"Viel diskutiert und nix passiert"

Greifenberg: Traumhochzeit Hardy's & Warmbad muss warten

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Trotz Planungsbremse seitens des Landratsamtes ist die Unternehmer-Familie Klinke optimistisch, dass ihr Erweiterungs- und Hotelbau beim Warmbad bald realisiert werden kann: Reinhard Klinke, Anna, Johannes und Franziska Klinke sowie Architekt Helgo von Meier (von links).

Greifenberg – Der sprichwörtliche Geduldsfaden wird bei Fitnessunternehmer Reinhard Klinke seit Jahren arg strapaziert. Bevor er reißt, wollte Klinke noch einmal öffentlich darlegen, warum er auf eine Entscheidung des Landratsamtes bezüglich seiner Betriebserweiterung einschließlich Hotelneubau beim Warmbad drängt. Im Konferenzraum des Greifenberger „Hardy‘s“ referierte Klinke vor interessierten Bürgern, Kommunalpolitikern und Medien über die „unendliche Geschichte“ seiner Expansionsbemühungen.

Fazit: Er fühlt sich vom Landratsamt im Stich gelassen. Das Kuriose an der Situation sei, dass Gemeinde und Landkreis die Pläne eigentlich für gut befinden, ihn aber bei seinen Synergie-Vorschlägen mit dem neuen Warmbad abblitzen lassen. So könnte sich Klinke vorstellen, das Bad für zehn Millionen Euro für den Landkreis zu betreiben, zahlbar in zwanzig Jahresraten. Damit hätte der Landkreis keine Personal, Verwaltungs- und Renovierungskosten sowie keine jährlichen Betriebsverluste. Dieser Idee erteilte Landrat Thomas Eichinger kurz vor Weihnachten bereits eine klare Absage: „Der Betrieb des künftigen Warmbades ist eine öffentliche Aufgabe und wird von uns wahrgenommen.“

Unabhängig davon sieht Reinhard Klinke eine Synergie mit dem geplanten Parkdeck, das auch den Warmbad-Besucher zur Verfügung steht. Perfekt kann sich Klinke die gekoppelte Benutzung von Warmbad und seinen künftigen Bereichen Sauna, Wellnesspool und öffentlichem Hallenbad vorstellen, wo auch Babyschwimmkurse und Seniorenschwimmen stattfinden könnten. Das geplante Hotel mit öffentlicher Gastronomie schließlich wäre eine lang ersehnte Bereicherung für Greifenberg, wo es derzeit weder eine Wirtschaft noch ein Café gibt. Die Gastronomie wäre täglich von 6 bis 23 Uhr geöffnet, da sie an die Betriebszeiten des Fitness-Studios gekoppelt werde. Juniorchefin Anna Klinke erläuterte, dass das Hotel mit 70 Zimmern mit guter Ausstattung, aber „ohne Schnickschnack“, zu zivilen Preisen geplant sei. Sogar eine Tiefgarage und eine eigene Zufahrt für Hotelgäste und Lieferanten sei vorgesehen.

Konkrete Detailplanungen können laut Architekt Helgo von Meier erst erfolgen, wenn die Grundstücksproblematik geklärt ist. Denn der Grund des jetzigen Studios gehört dem Landkreis Landsberg und wurde über Erbpacht dem Unternehmen überlassen. Auch das Grundstück für die Erweiterungen gehört dem Landkreis. Reinhard Klinke würde es gerne ebenfalls in Erbpacht übernehmen oder auch kaufen. Aber er kommt beim Landratsamt nicht weiter. Pressesprecher Müller: „Ab einer bestimmten Realisierungsphase des Warmbades wird sich der Landkreis Gedanken machen, ob für das Bad nicht benötigte Teilflächen des Grundstückes an Dritte überlassen werden.“

Dazu Reinhard Klinke: „Es ist ein Drama, wenn man als Unternehmen ortsgebunden ist. Ich möchte endlich eine klare Ansage vom Landrat.“ Klinke forderte ein „Ja oder Nein“, um sich eventuell auch andere Gedanken zu machen. Schließlich reichen seine Expansionspläne bis ins Jahr 2010 zurück. Seit dem Jahr 2013 betreut Architekt Helgo von Meier das Projekt. Seitdem wurde in Gemeinde und Landkreis „viel diskutiert, geplant und trotzdem ist nix passiert.“ Man könne nicht mal mit den Bodenanalysen beginnen, ob der Grund für den geplanten Komplex überhaupt geeignet sei.

Jetzt, wo der Kreistag den Neubau des Warmbades endgültig abgesegnet hat und heuer noch gebaut werden soll, möchte Reinhard Klinke endlich auch ein klares Signal vom Landrat bekommen. Leider habe man nicht die Größe einer Firma Tesla, die in Brandenburg quasi über Nacht Grundstück und alle Pläne genehmigt bekam. Aber immerhin beschäftigt die „Hardy‘s Freizeit Sport & Event GmbH“ allein in Greifenberg 67 Mitarbeiter. Mit der Erweiterung würden rund 50 weitere Arbeitsplätze geschaffen. Und mit den bereits im Betrieb tätigen Klinke-Kindern Anna, Franziska und Johannes sei die Fortführung als erfolgreiches Familienunternehmen gewährleistet.

1987 eröffnete Reinhard Klinke in Schondorf mit „Bodyfit“ sein erstes Studio. In der 3.000-Seelen-Gemeinde räumte man ihm wenig Erfolgschancen ein. Trotzdem stieg die Mitgliederzahl auf 800 und der Platz wurde zu klein. So baute man in Greifenberg direkt beim Warmbad auf 3.000 Quadratmetern ein neues Studio, das mittlerweile 3.500 Mitglieder zählt. Derzeit betreibt die Unternehmer-Familie weitere Fitness-Studios in Landsberg und Fürstenfeldbruck. In Starnberg entsteht gerade ein neues Studio.
Dieter Roettig

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