Dießen plastiktütenfrei?

Wer darf Bratwurst verkaufen? Gewerbeverband Dießen diskutiert 

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Die Vorstandschaft des Gewerbeverbands Dießen ist wieder komplett. Auf dem Foto (von links) Vize-Vorsitzender Erich Beausencourt, Schriftführerin Barbara Mastaller-Gastl, Vorsitzende Uschi Wacke und Schatzmeister Georg Hoiss. Rechts Uwe Jennerwein, Geschäftsführer Oberbayern-West im Bund der Selbständigen, dem der Gewerbeverband angeschlossen ist.

Dießen - Die arme Bratwurst. Der Leckerbissen aller Straßenfeste musste bei der Jahreshauptversammlung des Gewerbeverbands Dießen symbolisch dafür herhalten, ob künftig beim Aktionsabend „Dießen leuchtet“ Vereine und soziale Institutionen Essen und Getränke anbieten dürfen. Nach heftiger Diskussion und Abstimmung blieb schließlich alles beim alten. Die Vorstandschaft hat weiterhin das alleinige Sagen, wer zusätzlich zu den Gastro-Profis mit welchem „semiprofessionellen“ Angebot mitmischen darf. Und die Crew um Vorsitzende Uschi Wacke wird hier sehr wohlwollend agieren, wie man heraushören konnte.

Bereits im letzten Jahr hatte es im Vorfeld zu „Dießen leuchtet“ Ärger gegeben. Vorstandsmitglied Michael Risch kritisierte, dass soziale Institutionen und Vereine Essen und Getränke anbieten, ohne die gesetzlichen Richtlinien über den Umgang mit Lebensmitteln sowie die strengen Hygienebestimmungen exakt einzuhalten. Es habe in den letzten Jahren „eklatante Mängel“ gegeben, so Risch.

Den Gastronomen schaue man genau auf die Finger, bei den Sozialständen drücke man beide Augen zu. Auch der teilweise Verkauf unter Gastronomiepreisen missfiel Risch, der sich für ein Verbot von Essens- und Getränkeverkauf der Sozialstände stark machte. Zunächst mit Erfolg, wobei die Vorstandschaft später wieder zurückruderte. Waldkindergarten, Pfarrgemeinschaft Dießen oder der Elternbeirat der Carl-Orff-Schule durften Bratwürste, Kekse, Punsch etcetera verkaufen und Michi Risch trat nach über 20 Jahren von seinem Vorstandsposten zurück. „Auch aus gesundheitlichen Gründen“, wie er betonte.

Seinen seitdem vakanten Posten als Schriftführer übernahm jetzt nach einstimmigem Votum der Mitglieder Barbara Mastaller-Gastl von der Fischerei Gastl. Damit ist die Vorstandschaft wieder komplett und kann sich auf die vielfältigen Aufgaben in diesem Jahr konzentrieren.

Wie auf „Dießen leuchtet“ am 29. November. Über einen Essens- und Getränkeverkauf seitens der sozialen Institutionen wird sicher noch viel diskutiert werden. „Die können doch auch anders ihre Kasse aufbessern“, wurde bereits angeregt. Mit dem Verkauf von Bastelarbeiten oder einer Tombola beispielsweise. Ingrid Möst von „Heidi‘s Flammkuchen“ drückte nochmals die Bereitschaft der Gastronomen aus, an die Vereine und sozialen Institutionen zu spenden, wenn sie künftig auf Essens- und Getränkeverkauf verzichten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gewerbeverbandes ist die beliebte „Weiße Tafel“ entlang der Mühlstraße vom Craftbräu bis zum Untermüllerplatz. Sie soll am Samstag, 11. August, über die Bühne gehen, wobei der Sonntag als Ausweichtag bei schlechtem Wetter geplant ist. Bei 640 Sitzplätzen werden basierend auf der Erfahrung des letzten Jahres gut 800 Besucher erwartet.

Sponsoren gesucht

Wegen der Kosten für die wachsenden Sicherheitsanforderungen sei die Veranstaltung aber allein von den Gastwirten und dem Gewerbeverband nicht zu stemmen. Stephan Feneberg, Organisator der Weißen Tafel, sucht deshalb unter den ortsansässigen Unternehmen Sponsoren, denen er vielfältige Werbemöglichkeiten bietet. Die Sponsorenmappe können Interessenten unter der E-Mail-Adresse info@stephan-feneberg.de anfordern.

Eine starke Werbeplattform für Dießener Betriebe ist ebenfalls der Marktsonntag am 16. September entlang der Mühlstraße. Neben dem bunten Angebot der Fieranten können die Mitglieder des Gewerbeverbands Verkaufsstände aufstellen, wobei sie 25 Prozent Rabatt erhalten.

Bei der Jahreshauptversammlung im Hotel Seefelder Hof konnten Vorsitzende Uschi Wacke und ihr Vize Erich Beausencourt auch Thomas Hackl (FW) begrüßen, Gewerbereferent im Marktgemeinderat, sowie Gemeinderätin Hanni Baur (SPD). Aus Bad Tölz war Uwe Jennerwein gekommen, Geschäftsführer Oberbayern-West im Bund der Selbständigen.

Eingeleitet wurde die Versammlung mit einem Vortrag von Miriam Anton, die sich für ein „plastiktütenfreies Dießen“ einsetzt. Das Vorstandsmitglied im Ortsverband der Grünen will die Gewerbetreibenden am Ammersee sensibilisieren, künftig auf Plastiktüten für ihre Kunden zu verzichten.

Die Idee eines Gütesiegels „Wir sind dabei – plastikfrei“ wurde von den Anwesenden sehr begrüßt. Wenn alle mitmachen würden, wäre Dießen laut Miriam Anton die erste Gemeinde in Deutschland, die komplett auf Plastiktüten verzichtet. Eine Mehrwegtasche mit Dießener Logo wäre zudem ein idealer Werbeträger für die Marktgemeinde. 

Dieter Roettig

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