Herkomer-Konkurrenz 2018

Mit dem "Kuhschwanz" auf den roten Teppich

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Mit dem „Kuhschwanz“ genannten Lenkhebel bugsierte Andreas Melkus das älteste Fahrzeug der Herkomer-Konkurrenz beim Zieleinlauf auf die Hauptplatz-Rampe.
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Reibungslos verlief die diesjährige Herkomer-Konkurrenz mit über 50 Veteranen aus den Baujahren 1902 bis 1930. Zieleinlauf und Finale fand vor begeisterten Publikum auf dem Landsberger Hauptplatz statt.
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Reibungslos verlief die diesjährige Herkomer-Konkurrenz mit über 50 Veteranen aus den Baujahren 1902 bis 1930. Zieleinlauf und Finale fand vor begeisterten Publikum auf dem Landsberger Hauptplatz statt.
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Reibungslos verlief die diesjährige Herkomer-Konkurrenz mit über 50 Veteranen aus den Baujahren 1902 bis 1930. Zieleinlauf und Finale fand vor begeisterten Publikum auf dem Landsberger Hauptplatz statt.
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Reibungslos verlief die diesjährige Herkomer-Konkurrenz mit über 50 Veteranen aus den Baujahren 1902 bis 1930. Zieleinlauf und Finale fand vor begeisterten Publikum auf dem Landsberger Hauptplatz statt.
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Reibungslos verlief die diesjährige Herkomer-Konkurrenz mit über 50 Veteranen aus den Baujahren 1902 bis 1930. Zieleinlauf und Finale fand vor begeisterten Publikum auf dem Landsberger Hauptplatz statt.
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Reibungslos verlief die diesjährige Herkomer-Konkurrenz mit über 50 Veteranen aus den Baujahren 1902 bis 1930. Zieleinlauf und Finale fand vor begeisterten Publikum auf dem Landsberger Hauptplatz statt.
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Reibungslos verlief die diesjährige Herkomer-Konkurrenz mit über 50 Veteranen aus den Baujahren 1902 bis 1930. Zieleinlauf und Finale fand vor begeisterten Publikum auf dem Landsberger Hauptplatz statt.

Landsberg – Mit nur 30 Jahren auf dem Buckel beziehungsweise Kühler gilt ein Auto bereits offiziell als Oldtimer. Darüber können die Teilnehmer der Herkomer-Konkurrenz nur müde lächeln. Ihre Klassiker waren bei der aktuellen Zwei-Tages-Tour greisenhafte 88 bis 116 Jahre alt – immer noch fahrbereit und top in Schuss. Die liebevoll bis ins letzte Detail restaurierten Veteranen zeigten sich zum Abschluss der 260 Kilometer langen Fahrt auf dem Landsberger Hauptplatz und wurden von rund tausend Fans mit viel Beifall begrüßt.

Als erstes fuhr der mit der Nummer 17 gestartete Cadillac M 51 aus dem Baujahr 1915 auf die mit einem roten Teppich ausgelegte 18 Meter lange Präsentationsrampe. Nach einem Ständchen der Stadtkapelle Landsberg wurde Besitzer und Fahrer Christian Bender vom Moderatoren-Team Heike Eisele und Michael Kemény über Tour und Fahrzeugdaten interviewt. Der Erste auf der Rampe war übrigens nicht automatisch der Gewinner der Konkurrenz. Der Sieg und damit der Wander­pokal gingen an Christina und Stefan Lochbühler in ihrem Bedford Buick Model 15/18 h. p. aus dem Jahr 1908.

