Für eine nachhaltige Politik

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Kreistagskollegin Monika Groner (links) gratulierte der frisch gekürten Landratskandidatin Renate Standfest mit einem Strauß Sonnenblumen.

Hofstetten – Der Kreisverband der Grünen, sowie die Grün-Alternativen Listen (GAL) Utting und Kaufering haben mit überwältigender Mehrheit Kreisrätin Renate Standfest zu ihrer Landratskandidatin gekürt.

Bei der Aufstellungsversammlung im Landhotel Zur Alten Post in Hofstetten erhielt die 45-Jährige 33 von 35 gültigen Stimmen. Laut Kreisvorstand Detlev Däke ist es das erste Mal seit vielen Jahren, dass die Grünen einen eigenen Landratskandidaten ins Rennen schicken.

Trotz der enttäuschenden Wahlergebnisse auf Bundes- und Landesebene gehe man zuversichtlich in die Kommunalwahl 2014, beteuerte Däke. „Wir haben hier ganz andere Rahmenbedingungen.“ Die Grünen Stadt-, Gemeinde- und Kreisräte würden durchweg hohe Akzeptanz genießen. Standfest erklärte, sie wolle sich als Landrätin in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales für eine nachhaltige Politik einsetzen, statt von kurzfristigen Notwendigkeiten getrieben zu werden.

Armutszeugnis

Dem gemeinsam mit den Bürgern erarbeiteten Klimaschutzkonzept müssten nun Taten folgen, forderte die selb­- ständige Managementberaterin. Als Beitrag zum Klimaschutz wünscht sie sich einen konsequenten Ausbau sowohl der erneuerbarer Energien als auch des ÖPNV, und hier konkret den Ausbau der S4, die Anbindung an den MVV sowie den Ringschluss durch die Fuchstalbahn. Die derzeitige Anbindung der Landgemeinden an die Kreisstadt bezeichnete Standfest als „beschä­mend“. Außerhalb der Schulbuszeiten habe man gar keine andere Wahl als das Auto zu nehmen – „eigentlich ein Armutszeugnis“.

Wenn es ums Geld geht, will die 45-Jährige Mut zu unpopulären Entscheidungen zeigen. Denn ums Sparen komme man nicht herum. Die Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis liege mit 440 Euro fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt aller Landkreise in Bayern, was den Spielraum für notwendige Investitionen stark einschränke. „Wir können nicht auf Dauer mehr Geld ausgeben als wir einnehmen“, betonte Standfest.

Die Schließung des sanierungsbedürftigen Freibads in Greifenberg ist für sie ebenso ein Thema wie die wirtschaftliche Entwicklung der Kreisseniorenheime. „Diese Einrichtungen arbeiten nicht kostendeckend“, kritisierte sie. „Hier zukunftsfähige Konzepte zu ent­- wickeln, wird eine der zentralen Aufgaben der neuen Legislaturperiode sein.“ Beim Thema Senioren sieht Standfest weiteren Handlungsbedarf, zum Beispiel die Schaffung von ausreichend geeignetem Wohnraum. Dieser könne in Form von Mehrgenerationenhäusern oder Wohngemeinschaften für Senioren ent­stehen.

Auch will sich Standfest für gebundene Ganztagsklassen an den weiterführenden Schulen einsetzen. Beim Thema Asyl forderte sie eine dezentrale Unterbringung statt Gemeinschaftsunterkünften. 

Standfest arbeitete nach ihrem Betriebswirtschaftsstudium in verschiedenen Führungspositionen bei BMW, bevor sie sich 1999 als Managementberaterin selbstständig machte. Seit 2008 ist sie Kreisrätin sowie Gemeinderätin in ihrem Wohnort Utting, wo sie mit Ehemann Detlev Däke und vier erwachsenen Kindern in einer Patchworkfamilie lebt. Im Wahlkampf werde sie „nicht bei jedem Stammtisch und jedem Verein im Landkreis aufschlagen“, kündigte die 45-Jährige an. Vielmehr wolle sie Schwerpunkte setzen und „mit Themen überzeugen“.

Ulrike Osman

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