Besser radeln in Landsberg?

Absteigen, schieben, aufsteigen

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Sollte man die Fußgängerampel auf Radler erweitern? Beispiel: Breslauer Straße Ecke Von-den-Hoff-Straße.

Landsberg – An vielen Straßenkreuzungen in der Lechstadt wird deutlich: An den Radverkehr hat man dort zuallerletzt gedacht. Oft werden Radler gezwungen, kurzfristig in die Rolle des Fußgängers zu wechseln: absteigen, schieben, aufsteigen. Kann man das ändern, den Verkehrsfluss verbessern und damit die Radnutzung wieder ein Stück attraktiver machen? Die Grünen beantragen nun, dass der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, genau das zu prüfen.

Als kurzfristiges Mittel haben die Grünen dabei vor Augen, die Sinnbilder an Fußgängerampeln auszutauschen; statt nur Fußgänger sollten dort Fußgänger und Radfahrer abgebil­det sein. „Oft sind es auch die kleinen Dinge, die unseren Radverkehr ein Stückchen angenehmer und sicherer machen und somit zu einer Steigerung der Fahrradmobilität beitragen können. Es darf unseres Erachtens nicht zu Lücken im Radwegenetz bei Lichtsignalanlagen kommen“, schreibt Stadtrat Moritz Hartmann in der Antragsbegründung.

Die vier Fotos, die die Grünen beigefügt haben, sprechen freilich dafür, dass die Verwaltung die Prüfung differenziert vornehmen muss. Beispiel Danziger Platz/Erpftinger Straße, Richtung Süden. Dort endet der gemeinsame Geh- und Radweg (Zeichen 240 Ende), es folgt eine Fußgängerampel, danach ist ein getrennter Rad- und Gehweg ausgewiesen (Zeichen 241). Das Problem: Nach der Überquerung, zwischen den beiden kombinierten Abschnitten, folgt zunächst ein enger Gehweg. Fahrende Radler neben Fußgängern mag man sich dort nicht vorstellen.

Das Gleiche gilt an der Augsburger Straße Ecke Carl-Friedrich-Benz-Straße, zumal dort der Ampelmast mitten auf dem Weg steht. Hier stoßen zudem verschiedene Arten von Wegen aufeinander. Der durch die Kombi-Ampelscheibe ausgewiesene fortgesetzte Radweg würde am Bordstein enden und allenfalls in eine Richtung weitergehen. Beide genannten Kreuzungen sollen in den nächsten Jahren ohnehin umgebaut werden.

Schmal und gefährlich

An der Breslauer Straße stadt­auswärts Ecke Von-den-Hoff-Straße (siehe Foto) gibt es ein anderes Problem. Dort ist bislang für den Radverkehr die Ampel für den Fahrverkehr maßgeblich, nicht die nach rechts versetzte Fußgängerampel. Erstreckte man die Fußgänger­ampel auch auf Radfahrer, entstünde wohl eher Unsicherheit: Autofahrer könnten davon ausgehen, dass Radler die Straße weiter rechts überqueren.

Die Breslauer Straße ist aber ohnehin ein eklatantes Beispiel für die Missachtung der Radler: Durch eine Hecke zwischen Rad- und Fußweg sowie Schaltkästen ist der Radweg dort sehr schmal und gefährlich; außerdem haben Autofahrer, die vom Parkplatz des Restaurants ausfahren, aufgrund der Hecke praktisch keine Möglichkeit, nahende Radler früh zu erkennen. Auch hier müsste also eigentlich ein kompletter Umbau erfolgen.

Eindeutiger ist die Sache an der – auf Anforderung aktivierten – Fußgängerampel an der Breslauer Straße kurz vor dem Klinikum. Sie stellt die einzige Möglichkeit für Radfahrer dar, die Straße gefahrlos zu überqueren; an der Bürgermeister-Hartmann-Straße, einer ampellosen Einmündung, ist das aufgrund der hohen Geschwindigkeit der Autos deutlich schwerer möglich. Warum Radler hier ihr Rad schieben sollen, ist tatsächlich nicht ersichtlich.

Generell aber gilt: An vielen Stellen ist weit mehr erforderlich als der Austausch einer Ampelscheibe. „Eigentlich ist unser Antrag keine wirklich große Sache“, schrieb Moritz Hartmann auch auf eine Anfrage des KREISBOTEN. Da hat er Recht: Die wirklich große Sache, die nachhaltige Verbesserung des Verkehrsflusses für Radler, die steht noch aus.

Werner Lauff

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