Geteilte Meinung

Im Warmfreibad Greifenberg informierte sich der Kreisrat wie das 33-Meter-Nichtschwimmerbecken saniert werden kann. Foto: Bauch

Bleibt das Nichtschwimmerbecken im Warmfreibad Greifenberg be-stehen, oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Mitglieder des Kreisausschusses bereits seit Längerem. Kürzlich fand eine Ortsbegehung statt und in der anschließenden Sitzung war man sich erneut uneins. Nun sollen sich die Kreisräte in ihren Fraktionen beraten, um im März eine endgültige Entscheidung über das 33-Meter Becken zu fällen.

Bereits vor der Ortsbegehung im zugeschneiten Greifenberger Warmfreibad kündigte Landrat Walter Eichner an: „Ich denke, heute kommen wir zu keinem Beschluss.“ Badleiter Thomas Zeck führte durch die Anlage und erklärte, dass das Bad und insbesondere das fragliche 33-Meter lange Becken schlichtweg veraltet seien. Es gebe einen Mangel an den Pumpen, was auch Diplom Ingenieur und Schwimmbadplaner Johann Franz Wach bestätigte. Außerdem sei das Becken 3, über dessen Stilllegung beraten wird, längst sanierungsbedürftig, da es sich abgesenkt habe. Ob sich aber ein Bestandsschutz oder eine Generalsanierung lohne, das müsse der Kreisrat entscheiden. Wach war der Ansicht, dass das gesamte Bad nicht wirtschaftlich sei, da die Wasserfläche für die rund 45000 Badegäste pro Jahr überdimensioniert sei. Dennoch wollen einige das Bad in seiner jetzigen Form erhalten. Dazu wurde eigens ein Förderverein zum Erhalt der Bäder gegründet, dessen Vorsitz Markus Wasserle (FDP) inne hat. Schondorfs Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) betonte: „Die Leute haben Angst, dass die Schließung des Beckens der Einstieg zum Ausstieg ist.“ Wasserle hatte bereits vorgeschlagen, das Becken kostengünstig zu sanieren, indem der marode Beckenboden mit einer Spezialfolie abgedichtet werde. Außerdem werde das Becken dann mit Styroporsteinen ausgekleidet, die mit Beton ausgegossen werden. Diese Iso-lierungsmaßnahme inklusive einer modernen Überlaufrinne sei für rund 150000 Euro zu realisieren. Doch auch nach der Ortsbegehung, war der Kreisausschuss sich noch nicht ganz einig. Eichner stellte in der Sitzung drei Fragen in den Raum: „Sollen wir das Becken erhalten? Wenn ja, kostengünstig? Oder soll es gleich generalsaniert werden?“ Georg Krackhardt (UBV) ging das zu schnell: „Sollen wir nicht lieber die Saison 2012 abwarten?“ Monika Groner (GAL) hielt dagegen: „Wir gehen das nicht zu schnell an.“ Die Diskussion stünde schon seit 2008 im Raum. Schließlich meinte Dr. Manfred Rapp (CSU): „Es sollte auf keinen Fall Ziel sein, das Bad zu schließen.“ Es habe nicht nur einen hohen Freizeitwert, sondern auch einen sozialen Wert, da vor allem Familien darauf angewiesen seien, was auch Wasserle betonte. Jedoch könne es laut Dr. Rapp mit dem 33-Meter-Becken nicht wirtschaftlich genug betrieben werden. „Die Besucherzahlen sind zu gering, man müsste enorm investieren. Wir sollten das dritte Becken schließen“, befand Margit Horner-Spindler (CSU). „Es war ein interessanter Ortstermin mit neuen Erkenntnissen, aber wir müssen das erst einmal verarbeiten“, so Wittmaack. Eichner schlug vor, dass sich die Fraktionen bis zur nächsten Sitzung erneut beratschlagen und überlegen, ob man das Becken mit möglichst geringem Aufwand in Betrieb halten solle. In diesem Punkt waren sich die Kreisräte einig: Im März will man zu einer endgültigen Entscheidung kommen.

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