mit Unterstützung

Die Forderung Albrechts, dass weitere Mitglieder im Vorstand mithelfen, wurde erfüllt. Bei den Wahlen bekam er Stefan Meier als 2. Vorsitzenden an die Seite gestellt, Harald Baumann wird die Kasse führen, und Stefan Albrecht fungiert als Schriftführer. Außerdem gibt es einen mit Schienenfahrzeug- oder Lokführer Alfred Lorenz einen zweiten Beisitzer, der dem Verein als technischer Berater zur Seite stehen wird.

Oliver Sommer

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