Großes Waffenlager in kleinem Dorf – Polizei verhaftet 54-jährigen Walleshausener und dessen Sohn (25)

Ein umfangreiches Waffen- und Sprengstofflager haben Kripo und Spezialeinsatz­kräfte der Polizei am Donnerstagabend im Anwesen eines Elektroinstallateurs aus Walleshausen sicher­gestellt. Der 54-jährige steht im dringenden Verdacht, eine räube­rische Erpressung begangen zu haben. Tags darauf nahm die Polizei auch den 25-jährigen Sohn fest.

Als die Polizei zur Hausdurchsuchung anrückte, leistet der 54-jährige erheblichen Widerstand. Mit einer Lanze bedrohte er die Einsatzkräfte, konnte schließlich überwältigt werden. Während er direkt in Untersuchungshaft nach Augsburg gebracht wurde, musste seine Ehefrau ins Krankenhaus. Sie hatte sich, so Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer, an Glassplittern geschnitten. Teils in gut getarnten Verstecken hatte der schon mehrfach auffällig gewordene Beschuldigte ein umfangreiches Arsenal angelegt. So stellte die Polizei drei Pistolen, sieben um­gebaute Handgranaten mit Sprengladung und Lunte, drei mit Nägeln gefüllte Sprengvorrichtungen, diverse Hieb- und Stichwaffen sowie um­fang­reiche Munition und zudem Lade­hilfen sicher. Auf der Basis eines Unterbrinungshaftbefehles nahm die Polizei am Freitagabend dann den Sohn des Walleshauseners am Bahnhof in Geltendorf fest. Ihm werden Fahrraddiebstahl, Sachbeschädigung und öffentliches Tragen eines Gürtels mit Hakenkreuz und Reichsadler sowie Besitz dreier Ringe mit Hakenkreuzen, SS-Runen und einem Totenkopf vorgeworfen. Bei der Durchsuchung seines Rucksackes im August fand die Polizei bereits vier Dolche mit Hakenkreuzen, einen verbotenen Schlagstock sowie eine Kartusche mit CS-Gas. Die besonderen Umstände vor Ort und die Tatsache, dass der 54-Jährige offensichtlich Verstecke eingerichtet hatte, machte am Montag eine weitere Absuche des Anwesens notwendig. Kräfte der Kripo Fürstenfeldbruck, unterstützt von der Technischen Sondergruppe des Landeskriminalamtes und Beamten der Bereitschaftspolizei Dachau fanden unter schweren Betonplatten verborgen in einem Schuppen eine Holzkiste mit einer geladenen Pump Gun und 1300 Schuss Munition. Ferner entdeckten sie rund 10 Kilogramm Schwarzpulver. Und hinter Fließen versteckt fanden die Beamten in einem Kellerraum drei Langwaffen, in einem Schuhschrank ein funktionsfähiges Sturmgewehr des schweizer Herstellers SIG. Über die Herkunft der Waffen könne derzeit keine Bewertung abgegeben werden, so Kammerer. Die beiden Tatverdächtigen, der 54-jährige Vater und sein 25-jähriger Sohn, sitzen in Untersuchungshaft in Augsburg und München.

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