"Wir profitieren alle"

Aus für Wildschweinschäden

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Um die Schäden von Wildschweinen zu beseitigen, schafft die Gemeinde Fuchstal nun einen „Wiesenhobel“ an.

Fuchstal – „Wiesenhobel“ wird ein spezielles Anbaugerät für Schlepper genannt, mit dem Landwirte auf Wiesen und Äckern Schaden maschinell beseitigen können, den Wildschweine verursachen. Die Gemeinde Fuchstal hat sich nun dazu entschlossen, so einen „Planiermeister“, wie das Gerät in der Landtechnik umgangssprachlich heißt, anzuschaffen. Kostenpunkt: 20.500 Euro. Dass eine Kommune so eine Investition übernimmt, ist bislang in weitem Umkreis noch die Ausnahme.

Die Nachfrage für dieses Anbaugerät ist riesig. „Wir sind momentan ausverkauft“, bekundet auf Anfrage des KREISBOTEN eine Mitarbeiterin der Firma Clemens aus Wittlich in Rheinland-Pfalz, die so genannte Wiesenhobel verkauft. In Fuchstal wird die Maschine, die knapp eine Tonne schwer ist, oben einen Aufsatz zum Säen und unten eine Fräse mit Messern hat, über das örtliche Landtechnik-Geschäft Happach bezogen.

„So, Freunde der Jagd“, rief Bürgermeister Erwin Karg den 16 Räten und den Zuhörern von den Jagdgenossenschaften zu, bevor auf der letzten Sitzung über die Beschaffung beraten und entschieden worden ist. 14 Räte und der Bürgermeister waren dafür, dass die Gemeinde diese Investition übernimmt, zwei waren dagegen.

Rathauschef Erwin Karg stellte sich hinter die örtlichen Jagdgenossenschaften, die den Kauf eines solchen Bodenbearbeitungsgerätes durch die Gemeinde beantragt hatten. Das Schwarzwild weise eine starke Population auf und verwüste regelmäßig Wiesenflächen. Mit dem „Planiermeister“ könnten Grünlandschäden unkompliziert und mit „tragbarem Aufwand“ beseitigt werden, kommentierte der Bürgermeister.

Die Folge davon sei, dass die Jagdgenossenschaften nicht so viel Geld zur Begleichung der Schwarzwildschäden aufzuwenden brauchen. Dadurch verbleibe ein höherer Ertrag, der in den Wegebau investiert werden könne. Freilich appellierte Karg auch an die Jäger: Sie dürften auch nach Anschaffung eines solchen Wiesenhobels im Revier das Schwarzwild „nicht vernachlässigen“.

Es gab auch kritische Stimmen, dass die Gemeinde so eine Investition komplett übernimmt und nicht von den Jagdgenossenschaften bezahlt wird. Die kamen von Heinz Nehrenheim und Franziska Welz. Nehrenheim erinnerte an die „Gleichbehandlung unter den Fuchstaler Vereinen und Verbänden. Für Blaskapellen übernehme man schließlich auch keine Instrumente.

Josef Weber meinte hingegen: „Wir profitieren alle.“ Wenn die Jagdgenossenschaften mehr Geld für Wegebau übrig hätten, käme das vielen zugute: Landwirten, Radfahrern und Spaziergängern. Auch Werner Schmid gab das Engagement für den Wegebau zu bedenken. Im letzten Jahr haben die Jagdgenossen aus den Revieren in Leeder und Asch laut Bürgermeister Karg dafür 9.500 Euro bereitgestellt.

Zweiter Bürgermeister Martin Brennauer, ebenso wie Werner Schmid Landwirt, sprach noch einen weiteren Aspekt an. Der größte Jagdgenosse sei immerhin die Gemeinde Fuchstal. Wenn der „Planiermeister“ gekauft ist, soll er vorerst nur an Jagdgenossen innerhalb der eigenen Gemeinde ausgegeben werden, hieß es in der Sitzung. Ob das Gerät auch an Landwirte in anderen Gemeinden ausgeliehen werde, sei eine Frage, die nach ersten Erfahrungen im praktischen Einsatz beantwortet werden könne.

Johannes Jais

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