Wie gewonnen so zerronnen

Obwohl Michael Kerber (links) und die anderen Riverkings-Spieler erbittert kämpften, mussten sie gegen den SC Forst eine Niederlage hinnehmen. Foto: Krivec

Ohne spielerischen Glanz, aber mit viel Kampfgeist kam der HC Landsberg in der Eishockey-Landesliga zum ersten Sieg im neuen Jahr: Mit 5:2 rang man am Freitag Fürstenfeldbruck nieder. Am Sonntag folgte allerdings der nächste Rückschlag für die Riverkings: In Peißenberg setzte es eine verdiente 1:2-Niederlage gegen Forst.

500 Zuschauer sahen im Derby am Freitag einen nervösen Beginn auf beiden Seiten. Junioren-Goalie Tobias Nuffer, der den gesperrten Michael Falkenberger im Tor vertrat, begann mit leichten Unsicherheiten, steigerte sich aber später und spielte eine solide Partie. Seine Mannschaftskollegen stellten die Weichen bald vermeintlich klar auf Sieg. Schon nach knapp fünf Minuten legte Augst am Torraum noch einmal quer auf Klemm, der zum 1:0 einschob. Zur Spielmitte gab es dann einen Doppelschlag: Ville Dollhofer traf aus dem Gewühl im Nachschuss in der 26. Spielminute, Augst ließ sich nicht von der Scheibe trennen und bediente Geuß nur eine Minute später zum 3:0. Dann riss der Faden allerdings etwas. Das 3:1 kassierte man mit einem Alleingang durch Weishaupt ausgerechnet in Landsberger Überzahl (39.). Nur zwei Minuten später waren die Spieler erneut unachtsam, McGehee verkürzte auf 3:2. Spielerisch lief nun nicht mehr allzuviel zusammen, doch eine feine Einzelleistung von Augst brachte das vorentscheidende 4:2 (50.). Ville Dollhofer stellte noch das 5:2 her (54.), doch Roland Hanemann holte sich nach einem Stockcheck 35 Strafminuten ab und fehlte somit in Peißenberg gegen Forst. Auch Zeck, Ott, Speckamp, Schiller und Wedl standen dort nicht zur Verfügung, so dass die Riverkings wieder einmal lediglich 14 Feldspieler aufbieten konnten, darunter mehrere Junioren, denen man teilweise anmerkte, dass sie bereits das dritte Spiel an diesem Wochenende absolvierten. Im Auftaktdrittel gingen die Gastgeber zwar nach fünf Minuten durch Kirschner in Führung, doch der Landsberger Rumpftruppe gelang es danach zumindest phasenweise, das Kommando zu übernehmen, sodass der Ausgleich durch Kerber (15.) nicht unverdient war. Gegen Ende des Drittels brachte dieselbe Sturmreihe gleich drei beste Gelegenheiten aus nächster Nähe nicht im Tor unter. Ab dem zweiten Abschnitt ging dann allerdings nicht mehr viel für die Landsberger. Die Gastgeber verlegten sich konsequent auf Eishockey der simpleren Art und setzten darauf, das Spiel der Riverkings mit viel Körpereinsatz schon im Aufbau zu stören – was ihnen dann auch mehr und mehr gelang. Beim HCL ging zusehends die Grundordnung verloren, nach vorne kamen auch einfache Pässe zu oft nicht mehr an, in der Defensivarbeit leistete man sich immer wieder Nachlässigkeiten und individuelle Fehler. Auch Dejan Pungarsek, Forsts auffälligster Spieler, hielt sich mit Abwehrarbeit nicht groß auf, lauerte allerdings immer wieder weit vorne auf Konter. Einen davon (wieder bei Landsberger Überzahl) entschärfte Falkenberger spektakulär, was Pungarsek so erzürnte, dass er sogar seinen Schläger in Stücke hieb. Mit neuem Spielgerät sorgte er dann dennoch für die Entscheidung. In einem völlig zerfahrenen Schlussdrittel brachten die Riverkings den Puck in der 48. Minute wieder einmal nicht aus der Gefahrenzone, Pungarsek bedankte sich und staubte zum Siegtreffer ab. In der 58. Minute vergaßen die Landsberger dann sogar, einen fünften Spieler aufs Eis zu bringen und ließen Pungarsek zudem wieder mutterseelenalleine an der blauen Linie stehen – der scheiterte allerdings wieder an Falkenberger. Dem HCL gelang es nur noch einmal, mit konzentrierten und zwingenden Aktionen Druck aufzubauen, als man kurz vor Schluss Falkenberger zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm – das war an diesem Abend zu wenig, zumal sich die körperliche Belastung mit zwei Spielen am Wochenende bei den verbliebenen Akteuren bemerkbar machte. Bis zur kommenden Woche gilt es nun, sich etwas einfallen zu lassen: Körperbetont werden auch die Tölzer diesen Freitag um 20 Uhr in der Landsberger Halle erfahrungsgemäß vorgehen – zudem haben die Isarwinkler deutlich schnellere Spieler in ihren Reihen als der SC Forst.

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