Da gibt’s nur Ober, Unter, Sau und Solo

Wollen im Januar einen neuen Weltrekord im Dauer-Schafkopfen aufstellen (von links): Bernd Mehnhofer, Manuel Ziegler, Michael Stenglmair, Peter Ziegler, Dominik Piotrowski und Bernhard Seitz. Foto: Osman

Karten klopfen bis (hoffentlich nicht) der Arzt kommt: Das haben sich sechs junge Männer aus dem Landkreis vorgenommen. Sie wollen einen neuen Weltrekord im Dauer-Schafkopfen aufstellen und damit ins Guinness-Buch der Rekorde. Kon­kret bedeutet das: 200 Stunden Karten spielen, fast achteinhalb Tage nichts als Ober, Unter, Sau und Solo.

Die Idee zu dem Karten-Marathon hatte Bernd Menhofer (30) aus Hurlach. Seit er vom Schafkopf-Weltrekord über 172 Stunden hörte, den sechs Münchner vor zwei Jahren aufstellten, ließ ihn der Gedanke nicht mehr los, diesen Wert zu toppen. Begeisterte Mitspieler waren schnell gefunden. Manuel Ziegler (29) und Dominik Piotrowski (25) aus Kaufering, Michael Stenglmair (25) aus Obermeitingen, Peter Ziegler (29) aus Schwabegg und Bernhard Seitz (30) aus Großkitzighofen wollen gemeinsam mit Menhofer zum Dauer-Schafkopfen antreten. Stattfinden wird der Rekordversuch im Januar nächsten Jahres, und zwar auf der Bühne des Gasthauses Metzgerwirt in Hurlach. Die Vorbereitungen laufen bereits auf vollen Touren, und sie sind umfangreicher, als man auf den ersten Blick annehmen möchte. So schreibt das Regelwerk des Guinness-Buches unter anderem vor, dass die gesamten 200 Stunden mitgefilmt, protokolliert und von jeweils zwei Zeugen überwacht werden müssen. Heißt, es werden Freiwillige gebraucht, die sich auch nachts um drei neben den Kartentisch setzen und zuschauen. Rund 100 potenzielle Zeugen haben die Sechs aus ihrem Freundeskreis bereits angeworben. „Viele haben sich so­gar von selber angeboten“, erzählt Menhofer. Generell sei die Karten-Kombo mit ihrem Vorhaben auf „positives Entsetzen“ gestoßen. Sponsoren finanzieren den Schafkopfern unter anderem einen Laptop für die Spielergebnisse und einen höhenverstell­- baren Tisch. „Damit wir auch mal im Stehen spielen können“, erklärt Dominik Piotrowski. Der Metzgerwirt hat zugesagt, die Burschen rund um die Uhr mit Speis' und Trank zu versorgen. Am Tisch essen ist erlaubt, solange das Spiel nicht unterbrochen wird. Jeder der Sechs wird Schafkopf-Schichten von 16 Stun­den absolvieren und darf dann acht Stunden Pause machen, bevor er wieder antreten muss. „Ich glaube, der vierte Tag wird der Horror werden“, vermutet Manuel Ziegler. „Dann ist die Begeisterung vom Anfang verflogen und das Ende noch weit weg.“ Er will sich mit Rücken- und Nackentraining auf die Strapaze vorbereiten. „Da wird die Muskulatur schon etwas abbauen“, befürchtet er und hat bereits seine Freundin, eine Physiotherapeutin, gebeten, notfalls für Massagen zur Verfügung zu stehen. Finaltag mit Blasmusik Einem guten Zweck soll der Schafkopf-Rekord auch dienen. Am Finaltag, 19. Januar, gibt’s abends ein großes Fest mit Live-Musik der Hurlacher Blaskapelle. Dabei wollen die dann hoffentlich neuen Weltrekordler Spenden für die Landsberger Hilfsorganisation human aid gesammelt.

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