Große Brocken reißen große Lücke

Der Haushaltsentwurf der Gemeinde Utting ist nicht ausgeglichen. Allein Beleuchtung und Brandschutz für die Schule schlagen mit 206000 Euro zu Buche. Foto: Nagl

Die Gemeinde Utting ist heuer mit Sanierungsarbeiten so stark gefordert, dass der Haushalt keinen Spielraum für nennenswerte In­vesti­tionen lässt. Um eine Lücke von drei Millionen Euro zu schließen, müssen stattdessen Rücklagen und Haushaltsreste von 1,7 Millionen aufgebraucht und neue Kredite für 900000 Euro aufgenommen werden. Zudem sollen 660000 Euro aus dem Vermögenshaushalt dazu dienen, die laufenden Kosten im Verwaltungshaushalt zu decken.

Bei der Vorberatung des Etats führte Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) die Volksschule mit 935000 Euro, die Kinderbetreuung mit mehr als 800000 Euro und die 1,87 Millionen für die Kreisumlage als „die größten Brocken“ auf der Ausgabenliste auf. Hinzu kommen 410000 Euro, die Utting für den Bau von zwei Retentionsbecken zum Hochwasserschutz ausgeben muss. Die für den Erwerb des Bahnhofs einkalkulierten 108000 Euro sollen mit Grundstücksverkäufen (204000 Euro) kompensiert werden Vor allem aber ist die prekäre Lage einer Serie dringender Reparatur- und Modernisierungsarbeiten zu verdanken. Am Holzhauser Kinderhaus wird der Austausch des mit Müll belasteten Bodens etwa 160000 Euro kosten – Zuschüsse seien nicht zu erwarten. Seit einigen Wochen ist auch bekannt, dass sich die Sanierung der seit 1992 baufälligen Brücke im Gries nicht länger aufschieben lässt und das Dach der TSV-Sporthalle repariert werden muss: 120000 Euro muss die Gemeinde für die Instandsetzung aufbringen. Hinzu kommen die Kosten für eine der Energiesparverordnung entsprechende Wärmedämmung. Um den Etat zu entlasten, soll der TSV Utting die Arbeiten mit Krediten finanzieren; Zinsen und Tilgung stottert die Kommune ab. Die neueste Hiobsbotschaft: Für Beleuchtung und Brandschutz in der Schule werden insgesamt 585000 Euro benötigt, heuer allein 206000 Euro. Wie schon im Finanzausschuss mühte sich der Gemeinderat stundenlang, um im 380 Seiten umfassenden Etatentwurf Einsparmöglichkeiten zu finden. Man machte sich Gedanken, wie mittelfristig die Einnahmen der Gemeinde verbessert werden könnten: Karl Sauter (CSU) bat um einen Kostenvergleich der beiden Kindergärten. Peter Noll (GAL) fügte an, im Vergleich zu Münchener Betreuungseinrichtungen sei Utting viel günstiger, man müsse langfristig die Elternbeiträge nach Einkommen staffeln. Die Verwaltung soll dazu Vorschläge erarbeiten. Noll sprach auch Mieterhöhungen für die gemeindeeigenen Wohnungen an: Um die Kosten für die Sanierung der Häuser in der Kellersgartenstraße wenigsten in 30 Jahren wieder herein zu bekommen, müsste man die Durchschnittsmiete von 3,30 Euro pro Quadratmeter um mehr als 50 Prozent anheben. In einer Sonder­- sitzung sollte der Bauausschuss über eine Sozialstaffelung beraten, fand auch Renate Standfest (GAL): „Nicht alle 54 Wohnungen sind an Bedürftige vergeben“. Vor diesem Kontext hatte ein Antrag auf weitere Sanierung der Gemeindehäuser kaum Chancen: Helmut Schiller (SPD) fand nur zwei Unterstützer, die dafür heuer 200000 Euro bereitstellen wollten. Der Haushalt soll voraussichtlich am 28. April beschlossen werden.

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