Ein großes Werk verankert

Dießen sagt Danke: Liselotte Orff, hier mit Abt Odilo Lechner, wird am 12. November der Goldene Ehrenring der Marktgemeinde verliehen. Foto: Bentele

Liselotte Orff wird mit dem Goldenen Ehrenring der Marktgemeinde Dießen gewürdigt. Der Gemeinderat nahm die Anregung von Bürgermeister Herbert Kirsch auf und stellte sich einstimmig hinter die Auszeichnung, die das Wirken der Orff-Witwe in und für Dießen auf höchst charmante Art dankbar honoriert. Liselotte Orff, neunte Ehrenringträgerin, wird die Auszeichnung am 12. November bei einem Festakt in der Mehrzweckhalle und in Anwesenheit hoher und internationaler Orffianer verliehen.

Eigentlich sollte Liselotte Orff den Goldenen Ehrenring zu ihrem 80. Geburtstag an den Ringfinger gesteckt bekommen. Der war am 7. September und ist auf Wunsch der „Orffessa“ ganz privat gefeiert worden. Mit den engsten Freunden, mit viel Kerzen, mit viel Musik. Auf Schloss Pertenstein, einem Ort, der in seinem kulturellen Wirken eine Hommage für Carl Orff (1895 - 1982) darstellt. In Dießen wird Liselotte Orff gefeiert – nicht als Frau, die „in der Sonne des Genies leben durfte“, sondern als große Frauenpersönlichkeit, die nach dem Tod ihres Mannes dessen Werk und Nachlass in der Marktgemeinde verankert hat sowie dessen Erhalt und Verbleib für die Zukunft am Ammersee sichert. „Ich bin Frau Orff überaus dankbar“, betont Herbert Kirsch, „dass Carl Orff in Dießen lebendig bleibt.“ Dies beträfe neben dem einzigen Carl Orff-Museum, das es auf der Welt gibt, auch das Orff'sche Anwesen am Ziegel­stadel mit dem berühmten Arbeitshaus des Komponisten. Des Weiteren behalte auch die Carl Orff-Stiftung ihren Sitz in der Marktgemeinde. Kirsch: „Frau Orff hat dafür gesorgt, dass alles bei uns bleibt, auch wenn sie eines Tages nicht mehr die Verfügungsgewalt innehaben wird.“ Dass sich Carl Orff 1955 ausgerechnet in Dießen angesiedelt hat, beweise den hohen Stellenwert, den die Westufer-Gemeinde seit Jahrhunderten als Ort der schönen Künste und als Künstlerkolonie genießt. Ute Hermann, Geschäftsführender Vorstand der Carl Orff-Stiftung, freut sich über den Beschluss des Marktgemeinde­- rates. Natürlich stehe Carl Orff, der zu den bedeutendsten Kom­ponisten der Klassischen Moderne zählt, und dessen Werk mit seiner Strahlkraft die ganze Welt fasziniert, stets im Blickpunkt, „aber es ist Liselotte Orffs Verdienst, dass Dießen nach dem Tod ihres Mannes, weiter Mittelpunkt der Orff-Gemeinde geblieben ist und es auch künftig bleibt.“ Es sei einmalig, dass Vertreter der internationalen Kunst-, Theater- und Musikpädagogenszene von Afrika über die USA, Australien, Korea, China und Japan die Gelegenheit schätzen, die Lebens- und Wirkungsstätte des Komponisten zu besuchen. Darüber hinaus finanzierte Liselotte Orff das Carl Orff-Museum Dießen über 15 Jahre allein, unbemerkt von der Öffentlichkeit. Ohne ihren Beitrag gäbe es diese Einrichtung nicht mehr. Außerdem fördert sie die Carl Orff-Volksschule, die allen Kindern den Zugang zum aktiven Musizieren eröffnet. Ute Hermann: „Museum und Schule sind Tragsäulen der kommunalen kulturellen Breitenbildung in Dießen.“

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