Klassik in Rational-Werk 3:

Aus der Alten und Neuen Welt

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Ein musikalischer Sommernachtstraum in der Werkshalle: Mit einem glanzvollen Konzert feierte die Landsberger Rational AG ihr Jubiläum – und mit ihr fast 1200 Zuhörer.

Landsberg – Dass klassische Musik nicht mehr nur in Konzertsälen und Kirchen zu finden ist, ist nichts Neues. Längst haben kleine und große Orchester andere Orte für sich entdeckt: Gasometer, U-Bahnhöfe und eben auch Fabrikhallen. Doch das Festkonzert, mit dem die  Rational AG am Samstagabend ihr 40-jähriges Jubiläum feierte, war etwas ganz Besonderes.

Besonders, weil das große Werk 3, bestuhlt mit 1200 Plätzen, von denen nahezu alle besetzt waren, mit Hilfe von Licht­- installationen selbst in ein Kunstwerk verwandelt wurde. Als Bühnenhintergrund dienten Reihen von Großgeräten, in den Firmenfarben rot und blau angestrahlt, spielten praktisch selbst eine Rolle, verdankt die Firma ihnen doch ihre Position als Weltmarktführer.

Auch die Bauelemente der Halle wurden gekonnt in Szene gesetzt und bildeten einen würdigen Rahmen für das Orchester „Symphony Prag“, den Landsbergern noch von der Mozartnacht im Juni bekannt, und den weltweit gefeierten Pianisten und Organisten Wayne Marshall. Die Gesamtleitung des Abends lag in den bewährten Händen Johannes Skudliks. Die größte Besonderheit aber war, dass der Eintritt zu diesem hochkarätig besetzten Konzert frei war, ein Geschenk für die Landsberger, mit dem der Firmengründer Siegfried Meister seine Verbundenheit zu Stadt und Bürgern zum Ausdruck bringen will.

„Alte und Neue Welt“ – so das Thema des Abends für die Programmgestaltung, aber auch passend zur Firmengeschichte. Den Auftakt bildeten vier Sätze des „Sommernachtstraums“, den der damals erst 17-Jährige Felix Mendelssohn Bartholdy, beeindruckt von Shakespeares Komödie, komponiert hatte.

Bereits hier ist der Brückenschlag zu erkennen, ist doch der bekannte „Hochzeitsmarsch“ Dauerbrenner bei unzähligen Trauungen, von Berlin, der Stadt seiner Entstehung, bis Las Vegas. Ein weiteres Lieblingsstück vieler Zuhörer: der „Ungarische Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms, der in der atemberaubend feurigen Spielweise des Orchesters eher einem wilden Ritt über die Puszta als einem Tanz glich.

Den umgekehrten Weg, aus der Neuen in die Alte Welt, nahm Gershwins „Rhapsody in Blue“ für Klavier und Orchester, eine ideale Spielwiese für Wayne Marshall, der die Solo-Klavier-Partien für verblüffende Improvisationen nutzte. Wunderbar der Dialog Klavier-Orchester, der die Verschmelzung von Jazz und Klassik optimal ausspielte und auch die mitunter schwierige Akustik in der Halle auffangen konnte.

Auf den Tag genau 119 Jahre nach der Erstaufführung in Europa zelebrierten Johannes Skudlik und „Symphony Prag“ Antonin Dvořáks Symphonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“, einer unglaublich ausdrucksstarken Hommage an die „Neue Welt“, an Pioniergeist, Entdeckertum, aber auch an die ursprünglichen Kulturen und Tra­- ditionen des amerikanischen Kontinents. Der Schlusssatz ein furioses Finale eines glanzvollen Konzertes, das mit Standing Ovations, Bravo-Rufen und einer Zugabe endete.

Fürwahr ein wunderbares Geschenk!

Patricia Eckstein

Aus der Alten und Neuen Welt

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