Gute Nachrichten für Radler

Radschutzstreifen entlang der Lachener Straße in Dießen

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Auf der Lachener Straße in Dießen werden demnächst beidseitig sog. Radschutzstreifen (kleines Bild) aufgebracht. Initiatorin ist die grüne Marktgemeinderätin Petra Sander (rechts), hier mit „Radlpapst“ Prof. Ernst Roeckl vom ADFC bei einem Ortstermin.

Dießen – Über ein Jahr hat es gedauert, aber jetzt können Bündnis 90/Die Grünen im Dießener Marktgemeinderat zumindest auf einen Teilerfolg anstoßen: Entlang der Lachener Straße (St2055) von der Einmündung Bahnhof-/Neudießener-Straße Richtung Ammersee-Gymnasium wird beidseitig ein Radschutzstreifen eingerichtet. Er soll sich bis zur Fußgängerampel und dem dort beginnenden gemeinsamen Geh- und Radweg erstrecken, verbunden mit einem absoluten Halte- und Parkverbot für Pkws.

UPDATE: Noch ziert sich der Dießener Marktgemeinderat für die offizielle Beantragung der "Schutzstreifen für Radfahrer". Zwar waren alle Gemeinderäte bei der Sitzung am 29. April grundsätzlich für mehr Sicherheit der Radler und besonders der Schüler vom Ammersee-Gymnasium. Was einigen aber im Magen lag, ist das damit verbundene absolute Halte- und Parkverbot entlang der Lachener Straße. Das Problem soll bei der nächsten Sitzung im Mai mit der Polizeiinspektion Dießen geklärt werden.

Ursprünglich hatte die Grünen-Fraktion im Marktgemeinderat im März 2018 zusätzlich zur Lachener Straße auch einen Radschutzstreifen entlang der Weilheimer Straße (St2056) von der Abzweigung Jägerallee im Süden bis zur Einmündung Kapellenweg im Norden beantragt. Im Antrag hieß es, dass im Bereich zwischen Kapellenweg und Krankenhausstraße Radler und Autofahrer durch in der Kurve parkende Autos gefährlich behindert würden. Mit der Schaffung eines Radschutzstreifens wäre ein Parken hier nicht mehr möglich und ein Gefahrenpunkt für den Rad- und Fahrzeugverkehr beseitigt. Diese Bemühungen der Grünen wurden aber bereits im Vorfeld von den zuständigen Behörden wegen des ungünstigen Straßenverlaufs abgelehnt.

Beim Antrag Lachener Straße aber zeigten sich das Staatliche Bauamt Weilheim und die Polizeiinspektion Dießen offen und gesprächsbereit. Bei mehreren Ortsterminen mit Bürgermeister Herbert Kirsch wurde die Machbarkeit bei der vorhandenen Straßenbereite festgestellt, die mindestens sieben Meter betragen muss. Nach der zeitnahen Sanierung der Lachener Straße werden hier beiderseits die Strichmarkierungen mit dem Fahrrad-Piktogramm aufgebracht.

Petra Sander, grüne Marktgemeinderätin und Initiatorin des Antrags, betont bei aller Freude über die Zustimmung, dass Radschutzstreifen „keine Radwege“ seien. Sie gelten als Bestandteil der Fahrbahn und sind nicht ausschließlich den Radfahrern vorbehalten. Die Linien können im Bedarfsfall von anderen Fahrzeugen überfahren werden. Gleichwohl aber werden durch die unübersehbaren Markierungen den Radfahrern Schutz und ein gewisses Vorrecht eingeräumt. „Die Radschutzstreifen in der Lachener Straße sind wegen der straßennahen Bebauung die einzig machbare Lösung. Radwege sind hier leider nicht möglich“, so Petra Sander.

Die Kämpferin für ein Zweirad-freundliches Dießen hat übrigens einen kompetenten Berater an ihrer Seite: „Radlpapst“ Professor Ernst Roeckl vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC und Initiator der Radldemos für einen straßenbegleitenden Fahrrad- und Fußweg entlang der Birkenallee von Dießen nach Fischen.

Roeckl, der sein Auto längst abgeschafft und alle Strecken mit dem Fahrrad zurücklegt, ist voll des Lobes über Bündnis 90/Die Grünen, die als einzige Partei vehement den Trend zum Rad fördere. Klimaschutz bedeute auch eine Neugestaltung der Mobilität, wobei mehr Radverkehr ein wichtiger Teil der Lösung sei. Immer mehr Menschen würden laut Prof. Roeckl auch im Alltag aufs Rad umsteigen. Elektrofahrräder machen dabei das Radeln auch für weitere Distanzen und neue Zielgruppen attraktiv.

Wie Roeckl erzählt, hat der ADFC im Vorfeld der letzten Bayerischen Landtagswahlen die Wahlprogramme der Parteien in Bezug auf den Radverkehr durchleuchtet. Auf Platz 1 kam Bündnis 90/Die Grünen, die die Radverkehrsförderung als eines der wichtigsten Ziele in ihrem 10-Punkte-Plan aufführte. Im Programm der CSU hingegen war der Fahrradverkehr angeblich komplett „inexistent“, während alle anderen Verkehrsmittel, besonders das Auto und sogar ein bayerisches Raumfahrtprogramm, ausführlich vorkamen.

Dieter Roettig

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