Das Geheimnis einer 100-Jährigen

Gilda Weber: die Dießenerin feierte ihren 100. Geburtstag

+
Jubilarin Gilda Weber (Mitte) freut sich über den Besuch von Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch anlässlich ihres 100. Geburtstages. Auch ihre Tochter Maria Grabowski (rechts) kam zum Gratulieren.

Dießen – In Deutschland leben über 16.000 „Centenarians“, wie man Hundertjährige und ältere nennt. Fast 90 Prozent davon sind weiblich. Ihre Lebenserwartung liegt messbar über der von Männern. Und sie wird laut dem Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung weiter steigen: Jedes dritte der im Jahr 2019 geborenen Mädchen wird seinen 100. Geburtstag erleben.

Jetzt aber feierte den besonderen Ehrentag die Dießenerin Gilda Weber, die vor einhundert Jahren, am 26. November 1919, in Röntgental (Brandenburg) geboren wurde. Sie lebt mittlerweile in der Seniorenwohnanlage im Färbergassl und konnte ihren Geburtstag erstaunlich rüstig begehen. „Das liegt an meinem gesunden Lebensstil mit viel frischer Luft“, verriet sie Bürgermeister Herbert Kirsch, der zum Gratulieren kam. Er übermittelte auch die Glückwünsche von Landrat Thomas Eichinger. Und er überreichte der Jubilarin die Silbermünze „Patrona Bavaria“ im Auftrag von Ministerpräsident Markus Söder. Dazu schrieb Söder: „Ein solcher Tag ruft bestimmt viele Erinnerungen an gute und an schlechte Zeiten wach. Sie sollen aber auch dank fürsorglicher Mitmenschen Grund haben, mit Zuversicht an die Zukunft zu denken. Dabei begleiten Sie meine besten Wünsche“.

Ein besonders fürsorglicher Mitmensch stieß mit an beim Sektumtrunk: Ihre einzige Tochter Maria Grabowski (72), die in Starnberg wohnt und mehrmals in der Woche ihre Mutter besucht, nach dem Rechten sieht und mit ihr zum Einkaufen geht. Denn Gilda Weber kocht noch fast jeden Tag selbst.

Weber stammt aus dem Brandenburgischen Röntgental. Ihre Eltern hatten eine Gärtnerei, wo sie schon als Kind mithalf und ihre Liebe zur Natur und gesunder vitaminreicher Ernährung entdeckte. 1958 zog sie mit ihrem Ehemann Herbert nach Westberlin. Er war Industriekaufmann und leitete ein Autohaus in Steglitz. 1974 übersiedelte das Paar nach Dießen in die Prielstraße. Hier pflegte Herbert Weber sein Rentnerhobby Brieftaubenzüchten. Nach seinem Tod zog Gilda Weber in die Seniorenwohnanlage im Färbergassl, wo sie sich sehr wohl fühlt. Die Nähe zum Ammersee nutzt sie für ausgiebige Spaziergänge mit dem Rollator.

Gerne erzählt Gilda Weber aus ihrem langen Leben. Sie hat noch die Weimarer Republik erlebt, den Nationalsozialismus überlebt, das Wirtschaftswunder mitgestaltet, die Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland erfahren und am Start in das Computer-Zeitalter teilgenommen. Sie verbrachte ihre Freizeit mit Reisen und Wandern in der frischen Luft. Ihr gesunder Lebensstil zahlt sich heute beim „Uraltwerden“ aus: Sie braucht so gut wie keine Medikamente. Und sie freut sich auf das kommende Frühjahr. Da will sie mit ihrer Tochter wieder Ausflüge in die Berge unternehmen.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Nach möglichen Selbstmord auf der A96 sucht Polizei nach Zeugen
Nach möglichen Selbstmord auf der A96 sucht Polizei nach Zeugen
Mit dem KREISBOTEN zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg
Mit dem KREISBOTEN zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg
In Landsberg und Asch brennen Mülltonnen - Brandstiftung
In Landsberg und Asch brennen Mülltonnen - Brandstiftung

Kommentare