Peter Friedl nominiert

Der Landsberger Landrat bald in Grün?

+
Wirft zur Wahl des Landrats im März den grünen Hut in den Ring: Peter Friedl aus Issing.

Landkreis/Issing – Ein politischer Neuling bewirbt sich für die Grünen um das Amt des Landrats. Er heißt Peter Friedl, lebt in Issing und hat die Folgen des Klimawandels täglich vor Augen. Denn der 34-Jährige forscht als Physischer Geograph unter anderem über Gletscher im Hochgebirge. „Was ich da jeden Tag sehe, ist erschreckend.“ Als Landratskandidat steht die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts deshalb für ihn ganz oben auf der Agenda – ebenso wie die Themen soziale Gerechtigkeit und Bürgernähe.

Das bereits 2013 verabschiedete Klimaschutzkonzept des Landkreises müsse endlich umgesetzt werden, forderte der zweifache Familienvater in seiner Bewerbungsrede vor 35 stimmberechtigten Grünen-Mitgliedern in der Landsberger Sportgaststätte. „Da stehen gute Sachen drin, aber man muss sie auch machen. Es ist unsäglich, dass in den vergangenen sechs Jahren so wenig getan wurde.“

Um die Klimaziele zu erreichen, schlägt Friedl ein ganzes Bündel an Maßnahmen vor: Alle Landkreisgebäude sollen mit Ökostrom versorgt und regenerativ beheizt werden. Um- und Neubauten kreiseigener Liegeschaften sollen in CO2-bindender Holzbauweise errichtet, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ausgebaut und Moore renaturiert werden, denn auch sie binden CO2. Die Landkreisverwaltung soll nach Friedls Willen bis 2030 klimaneutral sein. Eine Eindämmung der Flächenversiegelung würde ebenfalls dem Klimaschutz dienen, so der Grünen-Bewerber. „Gesunde Böden sind CO2-Speicher.“

Im Sinne der sozialen Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts will Friedl sich verstärkt für sozialen Wohnungsbau einsetzen. Der Landkreis könne entweder selbst bauen oder mit Kommunen gemeinsam Wohnbaugesellschaften gründen. Die Umsetzung des Gleichstellungskonzepts, die Förderung von Ehrenamt und Jugendarbeit sowie die Schaffung zusätzlicher Pflegeplätze, auch in kleinen und dezentralen Einrichtungen, sind weitere Anliegen des Kandidaten.

Bürgernähe und Transparenz bei politischen Entscheidungen sowie „ein angemessener und fairer Umgang mit Bürgern von allen Stellen des Landratsamts“ würden das Vertrauen in die Politik stärken. Friedl will „echte Bürgerbeteiligung“ umsetzen und prüfen, ob ein Bürgerbudget nach Schondorfer Vorbild (mehr dazu auf Seite 9) auch auf Landkreisebene möglich wäre. „Wir müssen uns als Dienstleister der Bürger verstehen und mit Steuergeldern verantwortungsvoll umgehen.“

Apropos Geld: Dass der Landkreis trotz guter Wirtschaftslage die bayernweit dritthöchste Verschuldung aufweise und eine der höchsten Kreisumlagen kassiere, hält Friedl für nicht hinnehmbar. Ein Abspecken von Investitionen sei daher geboten.

Lang anhaltender Applaus und 34 von 35 Stimmen der anwesenden Mitglieder waren der Lohn für die engagierte Rede des 34-Jährigen, der sich auf den Wahlkampf bereits freut. Im vergangenen Jahr hatte er Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel bei ihrem Wahlkampf unterstützt und dabei entdeckt, wie viel Spaß ihm die Arbeit an Wahlständen macht.

Mitglied bei den Grünen ist Peter Friedl seit 2017 – dem Jahr, in dem US- Präsident Donald Trump das Pariser Klimaschutzabkommen kündigte und die AfD in den Bundestag einzog. „Das hat mich beides wahnsinnig wütend gemacht“, gesteht der gebürtige Nürnberger. Er habe nicht länger zusehen können, sondern wollte sich einbringen. Deshalb fing er an, sich zu engagieren und fand bei den Grünen die passende politische Heimat. Friedl hat das Motto von Katharina Schulze, Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, übernommen: „Man kann die Welt nicht besser meckern, man kann sie nur besser machen.“
Ulrike Osman

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Ein großes Danke allen Zustellern des KREISBOTEN Landsberg!
Ein großes Danke allen Zustellern des KREISBOTEN Landsberg!
Ohne Führerschein, mit Unfallflucht: 14-Jähriger Traktorfahrer verursacht Kollision 
Ohne Führerschein, mit Unfallflucht: 14-Jähriger Traktorfahrer verursacht Kollision 
Der Kämmerer und sein Feuerwerk der guten Zahlen
Der Kämmerer und sein Feuerwerk der guten Zahlen

Kommentare