Glänzend aufgelegt

Die Footballer des Landsberg X-Press, rechts (mit Ball) Dominik Krahn nach seinem Touchdown zum 34:3 mit Receiverkollege Bernhard Bloch, sind wieder auf Kurs und besiegten die Burghausen Crusaders deutlich mit 42:11. Foto: Kruse

Der X-Press ist zurück in der Spur. Nach zwei Niederlagen in Folge ließ man im dritten Interconference-Spiel nichts anbrennen und schickte die Burghausen Crusaders in einer souveränen Partie bei Gluthitze mit 42:11 nach Hause. Durch die gleichzeitige Niederlage der Erlangen Sharks in Königsbrunn haben die Footballer damit auch wieder bessere Chancen auf das Erreichen des ersten Platzes in der Bayernliga Nord, der für die Play-Offs das Heimrecht bedeuten würde. „Unser Selbstvertrauen war doch etwas angekratzt“, so Präsident Knut Dins. „Da war der Sieg, auch in dieser Höhe, natürlich sehr wichtig.“

Einmal lief es nicht gut für die Landsberger Defense. Der Quarterback der Burghausener durfte sich viel Zeit lassen, um seinen Wide Receiver anzuvisieren und bedankte sich dann für diese Freiheiten, wie es Spielmacher eben tun – er warf einen sauberen 25-Yards-Pass zum Touchdown für die Gäste. Das Gute daran: Die Szene spielte sich in der letzten Minute des Spiels ab und da war die Partie längst gelaufen. Auch, dass der Kick zum Extrapunkt danach zwar geblockt wurde, Burghausen so aber kurios noch zur 2-point-conversion kam, spielte keine Rolle mehr. Die Gastgeber hatten bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke ihre Arbeit schon längst vorher erledigt. Einige Läufe und Pässe der Crusaders ließ man zwar zu, insgesamt hielt man den Gegner aber meist weit von der eigenen Endzone weg und holte sich das Angriffsrecht schnell wieder zurück. „Wir sind bei Pässen immer noch anfällig, aber für unsere Defense war es auch wichtig, dass wir den Gegner diesmal zweimal an der 2-Yard-Line gestoppt haben.“ Burghausen kam zu seinen einzigen Punkten in der ersten Hälfte dann auch erst Sekunden vor Ende des ersten Viertels durch ein Fieldgoal im vierten Versuch. Da hatte der X-Press im Angriff schon Anderes zu bieten. Drei Pässe überwarf der wieder glänzend aufgelegte Quarterback Jason Bertrand (fünf Touchdowns, Null Interceptions) zwar noch, aber er hatte an diesem Nachmittag etliche Pfeile im Köcher. 30- und 40-Yard-Pässe waren ebenso dabei wie Fake-Spielzüge, die so geschickt ausgeführt wurden, dass sogar das Schiedsrichter-Team manchmal Schwierigkeiten hatte, festzustellen, bei welchem Landsberger Spieler sich der Ball gerade befand. Auch für den Gegner ging manches zu schnell: Beim Touchdown zum 12:0 übergab Bertrand das Spielgerät an Bernd Ahrensdorf. Den hatte man bei Burghausen offenbar nicht auf dem Zettel gehabt, denn Landsbergs Nummer 24 musste seinen wuchtigen Körper gar nicht einsetzen, sondern spazierte einfach die eineinhalb Yards in die Endzone hinein. Bertrand hatte allerdings auch spezielle Unterstützung auf der Tribüne: Sein Zimmerkollege aus der Zeit an der Mount Allison-Universität in New Brunswick (Kanada) dürfte der Fan mit der weitesten Anreise gewesen sein. Der Schwede schaut sich für eine Woche Deutschland an und ließ es sich nicht nehmen, seinen Freund mit einer großen kanadischen Flagge in der Hand in Landsberg anzufeuern. Wichtiger für die Landsberger Trainer dürfte indes gewesen sein, dass das Passspiel diesmal recht variabel gestaltet werden konnte. Zwar wiegt der Ausfall von Florian Borchert, der mit eingegipstem Arm an der Außenlinie sein Team unterstützte, immer noch schwer, dennoch hatte Jason Bertrand fast immer eine Anspielstelle zur Verfügung. Neben Bernhard Bloch zeigten auch Dominik Krahn und Rene zur Mühlen mit Touchdowns, dass mit ihnen zu rechnen ist. Und waren wirklich einmal alle gedeckt, startete Bertrand einen seiner Läufe mit dem Ball, der den Gegner stets vor große Probleme stellt – ein „first down“ holt der Landsberger Quarterback eigentlich immer heraus. So war dann auch eine andere als die eingangs geschilderte Szene kurz vor Schluss bezeichnender für das Spiel der Crusaders: dreimal durften sie aus bester Position in die Endzone passen, dreimal fand der Ball seinen Empfänger nicht und der Fieldgoal-Versuch ging auch noch daneben. Bertrand zeigte dann noch einmal, wie's besser funktioniert und schickte zur Mühlen mit einem 40-Yard-Pass zum letzten Touchdown auf die Reise. Derlei Spielkunst wird auch am Samstag (15 Uhr) gefragt sein, wenn die Landsberger bei den überraschend starken Feldkirchen Lions zum letzten Interconference-Spiel antreten. „Wir müssen uns nicht verstecken, aber das wird ein harter Brocken“, weiß Dins. Feldkirchen schlug zuletzt auch Königsbrunn und München. Eine Woche später empfängt der X-Press dann um 17 Uhr zum vorletzten Heimspiel der Punktrunde die Bamberg Bears.

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