Kein neues Gewerbe am Penzinger Feld

Ordensschwestern kippen Landsberger Gewerbebiet

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Seitens der Stadt beschlossene Sache: Der Neubau des Landsberger Landratsamtes soll am Penzinger Feld im Zuge eines „vorhabenbezogenen Bebauungsplanes“ auf baurechtliche Füße gestellt werden.

Landsberg – Diese Nachricht aus dem Historischen Rathaus dürfte Landrat Thomas Eichinger am Mittwochabend mit großer Genugtuung und Erleichterung aufgenommen haben: Der Stadtrat hat den Weg für den Neubau des Landrats­amts am Penzinger Feld freigemacht. Mit großer Mehrheit stimmte das Gremium der Aufstellung eines „vorhabenbezogenen Bebauungsplans“ zu. Anders als ursprünglich gedacht, wird die Stadt die Fläche nördlich des Standorts aber nicht erwerben, um hier Gewerbe anzusiedeln.

Der Beschluss gegen den Ankauf des potenziellen Gewerbeareals östlich des Fachmarktzentrums fiel in nicht-öffentlicher Sitzung. Man sei sich mit der Eigentümerin – dem Kloster der Dominikanerinnen – nicht über die Konditionen einig geworden, erklärte Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) am Tag nach der Sitzung in einem Pressegespräch.

Das Feilschen um den Preis, beziehungsweise um mögliche Tauschflächen hatte kein gutes Ende genommen. Offenbar war ein zweistelliger Millionenbetrag im Gespräch. Bis das Gelände vollständig erschlossen und verkauft sei, die Stadt also den Kaufpreis wieder eingenommen habe, hätten nach Darstellung Neuners zehn bis 15 Jahre vergehen können. Außerdem handele es sich bei dem Gelände um wertvollen Ackerboden. Und schließlich ist da noch die räumliche Nähe zu dem teils auf Landsberger Flur liegenden Fliegerhorst in Penzing, der nach der Konversion ebenfalls Gewerbestandort werden könnte.

Der Oberbürgermeister selbst hätte dennoch gern an dem Plan einer kompletten städtebaulichen Entwicklung der Fläche am Penzinger Feld festgehalten. Er könne aber mit dem Beschluss „gut leben“, versichert Neuner im Nachgang.

Ab in die Schublade

Wie im KREISBOTEN berichtet, war die neue Außenstelle des Landratsamts als isolierter Bau an diesem Standort ursprünglich nicht im Sinne Neuners und des Stadtrats, weshalb ein städtebaulicher Wettbewerb für die Entwicklung des Geländes ausgeschrieben worden war. Dessen Ergebnisse verschwinden nun in der Schublade. Immerhin stammt aus dem Siegerentwurf der Vorschlag, die neue Außenstelle des Landratsamts direkt an der Münchener Straße zu errichten. Darin, dass dies als Entrée für die Stadt ein Gewinn ist, war sich der OB mit einer Mehrheit der Stadträte einig.

Flächenfraß und mehr

Gegen das Vorhaben sprachen sich vor allem Grüne und ÖDP sowie Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) und Reinhard Skobrinsky (BAL) aus. Die wesentlichen Gegenargumente: der Flächenfraß im Außenbereich, der Verlust wertvollen Ackerbodens, eine vermutete Überdimensionierung des Gebäudes sowie die Möglichkeit, das bereits versiegelte Gelände des Fliegerhorsts Penzing für den Bau zu nutzen. Den Befürwortern hingegen ging es darum, dass das Landratsamt in die Kreisstadt gehöre und die Zusammenlegung der kostspieligen Außenstellen, aktuell 15 an der Zahl, sinnvoll sei.

In namentlicher Abstimmung wurde der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit 20:8 Stimmen Grünes Licht erteilt.
Ulrike Osman

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