Warten auf den MVV

Gewünschter Landkreis-Beitritt zum MVV verzögert sich

+
Bis der MVV im gesamten Landkreis Landsberg Einzug hält, wird es noch dauern. Der geplante Beitritt 2023 wurde bereist um ein Jahr verschoben.

Landkreis – Ein möglicher Beitritt des Landkreises zum MVV-Tarifgebiet verzögert sich voraussichtlich um ein Jahr. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses des Kreistags deutlich. Wie ein Vertreter des MVV mitteilte, könne man „auf keinen Fall“ davon ausgehen, dass es beim angepeilten Beitrittstermin Dezember 2023 bleibt.

Grund ist die Übernahme der Strecke München-Lindau durch die Go-Ahead Verkehrsgesellschaft ab Dezember 2021. Dank der Elektrifizierung der Strecke soll es Verbesserungen im Fahrplan geben. Fahrtzeiten werden kürzer, die von Memmingen nach München beispielsweise um eine halbe Stunde. Außerdem wird ein neuer Vorortverkehr zwischen München und Buchloe eingerichtet, den im Dezember 2021 die DB Regio übernimmt.

All dies werde Folgen für die Angebotsstruktur im Landkreis haben, so MVV-Vertreter Felix Fitz im Umweltausschuss. Eine Fahrgasterhebung, die ursprünglich im Winter 20/21 stattfinden sollte, wird deshalb um ein Jahr verschoben. Nur dann könne man zu belastbaren Daten kommen. Auf Nachfrage von Peter Satzger (Grüne) räumte Fitz ein, dass sich dadurch auch die Beitritts­entscheidung verschieben werde. „Vielleicht“ sei ein Beitritt zum kleinen Fahrplanwechsel im Sommer 2024 möglich, wahrscheinlicher sei aber ein Termin im Dezember. Zwischen der Erhebung und dem Beitritt müsse ja auch noch der Tarif erarbeitet werden.

Der Weg nach Augsburg

Als Entscheidungsgrundlage für kommunale Gremien erstellt der MVV derzeit eine Grundlagenstudie zum Beitritt von zehn Landkreisen und kreisfreien Städten. Das Gebiet reicht von Landsberg im Westen der Landeshauptstadt bis nach Landshut im Nordosten. Demnach pendeln aus dem Landkreis Landsberg täglich 14.000 Menschen – das sind 30 Prozent der Auspendler – ins MVV-Gebiet. Weitere 30 Prozent sind Binnenpendler, 20 Prozent fahren in andere Landkreise. Von diesen pendele ein relativ hoher Anteil nach Augsburg, so Fitz. Es empfehle sich, zumindest für den nordwestlichen Landkreis einen „Überlappungstarif“ mit dem Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund zu prüfen.

Ulrike Osmann 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach dem Tod der vier Bauarbeiter: Denklingen gründet Bürgerstiftung
Nach dem Tod der vier Bauarbeiter: Denklingen gründet Bürgerstiftung
Corona-Ampel steht im Landkreis Landsberg auf Rot - Jetzt auch Maskenpflicht im Freien
Corona-Ampel steht im Landkreis Landsberg auf Rot - Jetzt auch Maskenpflicht im Freien
Ein Spatenstich für die Energiezukunft im Fuchstal
Ein Spatenstich für die Energiezukunft im Fuchstal
Gefälligkeitsatteste: Kripo ermittelt gegen Kauferinger Arzt
Gefälligkeitsatteste: Kripo ermittelt gegen Kauferinger Arzt

Kommentare