Betonklotz vor dem Brunnen:

Ein Mäntelchen für den Sichtschacht?

Stein des Anstoßes: Der rund 70 Zentimeter hohe Sichtschacht am Marienbrunnen, den die Grünen notfalls mit Hilfe einer Bürgerinitiative zurückstutzen möchten.

Landsberg – Wenn dem Lechstädter etwas nicht gefällt, dann hält er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: Von „Sautrog“ oder „Pferdetränke“ spricht er in diesen Tagen beim Anblick des Sichtschachtes für die historischen Funde am Marienbrunnen.

Selbst in Stadtratskrei­sen ist von einem „scheußlichen Sarkophag“ die Rede, fühlt man sich dort doch von der Verwaltung überrumpelt. Stein des Anstoßes ist für die SPD und die Grünen die Tatsache, dass die Ausführung des Sichtschachtes deutlich von dem Mitte Juni im Stadtrat vorgestellten Konzept abweicht. Der Betonschacht in Nord-Süd-Ausrichtung sollte 40 Zentimeter hoch sein, jetzt sind es 76 – in Ost-West-Ausrichtung. Darauf komme es nun wirklich nicht an, findet Stadtbaumeisterin Annegret Michler, immerhin sei der Sichtschacht nun etwas kürzer.

Ohnehin kann sie ebenso wie OB Mathias Neuner (CSU) die ganze Aufregung nicht verstehen, hatte die Bauverwaltung doch die „absolute Freigabe vom Stadtrat“. Außerdem sei der „Ältestenrat“ am 26. Juli über die geänderte Planung informiert worden. „Da hätte man das doch diskutieren können“, so Michler. Sie räumt jedoch ein: „Mein Fehler war, dass wir den Sichtschacht nicht gleich verkleidet haben.“ Das soll jetzt mit einem Provisorium geschehen, bis die Glasabdeckplatte und das Blinden-Stadtmodell fertig sind, letzteres vermutlich erst im März.

Mit „vollendeten Tatsachen“ indes wollen sich weder Dieter Völkel noch Jost Handtrack zufrieden geben. Für ihre Fraktionen fordern sie, das Thema er­neut im Stadtrat zu beraten, was laut Michler am 11. September der Fall sein wird. Die Grünen fordern den Rückbau, die SPD eine „Lösung, die dem Marienbrunnen gerecht wird“.

Toni Schwaiger

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