Großer Preis für große Arbeiten – Josef Lang erhält großen Kulturpreis

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ANDREA PETER, Landsberg – Die Größe fasziniert ihn. Der Bildhauer Josef Lang aus Denklingen arbeitet aus meterhohen Eichenstämmen menschliche Figuren heraus. Als Werkzeuge benutzt er, ebenfalls Großes: Gabelstapler und Motorsäge. Doch wirken Langs Riesen nicht distanziert, sondern sind menschlich. Sie be- rühren. Ihre Bühne ist dabei nicht das Museum, sondern der öffentliche Raum. Mittlerweile kommt man an vielen Orten ganz Deutschlands mit ihnen in Kontakt. Die Stadt Landsberg hat den 62-Jährigen nun für seine Arbeit gewürdigt und ihm den Hubert-von-Herkomer-Preis, den großen Kulturpreis, verliehen. Mit Gong ging es am Samstagabend zur Preisverleihung, denn ihr Schauplatz war das Stadttheater. Schließlich war es die Kunst und zwar die Bildende, die Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Laudator Burkhard würdigten. Für musikalischen Kunstgenuss sorgten Friedrich Landmann am Sopransaxophon und Julio Miron am Klavier. „Sogar in einer Kantine in Riem sind wir ihren beeindruckenden Skulpturen begegnet“, richtete sich Lehmann, der den Herkomer-Preis zum siebten Mal seit 1991 verlieh, an Josef Lang. Mit der ersten Preisträgerin, der Schriftstellerin, Luise Rinser, seien hohe Maßstäbe gesetzt worden. Ob diese auch weiter durchzuhalten sind, sei damals die Frage gewesen, so Lehmann und bejahte diese einstige Frage. Er betonte die Verbundenheit des Künstlers zur Region durch den Werkstoff Holz und die Bedeutung der Bildhauerei: „Der Bildhauer Gott knetet die ersten Menschen.“ Seit 1986 lebt und arbeitet Josef Lang, der aus Bad Tölz stammt, in Denklingen und hat den Landkreis durch sein Kunstschaffen geprägt: mit Skulpturen zum Beispiel beim Neuen Stadttheater oder an der Isidor-Hipper-Halle und Ausstellungen im Neuen Stadtmuseum und im Theaterfoyer. Aber auch durch sein Engagement bei Kunstkursen im Treibhaus, im Verein für zeitgenössische Kunst in Landsberg oder bei den Landsberger Kunsttagen. Verheiratet ist Lang mit der Künstlerin Cornelia Rapp. Bevorzugt Eiche Groß müssen seine Figuren sein, damit sie eine Verbindung eingehen können zu der Architektur um sie herum, erklärt er. Doch nicht nur das Große reizt den 62-Jährigen, sondern auch die Materialien Holz, Bronze und Marmor. Vor seinem Studium der Bildhauerei hat er Steinmetz gelernt. Beim Holz bevorzugt Lang die Eiche, weil diese am widerstandsfähigsten ist. Mit rauen Oberflächen schafft er es zudem, dass seine Holzskulpturen menschlich, verletzlich wirken. Beeindruckt haben seine Arbeiten so, dass auch der Bayerische Rundfunk auf den Bildhauer aus Denklingen aufmerksam wurde und ein Porträt von ihm unter dem Titel „Atelierbesuche“ drehte. Indem die Bühne des Stadttheaters kurzerhand zur großen Leinwand umfunktioniert wurde, konnte auch das Publikum diesen Atelierbesuch aus dem Jahre 2000 mitverfolgen, der den Entstehungsprozess einer Holzskulptur dokumentiert. „Ich wusste, dass Du der richtige bist!“, lobte Lang seinem Laudator Burkhard Hirschhäuser, der ihn als Redakteur für die Filmreihe besucht hatte. Mit dem Herkomer-Preis hat die Jury aus Oberbürgermeister Lehmann, Kulturreferentin Sigrid Knollmüller und Museumsleiterin Dr. Margarete Meggle-Freund und drei weiteren Per- sonen zum ersten Mal einen renommierten Bildhauer erwählt. Der Stadtrat hat die Entscheidung einstimmig unterstützt. Lang selbst nennt diese Auszeichnung auch etwas ganz Besonders. Zudem sagt er: „Ich sehe ihn als große Ehre und Auf- trag, das fortzuführen, was geschehen.“ Und ergänzt: „Das heißt, sich einzumischen.“ Mit dem Preis verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 7000 Euro und eine Ausstellung in der Stadt. „Ich möchte die Stadt bespielen“, gibt Lang schon jetzt einen Ausblick. Zu erwarten ist so etwa die Begegnung mit seinen Skulpturen auf einem Rundgang durch Landsberg, beginnend beim Neuen Stadtmuseum.

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