Größtmögliche Beteiligung

Der Autoverkehr soll beim Hauptplatzumbau nach Entwurf 2 in den Hintergund rücken. Visualisierung: maila-push

Hier der Wahlaufruf des Oberbürgermeisters und dort das Positionspapier des Verkehrsvereins für eine „Erweiterung der Fußgängerzone“, da die Resolution der FDP für den „Umbau mit Augenmaß“: Endspurt im Buhlen um die Gunst der Wahlbe­rechtigten. Gut 20800 dürfen am kommenden Sonntag im zweifachen Bürgerentscheid darüber befinden, wie und wann der Hauptplatz umgebaut werden soll.

Nicht zum ersten Mal dürfen die Lechstädter bei einem zweifachen Bürgerentscheid drei Kreuze setzen – aktuell beim Bürgerentscheid 1 „ProHauptplatz“, beim Bürgerentscheid 2 „Erweiterung der Fußgängerzone“ und schließlich bei der Stichfrage. Letztere ist in einer Pattsituation das Zünglein an der Waage. Das wäre der Fall, wenn beide Bürgerentscheide mehrheitlich mit „Ja“ beantwortet würden und jeweils auch das Quorum von 20 Prozent, also um die 4160, erfüllt wäre. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet, gegen 19 Uhr dürfte das Ergebnis vorliegen. Am Sonntag appellierte OB Ingo Lehmann (SPD) noch einmal an alle Bürger Landsbergs, zur Abstimmung zu gehen. Und bittet sie eindringlich, für den Bürgerentscheid 2 zu votieren. „Wir wollen in Landsberg doch wirklich nicht auf dem Stand von vor 40 Jahren und länger zurückstehen bleiben.“ Etwas zurückgeben Ähnlich äußerte sich am Donnerstag auf einer Bürgerinformation im Sportzentrum der Wiener Verkehrsplaner Prof. Dr. Hermann Knoflacher: „Sie geben der Stadt zurück, was sie Jahrhunderte lang hatte: die Straße auf der Ostseite des Platzes.“ Er bekäme seine historische Funktion als Marktplatz zurück, ergänzte Stadtheimatpfle­ger Dr. Werner Fees-Buchecker. Für den Umbau des Hauptplatzes mit Erweiterung der Fußgängerzone spricht sich ebenso der Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins aus. „Damit sehen wir unsere Ziele erfüllt“, so Vorsitzender Hans-Jürgen Schulmeister in einem Positionspapier des Vereins. Ein Umdenken habe stattgefunden, weiß Schulmeister, der neue Hauptplatz sei der „entscheidende Schritt in die Zukunft einer bürger- und fußgängerfreundlichen Altstadt“. Mehr Verkehr? Eben in dieser neuen Altstadt wird es später „wesentlich mehr Verkehr geben als heute“, ließ Prof. Knoflacher die rund 100 Zuhörer im Sportzentrum aufschrecken, „weil auch Fußgänger zum Verkehr gehören.“ An der Reduzierung des fließenden Autoverkehr indes werde sich „relativ wenig ändern“. Immerhin, ergänzte OB Lehmann, ließen sich durch die Sperrung der Salzgasse und die Wegnahme der Stichstraße zur Sparkasse etwa 3200 der 16000 Fahrzeugbewegungen zurückdrängen. Dem FDP-Ortsverband geht das nicht weit genug. Weil der aktuelle Entwurf „in keiner Weise die Anforderungen an den heutigen und zukünftigen Verkehr“ berücksichtige, sei man für einen „Umbau mit Augenmaß“, so die Resolution. Norbert Köhler, Vorstand der Stadtwerke Landsberg, hat mit den maroden Wasser- und Abwasserleitungen ein Problem, das er so nicht mehr stehen lassen könne. „Im nächsten Jahr werden wir den Hauptplatz in Angriff nehmen – ob er nun umgebaut wird oder nicht“, sagte er den Zuhörern beim Informationsabend. Bei einer Bauzeit von 41 Wochen seien 1,3 Millionen Euro für die Sanierung ver­anschlagt. Und 530000 Euro davon entfallen allein „fürs Auf- und Zumachen“. Die Leitungen zu erneuern ohne einen Mehrwert für den Hauptplatz selbst zu bekommen sei „blanker Wahnsinn“.

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