"Wir bauen eine kleine Stadt"

Grundstein fürs Urbane Leben am Papierbach ist gelegt

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Ein ferngesteuerter Kran versenkt den Grundstein. An dieser Stelle entsteht die Wärme- und Energiezentrale des ULP-Areals.

Landsberg – Die Hochbauarbeiten für das Quartier „Urbanes Leben am Papierbach (ULP)“ beginnen. Der Start erfolgt in diesen Tagen mit dem Baukörper A1 Süd, der an den nachempfundenen Karl-Schrem-Bau anschließt. Die Grundsteinlegung auf dem Gelände der „Pflugfabrik“ nahmen am vergangenen Mittwoch die Projektentwickler Michael Ehret und Stefan Klein zusammen mit Oberbürgermeister Mathias Neuner und Landrat Thomas Eichinger vor. Auch ein Überraschungsgast war dabei: Der bislang im Hintergrund agierende Investor Thomas O‘Malley jr. – er ist der Hauptgeldgeber am Papierbach.

Beim Verschließen der Zeitkapsel: Michael Ehret (links)  und OB Mathias Neuner (rechts).

Sie legten Urkunden, eine Zeitung und Münzen in eine Edelstahl-Zeitkapsel, verschraubten sie und fügten sie in einen Betonblock ein, der symbolisch von einem Kran in den Boden abgesenkt wurde. "Ab jetzt geht es aufwärts", scherzte Michael Ehret; nun werde man schnell erste Ergebnisse sehen. "Es geht jetzt Schlag auf Schlag."

"Wir haben mit Grundwasser und Altlasten zu kämpfen gehabt", sagte Ehret. Und auch die konzeptionellen Arbeiten waren zu erledigen. Die haben dazu geführt, dass im Quartier künftig zu 73 Prozent Wärme aus regenerativer Energie erzeugt wird; "wir haben unser Versprechen von vor vier Jahren mehr als erfüllt".

Aber es müssten auch noch viele Weichen gestellt werden. "Das Bauen können wir. Was uns viel wichtiger ist, dass wir das Soziale hinbekommen. Verkehr, Parken, Feinstaub, Mobilität. Das diskutieren wir intensiv mit der Stadt und den Stadtwerken." Ehret dankte den ersten Käufern, die zur Grundsteinlegung eingeladen waren; sie hätten von der Reservierung an teilweise zwei Jahre auf den Notartermin warten müssen.

Zwei Bauabschnitte

Alle gemeinsam legten Urkunden, eine Zeitung und Münzen in eine Edelstahl-Zeitkapsel, verschraubten sie und fügten sie in einen Betonblock ein, der symbolisch von einem Kran in den Boden abgesenkt wurde. „Ab jetzt geht es aufwärts“, scherzte Michael Ehret; nun werde man schnell erste Ergebnisse sehen. „Es geht jetzt Schlag auf Schlag.“

„Wir haben mit Grundwasser und Altlasten zu kämpfen gehabt“, sagte Ehret. Und auch die konzeptionellen Arbeiten waren zu erledigen. Die haben dazu geführt, dass das Quartier künftig zu 73 Prozent mit Wärme aus regenerativer Energie gespeist wird; „wir haben unser Versprechen von vor vier Jahren mehr als erfüllt“. Aber es müssten noch viele Weichen gestellt werden. „Das Bauen können wir. Was uns viel wichtiger ist, dass wir das Soziale hinbekommen. Verkehr, Parken, Feinstaub, Mobilität. Das diskutieren wir intensiv mit der Stadt und den Stadtwerken.“ Ehret dankte den ersten Käufern, die zur Grundsteinlegung gekommen waren; sie hätten seit der Reservierung teilweise zwei Jahre auf den Notartermin warten müssen.

Zwei Bauabschnitte

Die weiteren Bauabschnitte sollen die Baufelder B2 (direkt an der von-Kühlmann-Straße), A1 Nord (der Schrem-Bau-Ersatz), B1 (das Kulturgebäude) und D (das Hotel) sein. Außerdem sollen die beiden Gebäudekomplexe A2 und A3 in Angriff genommen werden; das sind die Häuser westlich vom Schrem-Bau-Nachfolger. Im zweiten Quartal 2021 soll dieser Bauabschnitt dann fertig sein, also von heute an in zwei Jahren.

