Großbaustelle JVA Landsberg

Eines der drei bayerischen Gefängnisse in panoptischer Bauweise – die Justizvollzugsanstalt Landsberg. Vom ersten Stock des Mittelbaus aus kann der diensthabende „Zentralist“ die Gänge aller drei Geschosse einsehen. Foto: JVA

Vom Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags im Juli 2011 akzeptiert, im vierten Quartal 2012 begonnen, abgeschlossen voraussichtlich Ende 2020 – so liest sich momentan der Fahrplan für die Großbaustelle Justizvollzugsanstalt Landsberg. Knapp 22 Millionen Euro werden in acht Jahren in die denkmalgeschützte Anlage fließen. Danach wird es am Hindenburgring eine sanierte Kanalisation, einen neuen Innenzaun, in Teilen neue Anstaltsmauern, eine verbesserte Fassadenüberwachung und eine neue Elektroverteilung geben. Brandschutzmaßnamen bilden ei- nen zentralen Bereich der Baumaßnahmen. Ebenfalls auf der Sanierungsliste: das Spital.

„Der Strafvollzug ist Ländersache,“ sagt Monika Groß, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Landsberg; und so ist es auch der Freistaat Bayern, der die Ende diese Jahres in der JVA begonnenen Sanierungsmaßnahmen mit einem geschätzten Bauvolumen von knapp 22 Millionen Euro bezahlen wird. Den Löwenanteil des Etats werden die Posten Brandschutz, mit 5,720 Million Euro, und Errichtung einer Mauer mit Fahrzeugschleuse, mit 6,174 Millionen Baukosten, verschlingen. Mit geschätzten 3,189 Millionen Euro wird die Kanalsanierung zu Buche schlagen. 2,278 Millionen Euro sind für einen neuen Innenzaun veranschlagt, 1,285 Millionen für die Erneuerung der Stromversorgung. Für ein verbessertes System zur Fassadenüberwachung sind 1,034 Millionen Euro zu berappen. Der Umbau und die Sanierung des Spitals schließlich wird 1,550 Millionen Euro kosten. Bei diesen Zahlen handelt es sich um eine Schätzung des Bauamtes. „Denn noch ist die Ausführungsplanung nicht abgeschlossen.“ Darauf weist Groß hin; man warte noch auf die Ergebnisse der Detailplanung des Architekturbüros, das vom Bauamt mit der Gesamtplanung beauftragt wurde. Auch der Baufortschritt selbst werde hier wohl „noch weitere Erkenntnisse“ liefern. Wenig ändern wird sich für die „Hausbewohner“. Immerhin: Ein neuer Anstrich ist für sie drin – brandhemmend, im Zuge der Brandschutzmaßnahmen. Ein Teil der Gefangenen wird während der Sanierungsphase wohl in andere Vollzugsanstalten verlegt werden, ein anderer Teil mit unangenehmen Aufgaben betraut sein; das sind die sogenannten „Hausarbeiter“. Ein bestimmtes Kontingent seiner Gefangenen darf jede Anstalt für diesen Arbeitsbereich heranziehen. Den Luxus eigenen Putzpersonals leistet man sich hier „selbstverständlich nicht.“ In den nächsten Jahren wird Baustellendreck ihr ständiger Begleiter sein und die Feinstäube sie gelegentlich wohl noch bis in ihre Träume hinein verfolgen. „In weiter Ferne“, im Teil 3, der Gesamtbauplanung, stehen bereits zwei weitere Projekte: Vermutlich wird „irgendwann“ eine neue Werkhalle und ein neues Besuchergebäude gebaut. Bis dahin wird sich der Staub der anstehenden Sanierungsarbeiten allerdings längst gelegt haben.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"

Kommentare