Gewerbeverband in Not

Dießens "Weiße Tafel" findet heuer nicht statt!

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Den neue Aktionsflyer „Einkaufen und Sparen in Dießen“ des Gewerbeverbands präsentiert Vorsitzende Uschi Wacke dem BDS-Oberbayern-Geschäftsführer Uwe Jennerwein (links) und dem Gewerbereferenten Thomas Hackl (rechts).

Dießen – Es knirschte bei der Versammlung des Gewerbeverbands Dießen im Seefelder Hof. Nur wenige Mitglieder waren gekommen, vielleicht wegen der Verschiebung der Vorstandswahlen auf Dezember. Die Vorstellung von Bürgermeister-Kandidatin Sandra Perzul (Dießener Bürger) missfiel einigen Besuchern, die das als Bevorzugung den anderen Kandidaten gegenüber sahen. Vorsitzende Ursula Wacke konterte, dass Perzul von sich aus auf den Gewerbeverband zugekommen sei. Von den anderen Bewerbern habe sie diesbezüglich nichts gehört. Im übrigen sei der Gewerbeverband absolut unparteiisch.

Hannelore Baur, Gemeinderätin und SPD-Kandidatin, war wie jedes Jahr trotzdem da, verzichtete aber auf eine Wahlrede. Sie bedauerte, dass die anderen Kandidaten aus Gründen der Fairness nicht eingeladen waren. Gastronomin Anna Brink vom Unterbräu äußerte ihre Verwunderung über den Auftritt von Sandra Perzul, „weil die Gruppierung Dießener Bürger den Gewerbeverband in der Vergangenheit immer belächelt habe“. Perzul überhörte den Vorwurf und versprach, im Falle ihrer Wahl stets ein offenes Ohr für den Verband zu haben.

Damit kein „fader Beigeschmack“ (Vize Erich Beausencourt) bleibt, will Wacke vor der Wahl eine Podiumsdiskussion mit allen Bürgermeister-Bewerbern auf die Beine stellen. Baur, Gewerbereferent Thomas Hackl und Gemeinderat Thomas Höring (beide Freie Wähler) nahmen die Botschaft zufrieden zur Kenntnis.

Als weitere Gastrednerin durfte Miriam Anton über den Fortschritt ihrer Aktion „Plastiktütenfreies Dießen“ berichten. Ihr Fazit nach einem Jahr: 80 Prozent der Dießener Geschäfte würden auf Plastiktüten verzichten. Sie rief auf zu ihrer neuen Aktion „Plastik-Fasten“, für die gerade Flyer gedruckt werden. Man plane eine Auftaktveranstaltung mit einem Greenpeace-Referenten.

Sehr gut kam die Präsentation des druckfrischen Aktionsflyers „Einkaufen und Sparen in Dießen“ an. 18 Gewerbetreibende stellen sich hier kurz vor. Auf der Rückseite ihrer Visitenkarten befindet sich jeweils ein Gutschein über zehn Prozent, der vor Ort beim Einkauf eingelöst wird. Die Gültigkeit geht bis 31. Juli. Danach wird „Kassensturz“ gemacht und beraten, ob es weitere Aktionsflyer geben wird. Lob für dieses Engagement kam von Uwe Jennerwein, dem Geschäftsführer Oberbayern-West im Bund der Selbständigen, dem der Gewerbeverband Dießen angehört.

Wacke fuhr fort mit einer guten und einer schlechten Nachricht: Der Marktsonntag am 15. September findet statt. Wie gewohnt mit einer Mixtur aus bewährten und neuen Fieranten, regionalen Anbietern und natürlich Musik und Kinderunterhaltung. Allerdings muss trotz des Erfolgs im letzten Jahr die „Weiße Tafel“ vom Maibaum in der Mühlstraße bis runter zum Untermüllerplatz ausfallen. Es fehle dem Gewerbeverband schlicht an Leuten, die ehrenamtlich mitorganisieren und helfen. Und an jemandem, der federführend die Weiße Tafel übernimmt.

Wackes dringender Appel: Sie sucht für die Vorstandschaft neue Beisitzer und Anpacker. Vordringlich brauche der Gewerbeverband ein Organisationstalent für Veranstaltungen und jemanden, der in Sachen Internet und Soziale Medien fit ist. Eine eigene Webseite sei überfällig. Noch sei man quasi als Gast auf der Webseite der Gemeinde Dießen vertreten. Allerdings nicht aktuell. Noch werden hier die Termine von 2018 (!) beworben. Vom Marktsonntag und „Dießen leuchtet“ in diesem Jahr findet man leider keine Zeile.

Wegen fehlender Unterstützung habe sich Ursula Wacke überlegt, nicht nochmals für den Vorsitz zu kandidieren. Die Neuwahlen der Vorstandschaft habe man deshalb auf Dezember verschoben in der Hoffnung, dass bis dahin das Team breiter aufgestellt ist. Dann werde sie auch gerne weitermachen, so Wacke.

Bei der abschließenden Diskussion wurde bemängelt, dass sich nach Auswertung der groß angelegten Verkehrsumfrage seitens der Gemeinde nichts tue. Es würden konkrete Vorschläge für Maßnahmen wie etwa einer von vielen geforderten Einbahnregelung in der Mühlstraße fehlen. Schriftliche Anfragen des Gewerbeverbands an die Gemeinde würden einfach nicht beantwortet. 

Dieter Roettig

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