Q-Tipps und anderes Treibgut

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Ganz genau untersucht wird das gereinigte Wasser, bevor es in den Lech zurückgeführt wird. Abwasserfachmant und Laborant Armin Hauke zeigt es den Buben und Mächen der Grundschule Hofstetten.

Landsberg – „Was glaubt ihr, landet so alles bei uns im Klärwerk?“ Mit dieser Frage beginnt Abwasserfachmann und Laborant Armin Hauke seine Führung durch das Klärwerk der Stadtwerke Landsberg. Zu Besuch ist dort die Klasse 4b der Hofstettener Grundschule.

Die Buben und Mädchen vernehmen mit großen Augen, dass von Unter- und Strumpfhosen über Legosteinen und Schmuck bis hin zu Katzenstreu und Essenreste alles dabei ist und von einem großen Rechen zuerst einmal aus dem Abwasser gefischt werden muss. Die unterhaltsame und speziell auf Schüler abgestimmte Klärwerk-Tour führt zu allen Stationen der Reinigung. Von den verschiedenen Schritten der mechanischen Reinigung, vom großen Rechen an­gefangen über den Sand- und Fettfang, dem Vorklärbecken, dem Faulturm zur Methangasgewinnung, der Schlammentwässerung und dem Belebungs­becken bis hin zur chemischen Reinigung des Phosphorgehaltes mithilfe von Salz und letztendlich dem Nachklärbecken.

Im angeschlossenen Labor legt Hauke dann eine Probe des Belebtschlammes aus der biologischen Reinigungunter ein Mikroskop, vergrößert diese tausendfach und plötzlich werden zur Freude der Kinder, die mit großen Augen auf den angeschlossenen Bildschirm schauen, die Mikroorganismen nicht nur sichtbar, sondern quicklebendig und wuseln hektisch umher. Hauke nimmt sich viel Zeit, beantwortet jede Frage und versucht mit dem Hinweis auf die in seinem Haus angebotene Aus­bildung zur Fachkraft für Abwassertechnik, frühes Interesse für die Berufswahl zu wecken.

Zum Ende der Besichtigung bekommt jedes Kind noch eine Portion Handdesinfektionsmittel und die Kinder verlassen die Anlage, vorbei am Nachklärbecken, in dem doch noch das ein oder andere Q-Tipp treibt. Ein Bub bleibt stehen und meint erbost: „Das müsst ma meinr großn Schwester zoag’n, die schmeist a immer dia Ohrnstaberl ins Klo.“ Ab morgen wohl nicht mehr…

Bis zu 78000 Einwohner

Die Landsberger Kläranlage funktioniert auf mechanisch-biologischer Basis und reinigt laut Stadtwerke-Auskunft zurzeit das Abwasser von rund 45000 Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet, den Fuchstal-Gemeinden und der Pürge­­- ner Gruppe. Pro Tag seien das etwa 10000 Kubikmeter Abwasser, die in der nördlich der Schwaighofsiedlung gelegenen Kläranlage ankommen und gereinigt werden. Bei Regenwetter erhöhe sich die Menge ganz schnell auf bis zu 40000 Kubikmeter. Das maximale Fassungsvermögen der Kläranlage liegt bei rund 78000 Einwohnern.

Aus Dreck wird Strom

Das im Faulbehälter gewonnene Methangas werde in rund 1,8 Millionen kwh Strom pro Jahr umgewandelt und versorge nicht nur das gesamte Klärwerk – ein Fünftel davon werde ins öffentliche Stromnetz eingespeist. „Durch umfassende Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen gehört die Kläranlage Landsberg inzwischen zu den effektivsten Anlagen in Bayern und erfüllt bereits seit 2002 die Normen für Qualitätsmanagement (DIN 9001) und Umweltmanagement“, so die Stadtwerke. Das Kanalnetz selbst sei seit 2003 zertifiziert. Die Kläranlage Landsberg ist Ausbildungsbetrieb zur Fachkraft für Abwassertechnik.

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