Die Grundversorgung stärken

Wäre es nach seiner Mutter gegangen, hätte Markus Söder das Klinikum Landsberg nicht als bayerischer Gesundheitsminister besucht, sondern würde als Arzt vielleicht dort arbeiten. Sein Abiturschnitt hätte ihn jedenfalls zum Medizinstudium berechtigt, verriet der Minister bei seiner Stippvisite am Donnerstag. „Meine Mutter hätte das gerne gesehen.“ Seine Diagnose nach einer Stunde Rundgang durch das generalsanierte Landsberger Klinikum: „Ein kleines, sehr schmuckes, wettbewerbsfähiges und gut organisiertes Haus.“

Die bayerischen Krankenhäuser – die er lieber „Lebenshäuser“ nennen würde – seien ihm persönlich ein echtes Anliegen, betonte Söder. „Sie spielen für die Entwicklung Bayerns eine zentrale Rolle, sowohl ökonomisch als große Arbeitgeber als auch infrastrukturell.“ Als Ziele der Gesundheitspolitik nannte er eine Stärkung der Grundversorgung und die bessere Vernetzung ambulanter und stationärer Medizin. Billiger werde die Gesundheitsversorgung in den nächsten zehn Jahren mit Sicherheit nicht, so Söder. Gerade vor diesem Hintergrund müsse die Wettbewerbsfähigkeit öffentlicher und privater Häuser gegeben sein. Ganz wichtig sei es, dass die Krankenkassen die Kliniken nicht durch Selektivverträge gegeneinander ausspielen. Klinikumsvorstand Christof Maaßen nutzte die Gelegenheit, einen deutlichen Bürokratieabbau zu fordern. Das Arnzeimittelrecht ufere geradezu aus, ebenso wie „der Prüfungswahn der Krankenkassen“. Viel ärztliche Zeit gehe an Bürokratie und Detaildiskussionen verloren. Auch Maaßen betonte die Bedeutung der Grundversorgung, sowohl für die Bevölkerung als auch für die medizinische Ausbildung. 26 junge Ärzte machen derzeit Weiterbildungen in Landsberg. Insgesamt hat das Klinikum rund 500 Mitarbeiter. Landrat Walter Eichner, der auch Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikums ist, dankte dem Freistaat für den 70-prozentigen Zuschuss, mit der die rund 70 Millionen Euro teuren Umbau- und Sanierungsmaßnahmen gefördert wurden. Der Rest der Kosten wurde aus dem Haushalt des Landkreises und den Eigenmitteln des Klinikums getragen. Beim anschließenden Rundgang besichtigte Söder die Endoskopie, die Radiologie und das Labor. Zum Abschluss gab es vom Klinikumsdach aus einen Panoramablick auf Landsberg und die Alpen am Horizont, bevor der Minister wieder gen München entschwand.

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