Günstige Energie von oben

Gemeinsam mit Marktgemeinderätin Rosina Heinle (vorne rechts) und Helmut Wöls (Firma Lichtschmiede, Mitte) nahm Landrat Walter Eichner (vorne links) die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kauferinger Realschule offiziell in Betrieb. Foto: Peters

Es ist für Politiker immer eine beliebte Aufgabe, wenn sie medienwirksam eine Eröffnung oder Einweihung feiern können. So lächelte auch Landrat Walter Eichner am vergangenen Donnerstag vergnügt in die Kameras der Fotografen, als er in der Kauferinger Realschule offiziell die neue Photovoltaikanlage in Betrieb nahm.

Die gute Stimmung des Landrates dürfte auch daher gerührt haben, dass die Einweihung einer derartigen Anlage zur umweltfreundlichen Stromerzeugung perfekt zu den derzeitigen Bemühungen des Landkreises um ein künftiges Klimaschutzkonzept passte. „Wir haben zwischen Ammersee und Lech sehr viele Sonnenstunden. Da ist es angebracht, sich über Sonnenenergie zu unterhalten“, erklärte Eichner. Eine Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan ist die 541 Quadratmeter große und aus 336 einzelnen Modulen bestehende Anlage auf dem Dach der Realschule freilich nicht. Schon bei der Planung der neuen Schule habe man sich dafür entschieden, das Dach zur Energiegewinnung zu nutzen, betonte der Landrat. Es ist nicht das einzige Projekt dieser Art. Auch am Landratsamt sowie dem Kreisbauhof in Pürgen betreibt der Landkreis eigene Photovoltaikanlagen. Hinzu kommen kreiseigene Gebäude wie das Lechtalbad in Kaufering oder die beruflichen Schulen in Landsberg, deren Dächer von privaten Firmen zur Stromgewinnung gepachtet sind. Insgesamt rund 235000 Euro hat der Landkreis in den Bau der Kauferinger Anlage investiert. Konstruiert hat sie die Lengenfelder Firma Lichtschmiede, bei deren Geschäftsführer Helmut Wöls sich Eichner beim Einweihungstermin persönlich für die „professionelle Arbeit“ bedankte. Bereits am 30. Juni sei die Anlage vertragsgemäß fertiggestellt worden, berichtete Wöls anschließend den Anwesenden. Seit drei Tagen laufe zudem die Einspeisung in das Netz der LEW. In dieser Zeit seien bereits 3700 Kilowattstunden produziert worden, sagte der Geschäftsführer stolz: „Das sind 1100 Euro auf das Konto des Landkreises.“ Rund 90000 Kilowattstunden Strom soll die Anlage pro Jahr produzieren und damit gut 45 Prozent des gesamten Energieverbauchs der Realschule decken. Damit diese Leistung für Lehrer und Schüler, die das Gebäude nutzen, nicht nur eine abstrakte Zahl bleibe, werde die Lichtschmiede in nächster Zeit noch eine Anzeige installieren, auf der man die aktuelle Stromproduktion ablesen könne, kündigte Eichner an. Die dafür anfallenden zusätzlichen Kosten von 1800 Euro trage im übrigen das Unternehmen, fügte der Landrat hinzu. „Das haben Herr Wöls und ich so vereinbart.“ Sprach’s und lächelte verschmitzt ins Rund.

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