Große Stimmen ganz intim – "Primadonna mal zwei" im Alten Bibliothekssaal

Große Opernstimmen ganz intim unter dem Motto „Primadonna mal zwei“ hat das zweite Konzert in der Reihe „Kammermusik im Bibliothekssaal“ des Agrarbildungszentrums am Samstag präsentiert. Mit der puertoricanischen Sopranistin Elaine Ortiz-Arandes und der Münchner Mezzosopranistin Rita Kapfhammer, begleitet von der Pianistin Anke Schwabe, stellten sich international renommierte Künstlerinnen dem fachkundigen Landsberger Publikum vor.

Südamerikanisches Temperament und charmantes Understatement ergänzten sich nicht nur, sondern mündeten in insgesamt 17 Duetten in unbändiger Freude, Leidenschaft und in einem einzigartigen Klangerlebnis. Zudem brillierten die beiden Sängerinnen mit etlichen Solos. Sie hatten keine ihrer großen Opernarien, etwa aus La Traviata, La Bohéme, der Zauberflöte oder der Hochzeit des Figaro oder Parts aus Bach- und Beethoven-Oratorien ausgewählt, sondern ausschließlich Kammermusik – und die wirklich vom Feinsten. Es erklangen Lieder von Henry Purcell aus dem 17. Jahrhundert, Balladen von Benjamin Britten aus dem Jahr 1937, Lieder der französischen Komponisten Kamille Saint-Saëns, dem Schöpfer des berühmten „Karneval der Tiere“, Jules Massenet, dem bedeutendsten französischen Opernkomponisten im ausgehenden 19. Jahrhundert, ebenso wie Kompositionen des wenig bekannten Gabriel Fauré und von Hector Berlioz, dem Klassiker. Natürlich fehlten Vokalwerke der bedeutenden deutschen Romantiker Mendelssohn Bartholdy, Schumann und Brahms nicht. Elaine Ortiz-Arandes brachte solo Lieder von Jesús Guridi, dem wichtigsten baskischen Komponisten bis Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts und von Enrique Granados, dem katalanischen Pianisten und Komponisten, Tona­- dillas, eine traditionelle spanische Liedform mit satirischem, volkstümlichem Inhalt, zur Aufführung. Rita Kapfhammer setzte solo unter anderem auf Kompositionen von Clara Schumann mit Texten nach entzückend schönen Liebesgedichten von Friedrich Rückert und Traurigen von Heinrich Heine. Von den Duetten der beiden Primadonnen vom Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz seien die Brahmslieder „Die Boten der Liebe“, op. 61 Nr. 4, „Klosterfräulein“, op. 61 Nr. 2, und „Walpurgisnacht“, op. 75 Nr. 4, hevorgehoben. Nach „Liebe Mutter, dein Bett war leer in der Nacht. – Deine Mutter hat oben auf dem Blocksberg gewacht" wurde eine kurze Pause eingelegt, um den Zuhörern vor Berlioz nochmals eine Pause zu gönnen. Mit Anke Schwabe, seit 1996 Solorepetitorin am Gärtner­platz­theater, war die ideale Klavierbegleitung gefunden. Sie brachte ihr besonderes Interesse für Liedbegleitung und Kammermusik sowohl mit Zurückhaltung im Spiel als auch mit Präsenz voll zum Ausdruck. Mit zwei Zugaben bedankten sich die Künstlerinnen für den lang anhaltenden Applaus. In die Winterpause Jetzt ist für die Kammermusik in der Alten Bibliothek erst mal Winter- und Faschingspause. Weiter geht es erst am 28. Februar mit dem ersten von drei Arnold Schönberg gewidmeten Konzerten. Zur Aufführung kommt „Verklärte Nacht“ für Streichsextett, op. 4. Schönberg schrieb diese Musik als 25-Jähriger nach dem Gedicht von Richard Dehmel „Zwei Menschen gehen durch kahlen, kalten Hain“. Zudem wird das Streichsextett B-Dur, op. 18, von Johannes Brahms, den Schönberg sehr verehrte, erklingen.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Kaltenbergs "letzter Ritter"
Kaltenbergs "letzter Ritter"

Kommentare