Neue Bodenrichtwerte

Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden

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Die Preise für Baugrund (hier in der Katharinenstraße) sind in der Landsberger Kernstadt in den letzten beiden Jahren enorm gestiegen.

Landsberg – Der Gutachterausschuss hat die Grundstückspreise festgestellt, die zu Jahresbeginn im Landkreis Landsberg für Wohnbauflächen gezahlt werden mussten. Oberbürgermeister Mathias Neuner verteilte am Ende der letzten Stadtratssitzung vorab die Zahlen für die Große Kreisstadt. Sie zeigen: Es gibt im Vergleich zu Anfang 2015 enorme Preissteigerungen.

In der Kernstadt Landsberg (ohne Altstadt) beträgt der Quadratmeter-Preis nun 600 Euro. Zwei Jahre zuvor lag er noch bei 450 Euro; das ist eine Steigerung um 33 Prozent. Wer dort ein 500 Quadratmeter großes Grundstück besitzt, konnte vor zwei Jahren mit einem Verkaufserlös von 225.000 Euro rechnen; nun kann er 300.000 Euro aufrufen. Etwaige Besonderheiten (Gebäudebestand, Lage) sind dabei noch nicht berücksichtigt.

In den Ortsteilen sind die Preise gemäßigter, aber dennoch hoch. Ein Grundstück in Erpfting kostet nun 350 Euro pro Quadratmeter, 40 Prozent mehr als vor zwei Jahren. In Reisch sind ebenfalls 350 Euro zu zahlen (plus 27 Prozent), in Pitzling 280 Euro (plus 17 Prozent) und in Ellighofen 200 Euro (plus 14 Prozent). In der Landsberger Altstadt waren die Quadratmeter-Preise immer schon um ein Vielfaches höher; sie liegen zwischen 2.500 und 3.500 Euro. Auch dort sind trotz des bereits sehr hohen Niveaus Steigerungen ab sieben Prozent zu verzeichnen.

Freud und Leid

Des einen Freud, des anderen Leid: Die Preissteigerungen sind für Käufer und Mieter problematisch. Wer für den Eigenbedarf kauft, läuft Gefahr, zu viel zu zahlen – die erzielbaren Grundstückspreise können auch wieder sinken. Außerdem sind Häuser und Wohnungen nun für Viele praktisch unerschwinglich. Letztlich setzt sich das Problem bis hin zum einfachen Mietvertrag fort: Da Bauträger die Mehrkosten für Grundstücke auf die Quadratmetermiete umlegen, schießen vor allem Neubaumieten in die Höhe.

Oberbürgermeister Neuner wies allerdings am Rande der Sitzung darauf hin, dass ihm Steigerungen der Bodenrichtwerte deutlich lieber sind als Rückgänge, wie sie etwa im Osten Deutschlands zu verzeichnen sind. Bodenpreise spiegelten auch immer die Attraktivität der Region wieder. Und die sei hierzulande nun mal hoch.

Politisch gesehen gibt es auf steigende Bodenrichtwerte keine eindeutige Antwort. Eine Stadt kann sich nicht absichtlich unattraktiv machen. Sie kann zwar immer mehr Bauland schaffen, aber es besteht die Gefahr, dass die Nachfrage damit immer noch nicht befriedigt wird. Eines ist aber wohl klar: Für bezahlbaren Wohnraum und sozialen Wohnungsbau besteht in Landsberg immer mehr Notwendigkeit.

Werner Lauff

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