In den Pausen bis zum Eintreffen der weiteren Veteranen wurden die Zuschauer über die Geschichte der Herkomer-Konkurrenz aufgeklärt. Als lebendiges Lexikon erwies sich hier der renommierte Motorsportjournalist Ulf von Malberg, dem die Wiederbelebung der Herkomer-Konkurrenz in Landsberg vor gut 20 Jahren zu verdanken ist. Dazu gratulierte ihm der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling, der die letzte Etappe in einem General Motors Australie Chevrolet 6 mitgefahren war. Nach einer Ehrenrunde platzierten sich die Veteranen auf dem Hauptplatz rund um den Marienbrunnen. Zur Freude der Fans, die Klassiker hautnah bestaunen, fotografieren und die Fahrer ausfragen konnten.

Zwei Autos standen dabei besonders im Mittelpunkt des Interesses. Einmal das historische Elektroauto aus dem Jahr 1913, das dem Landsberger Hermann Redl gehört. Der Detroit Electric war eine Automarke, die von der Anderson Electric Car Company in Detroit/Michigan produziert wurde. Die Firma verwendete als erste gebogenes Glas für die Windschutzscheibe, damals ein teures Verfahren. Die Reichweite mit einer Batterieladung betrug bis zu 340 Kilometern. Das Auto, in Landsberg mit Startnummer 12 dabei, lieferte übrigens die Vorlage für Donald Ducks Großmutter Dorette Duck in den Comics von Walt Disney.

Vorsichtig auf die Rampe

Der andere Hingucker war das Oldsmobile Curved Dash Typ R aus dem Baujahr 1902. Besitzer und Fahrer Andreas Melkus aus Österreich wurde mit besonders viel Beifall bedacht, weil er den Wagen geschickt mit dem „Kuhschwanz“ auf die Rampe lenkte. So nannte man den Lenkhebel, der damals anstatt eines Lenkrades für Bewegung sorgte. Der Wagen der Firma Olds Motor Works aus Lansing/USA mit fünf PS und einem Zylinder war zwischen 1901 und 1904 das meistverkaufte Auto der Welt. Trotzdem gibt es heute nur noch ganz wenige intakte Exemplare.

Der Historische Betreuungswagen des ADAC sowie der Pannen­dienst Kemény und die Elektro-Begleitfahrzeuge der Autohäuser Jäckle, Huttner, Medele-Schäfer, Sangl und Schaller hatten wenig mit Ausfällen zu tun, allerdings mit ein paar Alterszipperlein, die Kemény-Mitarbeiter Frank Böhm aber über Nacht beheben konnte. Totalausfälle gab es nur beim schnuckelingen BMW-Dixie Cabrio (1929) und beim „grünen Krokodil“ Clement Bayard (1912).

Vor dem Zieleinlauf hatten die Teilnehmer des „rollenden Automobil-Museums“ (Zitat ADAC) nicht nur ein straffes Touren- und Wertungsprogramm zu absolvieren. Es gab auch gesellschaftliche Highlights: der Empfang von Oberbürgermeister Mathias Neuner etwa, ein Besuch bei Fürstin Fugger von Glött in Kirchheim, ein Mittagessen mit Pater Valentin im Kloster Andechs oder eine exklusive Visite im Raistinger Radom.

Die legendäre Herkomer-Konkurrenz wurde 1903 initiiert vom Landsberger Ehrenbürger Sir Hubert von Herkomer (1849 bis 1914). Der Künstler, der durch seine Porträtmalerei Weltruhm erlangt hatte, war so begeistert vom neuen Fortbewegungsmittel Automobil, dass er zwischen 1905 und 1907 zusammen mit dem Bayerischen Automobilclub die erste Tourenwagen-Rallye der Welt organisierte. Damit wollte er Ausdauer und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge unter Beweis stellen. Wer mehr über Sir Herkomer erfahren möchte, dem sei ein Besuch des Herkomer-Museums in der Von-Kühlmann-Straße 2 beim Mutterturm empfohlen.

In zwei Jahren wieder

Der Termin für die nächste Herkomer-Konkurrenz steht übrigens auch schon fest. Vom 9. bis 11. Juli 2020 wird die Stadt Landsberg wieder zum Mekka der Oldtimer- und Veteranen-Liebhaber.

Dieter Roettig

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