Glanzvoller Konzertauftakt in der alten Bibliothek

Man nehme Wiener Klassik, ein besonderes Musikinstrument, ausge­zeich­nete Künstler und schließlich als Konzertsaal die über 400 Jahre alte barocke Bibliothek des ehemaligen Jesuitenklosters. Und schon erlebt die neue Reihe „Kammer­- musik im Bibliothekssaal“ mit einem ausverkauften Konzert einen glanzvollen Auftakt.

„Wir sind von dem Interesse überwältigt. Unsere Erwartungen wurden völlig übertroffen“, sagte Organisator Franz Lichtenstern. Der Abend stand unter dem Zeichen des Haydn-Jahres anlässlich des 200. Todes­ta­- ges des bedeutenden österrei­chischen Komponisten. Zur Auf­führung kamen drei seiner Spätwerke und als Reminiszenz an den Freund Mozart dessen Es-Dur-Quartett (KV 493). Haydn wird unter anderem als „Vater“ des Streichquartetts geehrt, von denen er 83 Stück schrieb. Zu einem der schönsten gehört das Quartett B-Dur, op. 76/4, bekannt als „Sonnenaufgang“, denn der Beginn des ersten Satzes mit seiner emporschwingenden Melodie der ersten Geige bis zum Fortissimo erinnert an die aufgehende Sonne. Das Stück gehört zu den für Graf Erdödy zugeeigneten Quartetten. Haydn komponierte sie im Alter von 65 Jahren nach der Rückkehr von einem Aufenthalt in London. Auch der bedeutendste Teil der Klaviertrios entstand während oder kurz nach der Londonreise 1794/95, so auch Nr. 40, fis-Moll, und Nr. 43, C-Dur. Haydn entwickelte diese Musikform zu einer eigen­ständigen Gattung der Kammermusik. Die hervorragende Akustik der ehemaligen Klosterbibliothek, ein Hammerflügel aus der Bamberger Werkstatt Neupert, gefertigt nach einem um 1815 datierten Dulcken-Originalinstrument, und vor allem die brillante Pianistin Anke Schwabe ließen die Aufführungen zu einem Genuss werden. Schwabe sowie die Violinisten Mikko Yamauchi und Christian Schödl, Rainhard Lutter, Viola, und Franz Lichtenstern, Violoncello, gehören dem Orchester des Münchner Staatstheaters am Gärtnerplatz an. Ensemblemitglieder werden auch die weiteren vier Kammerkonzerte bis zum Mai 2010 gestalten. "Oben auf dem Berg" Das neue Landsberger Musik­angebot hat eine kleine besondere Geschichte. Der gebürtige Lechstädter Chellist Franz Lichtenstern wuchs „oben auf dem Berg“ nahe dem Jesuitenkloster an der Heilig-Kreuz-Kirche auf und hatte die Bibliothek als Vorspielraum für Musikschüler in guter Erinnerung. Lichtenstern fand in der Landsberg-Ammersee Bank für sein Projekt, den ehrwürdigen Raum als ständigen Konzertsaal zu erschließen, unumgängliche Unterstützung. Im Mittelpunkt des nächsten Konzerts am 7. November stehen schöne Stimmen. Unter „Mezzo-Sopran - Primadonna mal zwei“ stellen sich Elaine Ortiz-Arandes und Rita Kapfhammer vor. Karten können per e-Mail unter karten@kammer­- musik-landsberg.de reserviert werden. Interessierte sollten sich nicht all zu lange besinnen, denn die Platzzahl ist auf knapp über 100 beschränkt.

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