Die Idee lebt weiter

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Derzeit befindet sich die Sudbury Schule in Ludenhausen im Winterschlaf: Seit diesem Schuljahr ruht der Betrieb.

Reichling – Im Hof halten ein paar Kinderfahrräder unter einer Schneedecke ihren Winterschlaf und am Eingang hängt ein Schild, das darüber aufklärt, dass „derzeit kein Schulbetrieb stattfindet“. Statt tobender Kinder in der Pause oder dem üblichen Geräuschen beim Unterricht herrscht an den Vormittagen unter der Woche an der Sudbury Schule Ammersee im Reichlinger Ortsteil Ludenhausen völlige Stille.Der Betrieb der ersten demokratischen Schule Bayerns, wie sie sich selbst nennt, ruht seit diesem Schuljahr, da die Regierung von Oberbayern die zweijährige Probephase des Pilotprojekt der Privatschule nicht verlängerte.

„Weil das Erreichen der Bildungsstandards nicht nachgewiesen werden konnte“, so die offizielle Begründung. Ganz gestorben ist die Sudbury-Idee in der Lechrain-Gemeinde deshalb aber nicht, das zeigte sich bei der letzten Gemeinderatssitzung, als Alexander Wiedemann vom Vorstand des Vereins „Sudbury München e.V“. den aktuellen Stand erläuterte. „Wir haben das Verwaltungsgericht eingeschaltet, aber noch warten wir auf eine Entscheidung“, erklärte Wiedemann, nachdem die Schule einen Bußgeldbescheid über 10.000 Euro erhielt, sofern sie den Schulbetrieb fortführen würde.

„Aus der ganzen Welt haben wir Unterstützung erhalten, deshalb sind wir nach wie vor zuversichtlich“, will sich Wiedemann und seine Mitstreiter nicht mit dem Ende des alternativen Schulmodells in Oberbayern abfinden, dass sich am Konzept der „Sudbury Valley School“, die 1968 in Framingham im US Bundesstaat Massachusetts gegründet wurde, orientiert. „Wir versuchen uns gegenseitig zu stärken und kommen auch dreimal die Woche am Nachmittag zu einem Freizeittreff zusammen“, führte Wiedemann aus, der sich gleichzeitig auch für die Spenden und Unterstützung bedankte.

Auch die Gemeinde Reichling steht nach wie vor hinter dem Verein, wie Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler betonte. „Wir sind sehr stolz auf die bayernweit erste Sudbury-Schule in unserem Ort“, erklärte die Rathauschefin. „Ich persönlich finde es ganz toll, wenn es Vielfältigkeit in der Schullandschaft gibt“, sicherte Horner-Spindler den anwesenden Vertretern des Sudbury-Vereins auch weiterhin ihre Solidarität zu. „All dies gibt uns Mut und Zuversicht. Zu wissen, dass so viele Menschen an unserer Seite sind und fest an die Sudbury Schule Ammersee glauben, stärkt uns den Rücken“, verkündet der Verein auch auf seiner Homepage. Die Zuversicht, dass die Fahrräder und auch die Schule wieder aus dem Winterschlaf erwacht, ist also nach wie vor da.

Roland Halmel

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