2. Kauferinger Bürgermeisterin ist grüne Direktkandidatin

Gabriele Triebel will in den Landtag

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Blumen für die Kandidaten: Gabriele Triebel (Mitte) und Jan Halbauer (2. v. rechts) wollen für die Grünen in den Land- beziehungsweise Bezirkstag. Zur Nominierung gratulierten die Brucker Kreisvorsitzende Elke Struzena (links) sowie Marie Freitag (2. v. links) und Martin Erdmann (rechts), die beiden Sprecher des Kreisverbands Landsberg.

Landkreis – Kauferings Zweite Bürgermeisterin Gabriele ­Triebel zieht als Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen im Stimmkreis 119 (Landsberg/Fürstenfeldbruck-West) in den Landtagswahlkampf 2018. Die 57-Jährige wurde bei der Aufstellungsversammlung im Gasthaus Alter Wirt in Geltendorf einmütig zur Kandidatin gekürt. 19 von 19 gültigen Stimmen erhielt auch der Fürstenfeldbrucker Stadt-, Kreis- und Bezirksrat Jan Halbauer. Er kandidiert erneut für den Bezirks­tag.

Die Diplom-Sportlehrerin und ehemalige Leistungssportlerin Triebel beweist seit 2002 in ihrem Heimatort Kaufering Ausdauer in der Kommunalpolitik. Von der einzigen grünen ­Gemeinderätin stieg sie zur Zweiten Bürgermeisterin auf und sitzt seit 2014 auch im Kreistag. Deshalb weiß sie nach eigener Aussage, „wo der Schuh vor Ort drückt“. Und sie sieht viele Schnittstellen zwischen Kommunal- und Landespolitik – egal, ob es um Themen wie den S4-Ausbau, die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen, Wohnungsbau oder Schulpolitik geht. „Zu oft wird in München etwas aus-, aber nicht mit allen Konsequenzen zuende gedacht“, kritisierte Triebel. In den Landtag will sie nicht zuletzt ihre Konfliktfreude mitnehmen, die sie auch im Kreistag bereits einsetzt. „Dort lässt die absolute Mehrheit der CSU oft keine Sachpolitik mehr zu.“

Grüne Ideen umgesetzt

Von etwas anderen Erfahrungen konnte Jan Halbauer aus dem Bezirkstag berichten. Dort herrsche insgesamt eine kons­truktivere Stimmung, auch Vorschläge der Grünen würden angenommen. „Der Bezirkstagspräsident ist kein klassischer CSUler“, lobte ­Halbauer. „Er hat gute Ideen umgesetzt.“ Kritik übte der 33-Jährige am Freistaat, der viele Aufgaben nach unten weiterreiche, ohne die entsprechenden Finanzmittel mitzuliefern. Der Bezirk habe mittlerweile seine Rücklagen notgedrungen komplett abgeschmolzen. Die Bezirksumlage, die die Landkreise zu zahlen haben, werde deshalb voraussichtlich auf 21 Prozent steigen.

Halbauer ist Unternehmensberater, zur Zeit aber hauptberuflich für den grünen Landtagsabgeordneten Martin Runge tätig. Schwerpunktthemen seines Wahlkampfs sind für den Bezirks-Behindertenbeauftragten soziale Fragen wie ambulante Hilfen, Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung, Barrierefreiheit, aber auch Kulturelles.

Thema Bund

Die Diskussion im Anschluss an die beiden Wahlgänge drehte sich vor allem um die Bundespolitik. Kreisverbandssprecher Martin Erdmann aus Landsberg kündigte an, die grüne Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer einzuladen, um der Basis über die gescheiterten Sondierungsgespräche zu berichten.

Ulrike Osman

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