Die komplette Fertigstellung des Quartiers ist für das Jahr 2024 geplant. Bis dahin sollen auf den 57.000 Quadratmetern Grundfläche insgesamt 80.800 Quadratmeter Geschossfläche entstehen, neben rund 800 Wohnungen auch Büros, Einzelhandel, Kleingewerbe und Gastronomie.

„Wir bauen eine kleine Stadt“, resümierte daher auch Oberbürgermeister Mathias Neuner bei der Grundsteinlegung. Aus einer Industriebrache werde „an einem unglaublich schönen Fleck der Stadt“ ein neues attraktives Viertel. Neuner erinnerte an die ersten Gespräche mit Pflugfabrik-Eigentümer Heinz Pöttinger und die ersten Kontakte mit ehret + klein. Die Stadt habe es geschafft, in 19 Monaten von der Skizze bis zum fertigen Bebauungsplan die Grundlagen für das ULP-Areal zu legen.

Besonders erfreulich sei, dass jedes Gebäude einen Architektenwettbewerb durchlaufen hat. Auch die soziale Bodennutzung hob der OB hervor. „Ob Sie nun eine sündhaft teure Penthouse Wohnung kaufen oder Mieter in einer Sozialwohnung werden: Das Urbane Leben am Papierbach wird ein neues, ein schönes Stück Landsberg sein“, in dem sich die Bürger sozial mischen werden.

Auch Landrat Thomas Eichinger gratulierte zum Spatenstich: „Die Berichterstattung war ja bereits sehr intensiv und wir haben hohe Erwartungen. Wir erwarten vor allem, dass der Wohnungsmarkt einen ordentlichen Zuwachs erfährt: durch qualitativ gute Wohnungen, durch sozial gebundene Wohnungen und durch Infrastruktur.“ Der Landkreis werde den Fortschritt aus der Nachbarschaft gespannt betrachten.

An der Grundsteinlegung nahmen viele Käufer teil, die das Entstehen ihres Apartments von Anfang an verfolgen wollten. Dabei waren einige bekannte Gesichter aus Landsberg und dem Landkreis. Und wer auf dem Papierfleck-Parkplatz nachsah, konnte auch Autos aus München, Würzburg und Nürnberg, dem Allgäu und sogar aus Nordrhein-Westfalen sehen.

Werner Lauff

Stimmen zum Projekt

Der KREISBOTE sammelte am Rande der Grundsteinlegung Stimmen ein. Die Freude überwog.

Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV): Es ist ein entscheidender Tag für Landsberg. Es war wichtig, die Industriebrache mitten in der Stadt weiterzuentwickeln. Meine einzige Sorge ist noch der Verkehr, den wir bewältigen müssen.

Bürgermeister Axel Flörke (Landsberger Mitte): Wir haben mit den Projektentwicklern Partner gefunden, die das Projekt gut umsetzen können. Für mich ist wichtig, dass es einen Raum für Kultur gibt, den brauchen wir. Positiv sind auch die Architektenwettbewerbe - das hat mir gut gefallen.

Berthold Lesch (CSU): Es ist sehr positiv, dass die Nachverwertung des Pflugfabrik-Geländes nach 20 Jahren endlich gelingt. In fünf Jahren werden vielleicht nicht nur in der Altstadt, sondern auch hier Führungen stattfinden - in einem exemplarisch positiven Neubaugebiet.

Stadtbaumeisterin Birgit Weber: Das ist der Beginn der großen Stadterweiterung. Ein neuer Baustein der Urbanität. Hier findet ein Maßstabssprung in die Zukunft statt. Hier entsteht Urbanität mit enormer Qualität. Hier kommt eine werthaltige, sensible Architektur.

Bernd Schwarz (ehemalige Bürgergruppe ULP): Ich bin sehr positiv gestimmt, weil fast alle Anregungen der Bürger in die Planungen eingeflossen sind. Nur über das Thema Parken wird noch zu reden sein. Dieses Projekt wird wohl ein Wallfahrtsort für Architekten. Ich freue mich darüber.

Ludwig Kaiser (SPD): Ich war in allen Auswahlgremien nach den vielen Architektenwettbewerben. Für mich als Stadtrat war besonders interessant, die Weiterentwicklung zu verfolgen. Wir mussten einige Abstriche vornehmen. Aber ich finde das Ergebnis trotzdem großartig.

Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberg Mitte): Nach vielen Jahren Industriehalde war es ein Glücksfall, dass wir jemanden gefunden haben, der das so entwickelt. Hier entsteht eine wunderschöne Wohngegend entsteht und dass hier die Soziale Bodennutzung verwirklicht wird.

Werner Lauff

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