Wo der Glaube noch lebendig ist

Antrittsbesuch: Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa mit Landrat Walter Eichner (links) und OB Ingo Lehmann beim Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis Landsberg. Foto: Osman

Hoher Besuch in der Lechstadt: Beim Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis trat am Freitag Abend der neue Bischof von Augsburg Konrad Zdarsa als Festredner auf. Die Veranstaltung in der Aula des Ignaz-Kögler-Gymnasiums war dem Thema „Ehrenamt in der Kirche“ gewidmet, und Hunderte von Freiwilligen, die sich im Landkreis dieser Aufgabe verschrieben haben, waren der Einladung gern gefolgt. So war die Aula bis auf den letzten Platz besetzt.

Konrad Zdarsa präsentierte sich bei seinem ersten Auftritt in Landsberg in bester Laune. Er zeigte sich sehr angetan vom Landkreis, den er bis dahin „nur vom Durchfahren“ gekannt habe – und aus einem Bildband, den Landrat Walter Eichner ihm zu seiner Ernennung überreicht hatte. „Der Landkreis Landsberg ist im besten Sinne eine Kulturlandschaft“, lobte Zdarsa. „Eine schöne Landschaft mit schönen Kirchenbauten und einer selbstbewussten christlichen Kultur, in der der Glaube noch lebendig ist.“ Dies zeige sich schon an der enormen Spendenbereitschaft für die Renovierung der Stadtpfarrkirche, zu der 1,8 Millionen Euro aus privater und kommunaler Hand beigesteuert wurden. „Dieser Einsatz ist umso wichtiger in einer Zeit, in der der Glaube zu erlahmen scheint und die Menschen nach Orientierung suchen“, so der 66-Jährige. Kultur sei nur dann überzeugend, wenn sie von den Menschen gelebt werde. „Wo sie nur noch Folklore ist, wird sie steril und oberflächlich.“ Gelebten Glauben sieht Zdarsa im Landkreis an allen Ecken und Enden – Fronleichnamsprozessionen und Leonhardi-Ritte legten davon ebenso Zeugnis ab wie eben die vielen freiwilligen Helfer in den Kirchengemeinden. „Ohne Ehrenamt wäre das Leben in der Diö­zese ärmer“, so der Bischof. Das weiß auch Landrat Walter Eichner, der einige Beispiele für herausragendes Engagement im Landkreis nennen konnte. Allein in der Pfarrei in Leeder arbeiten 90 Ehrenamtliche an der Gestaltung des kirchlichen Lebens mit. Über 500 Stunden steckten Freiwillige sieben Monate lang in die Renovierung der Pfarrkirche St. Bartholomäus im Denklinger Ortsteil Epfach, die ihre Pforten kürzlich wieder öffnen konnte. Im Landratsamt werde derzeit eine Freiwilligen-Agentur aufgebaut, so Eichner. Insgesamt arbeiten im Landkreis bereits heute rund 40000 Menschen in verschiedenen Ehrenämtern im gesellschaftlichen, karitativen und kirchlichen Bereich. Gerade diese letzte Gruppe dränge eigentlich nicht ins Rampenlicht, so der Landsberger Oberbürgermeister Ingo Lehmann. „Sie arbeiten eher still und bescheiden im Hintergrund.“ Umso mehr verdienten gerade diese Mitbürger eine Anerkennung – wie etwa einen ihnen gewidmeten Neujahrsem­pfang. Dessen musikalische Umrahmung war vom Feinsten: Der erst vor einem Jahr gegründete Landsberger Jugendchor unter der Leitung von Marianne Lösch und begleitet von jungen Instrumentalisten begeisterte mit Werken von Thomas Gabriel und John Rutter. Jonathan Skudlik am Klavier und Andreas Schmalhofer am Cello taten ein Übriges, dem Abend musikalischen Glanz zu verleihen.

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