Englische "Begegnungen"

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Als eine von 20 bayerischen Grundschulen startet Kaufering mit „Lernen in zwei Sprachen”. Margot Rieder wird ab Herbst die Kauferinger Grundschüler in dem zweisprachigen Modellversuch unterrichten. Sie hat Englisch als Hauptfach studiert.

Kaufering – Die Grundschule der Marktgemeinde wird im kommenden Schuljahr ein Alleinstellungsmerkmal bekommen. Als eine von 20 bayerischen Grundschulen wurde sie für den Schulversuch „Lernen in zwei Sprachen – Bilinguale Grundschule Englisch“ ausgewählt. Beworben hatten sich 40 Grundschulen.

Englisch als Unterrichtsfach an Grundschulen ist nichts Neues und wird im Regelfall ab der dritten Klasse als eigenes Fach unterrichtet. Neu dagegen ist bei diesem Schulversuch, dass schon ab dem ersten Schuljahr in einigen Fächern auf Englisch unterrichtet wird, vor allem in Sport, Kunst und Musik. Aber auch kleinere passende Einheiten im Sachunterricht oder im Fach Mathematik werden durch die Lehrkraft englisch dargeboten. „Wir haben uns auf die Ausschreibung des Schulversuches beworben und wurden auch ausgewählt“, sagte Schulleiterin Henriette Beltz gegenüber dem KREISBOTEN. 

Die Kauferinger Grundschule konnte vor allem eine Hauptanforderung erfüllen. Mit Margot Rieder verfügt die Schule über eine Lehrkraft, die Englisch als Hauptfach studiert hat und auch heute schon den Fachunterricht Englisch leitet. Neue Stellen müssen für diesen Schulversuch nicht geschaffen werden, sagte Henriette Beltz. „Wir achten aber bei zukünftigen Stellenausschreibungen darauf, möglichst Lehrkräfte zu bekommen, die auch Englisch als Hauptfach studiert haben. Vier erste Klassen werden im Herbst eingeschult. 

Eine der Klassen wird eine Ganztagsklasse sein, in der in einigen Fächern zweisprachig unterrichtet werden soll. Das Interesse der Eltern für den Schulversuch ist groß, sagte die Schulleiterin. Der Begriff des „Bilingualen Unterrichts“ scheint Henriette Beltz aber etwas zu hoch gegriffen. Sie spricht lieber von einer Begegnung mit der englischen Sprache oder vom zweisprachigen Unterricht. Die vierzügige Kauferinger Grundschule gehört mit 360 Schülern und 30 Lehrkräften zu den großen Grundschulen im Landkreis und profiliert sich mit der Teilnahme an diesem Schulversuch über die Grenzen der Marktgemeinde hinaus. 

Landtagsabgeordneter Alex Dorow (CSU) begrüßt die Teilnahme der Kauferinger Grundschule an dem Schulversuch. Ziel des Modellversuches sei es, das Lernen in zwei Sprachen zu fördern, so Dorow. Beginnen soll der Modellversuch im kommenden Schuljahr. Die Teilnahme am bilingualen Unter- richt ist natürlich freiwillig. Dorow verweist auf die St.-Anna-Grundschule in Augsburg, die als Referenzschule seit mehreren Jahren bereits gute Erfahrungen mit dem zweisprachigen Unterricht gemacht habe. Der Abgeordnete betonte, Kindern werde ein praxisorientierter Zugang zur englischen Sprache geboten, der altersgemäß ist, ohne dabei den Vorrang von Deutsch zu gefährden. 

Vorgestellt wurde das Projekt von Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich, der auch Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildungspakt Bayern ist. Eisenreich betonte, der Modellversuch sei eine Antwort auf den Wunsch von immer mehr Eltern nach einem frühen zweisprachigen Lernangebot. In den zweisprachigen Klassen unterrichten Lehrkräfte, die Englisch an der Universität studiert haben und sich fortlaufend weiterqualifizieren. Die wissenschaftliche Begleitung des Schulversuchs erfolgt durch den Lehrstuhl von Prof. Dr. Heiner Böttger (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt). 

Unterstützt wird das Vorhaben auch durch die „vbw – Vereinigung der bayerischen Wirt- schaft“. Deren Präsident Alfred Gaffal freut sich über das neue bilinguale Angebot an staatlichen Grundschulen: „Englischkompetenzen sind eine wich- tige Voraussetzung, um sich in der international geprägten Lebens- und Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts zu behaupten.” Neben Kaufering nehmen aus Oberbayern Grundschulen aus München, Eichstätt, Ingolstadt, Gauting und Poing an dem Schulversuch teil.

Siegfried Spörer

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