"Gospelmusik ist befreiend!" – Sänger Charles B. Logan über seine Kindheit, Musik und Freiheit

Als der kleine Charles sein erstes Solo vor Publikum sang, war seine Mom nicht begeistert. „Es reicht nicht, so gut zu sein, wie alle anderen. Du musst besser sein“, erklärte sie dem Achtjährigen. Das war 1965, keine einfache Zeit für einen kleinen schwarzen Jungen in New York. Heute zählt der in Landsberg lebende Sänger und Chorleiter Charles B. Logan zu den „Who is Who“ der deutschen Gospelszene und begeistert in ganz Europa die Menschen mit seinen Solo- und Chorkonzerten.

Charles Logan wuchs in New York, in einer international bekannten Musikerfamilie auf und bekam das Gospel Feeling bereits in die Wiege gelegt. Als kleiner Junge hat er es genossen, mit seiner allerliebsten Grandma in der Küche die heiß begehrten Brownies zu backen und dabei inbrünstig den Klassiker „This Little Light of Mine“ zu singen. Musik war und ist überall in seiner Familie gegenwärtig. Seine Mom und sein Dad, seine Geschwister, Cousins und Cousinen kommen immer wieder gerne bei Familienevents zusammen und singen die alten Spirituals, welche sie an lang vergangene und schwere Zeiten erinnern, aber auch stolz machen und ermuntern! Schon früh wusste Charles Logan, was seine Leidenschaft und Berufung ist. Er wollte auf großen internationalen Bühnen seine Message von „Hope and Inspiration“ an die Menschen weitergeben und somit ein Zeichen setzen für seine universelle Energie und Lebensfreude. Nach Deutschland kam er 1986, als er ein Engagement für „Porgy and Bess“ am Theater des Westens in Berlin bekam. Es folgten Rollen wie „John“ aus „Miss Saigon“ in Stuttgart, „Rocky“ aus der „Rocky Horror Show“ und „Jesus“ in „Jesus Christ Superstar“ in Frankfurt an der Oder. 1997 kehrte er mit seiner deutschen Frau Maya in die USA zurück, wo Logan als Filmschauspieler und Musikdozent arbeitet. Zwischen 1998 und 2002 leitete er unter anderem den Florida Multi-Cultural Chor in Fort Lauderdale, sowie diverse High School Chöre. Doch im Zuge der Attentate vom 11. September 2001 und der daraus folgenden politische Entwicklung in den USA entschied sich die Familie, wieder in Deutschland zu leben. In der Lechstadt hat der New Yorker seit einigen Jahren seine neue Heimat gefunden. Eines seiner Hauptanliegen ist es, den Gospel am Leben zu erhalten: „In den Kirchen in Amerika stirbt der Gospel langsam aus und wird durch Playbacks oder Rap ersetzt“, bedauert der Sänger. „Dabei gehen unschätzbare musikalische Schätze verloren.“ Ein großer Verlust, denn „Gospelmusik ist befreiend und ermutigend, und das brauchen die Menschen, gerade heutzutage“, betont Logan. Seine Konzerte sind daher ein Erlebnis für das Publikum, eine Inspirations- und Kraftquelle. Logans großes Ziel ist daher die Gründung einer Gospel Academy. Bis es soweit ist, tragen seine Chöre die Botschaft von Freiheit und Hoffnung weiter: der Münchener Chor „Gospels at Heaven“, das Ensembleprojekt „Universal Gospel Flavour“, der neugegründete Seniorenchor „Sweet Sixties“ und nicht zuletzt „Gospels-N-Joy“ aus Landsberg. „Durch die Musik will ich den Menschen helfen, an ihre Träume zu glauben und sie zu erreichen. Als ich jung war, haben viele bedeutende Leute an mich geglaubt, das will und muss ich weitergeben“, betont Logan. „Gospel berührt jeden, egal welchen Alters und welchen Glaubens, er ist universell.“

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