Snowdance Independent Filmfestival

Bond-Bösewicht Götz Otto ganz lieb

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Tulpen als Symbol für eitel Sonnenschein, den die Macher des Snowdance Independent Filmfestivals bei der Pressekonferenz ausstrahlen (von links): Managing Director Jürgen Farenholtz, Creativ Director Tom Bohn und Schirmherr Götz Otto .

Landsberg – Sie kennen sich seit ihrem gemeinsamen Dreh für den Lena Odenthal-Tatort „Nahkampf“ im Jahr 1997: Regisseur Tom Bohn und Schauspieler Götz Otto. Die Freundschaft hält bis heute an und so ist es kein Wunder, dass Bohn – Mitorganisator des Snowdance Independent Filmfestivals – den als James Bond-Bösewicht international bekannt gewordenen Schauspieler als Schirmherrn für die fünfte Ausgabe des Festivals gewinnen konnte. Vom 27. Januar bis 4. Februar wird Otto als prominentes Gesicht das Festival repräsentieren. Er löst damit Heiner Lauterbach ab, der aus Termingründen nicht mehr mitmischen kann.

Bei der Snowdance-Pressekon­ferenz in der Landsberger Likka-Lounge verriet Tom Bohn, dass ihn Götz Otto bei den Tatort-Dreharbeiten damals oft genervt habe, weil er alles genau wissen wollte und ständig hinterfragt hatte. Heute sei Bohn froh, dass Otto beim Festival nicht nur das prominente Aushängeschild spielen wird, sondern sich aktiv einbringen will, damit Snowdance noch attraktiver wird. Die rund 7.000 Besucher vom letzten Jahr wolle man schließlich toppen. „Götz Otto wird dem Festival seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken“, wie Bohn betonte. Erfahrungen mit dem Indie-Film hat der Schauspieler genügend. Unter anderem durch den Kultfilm „Iron Sky“ und durch eine französische Produktion im vergangenen Jahr, „wo ein erst 18-jähriger Filmemacher ganz Erstaunliches zuwege gebracht hat.“ Otto ist also nicht nur der Kommerzfilmer aus Bond-Filmen („Der Morgen stirbt nie“), sondern ein besonders am jungen Filmgeschehen äußerst interessierter Mime und Macher.

Dass Landsberg inzwischen Deutschlands erste Adresse für den unabhängigen Film ist, beweist die Tatsache, dass trotz der erhöhten Anmeldegebühr 320 Filme aus 52 Ländern eingereicht wurden. „Wir waren von der hohen Qualität sehr überrascht“, sagt Bohn. Es sei erstaunlich, wie man trotz geringem Budget solche Werke produzieren könne.

23 der besten Feature- und Dokumentar- sowie 50 Kurzfilme hat die Vorab-Jury ausgewählt. Sie werden unter anderem im Olympia-Kino und Stadttheater dem breiten Publikum gezeigt, wobei heuer erstmals die historische Säulenhalle neben dem Stadttheater vom Cineplex in ein Kino für Kurzfilme umgewandelt wird. Die Halle soll auch als Goin-Lounge und Rückzugsort für Filmemacher und Besucher dienen. Jury-Mitglied Michael Fitz wird am 31. Januar hier mit seinem zweistündigem Soloprogramm auftreten. Übrigens mitgesponsert von den Geschäftsleuten im Vorder- und Hinteranger.

Noch eine wichtige Nachricht verriet Tom Bohn bei der Pressekonferenz. Die Filmemacher werden unter der Leitung von Werner Lauff (KREISBOTE und landsberg.blog) gemeinsam ein Manifest erarbeiten mit Vorschlägen und Forderungen, um dem unabhängigen Film von der Finanzierung bis zur Verbreitung via Kino, Fernsehen oder neuen Medien besser auf die Sprünge zu helfen. Ohne die oft einschränkende Regulative von Redaktionen und Produzenten. Ähnlich wie Peter Schamoni und Edgar Reitz mit dem berühmten „Oberhauser Manifest“ (Kurzfilmtage 1962) will man von Landsberg aus „filmpolitisch“ aktiv werden.

Jürgen Farenholtz, Managing Director des Festivals, gab ebenfalls einen zuversichtlichen Ausblick auf die kommenden filmreichen Tage. Die Werbung auf allen Kanälen laufe auf Hochtouren und auch die „Bergstraßler“ hätten wieder ihre Schaufenster mit den Wettbewerbsfilmen dekoriert. Pünktlich zum Vorverkaufsstart liege das druckfrische, über 100 Seiten starke Programm in allen Abspielstätten, Geschäften und bei den Sponsoren aus.

Dieter Roettig

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