Weg frei für erneute Kandidatur

Günter Först möchte Iglings Bürgermeister bleiben: Gemeinderat gibt Okay für Ehrenamt

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Iglings Bürgermeister Günter Först kann auf eine erfolgreiche Amtsbilanz zurückblicken. Er will bei den Kommunalwahlen wieder als Bürgermeisterkandidat antreten. Unser Foto zeigt den Rathauschef an der Grundschule, die nicht zuletzt durch den Einbau eines Aufzuges barrierefrei werden soll.

Igling – Lange Zeit war unklar, ob sich Iglings Bürgermeister Günter Först zur Wiederwahl stellt, beziehungsweise überhaupt stellen kann. Bislang war er ehrenamtlich tätig. Es gab Stimmen in der Gemeinde, die einen hauptamtlichen Bürgermeister favorisierten. Dann wäre Först aus dem Rennen gewesen, denn dann gilt eine Altersbegrenzung. Günter Först ist zwar sehr rüstig, aber eben schon über 65 Jahre alt. Ein hauptamtlicher Bürgermeister wäre Beamter auf Zeit und im Beamtenrecht gibt es eine Regelaltersgrenze.

Günter Först, der den „Freien Wählern“ angehört, hatte in einer Gemeinderatssitzung erklärt, dass er sich gerne bei der Kommunalwahl wieder um das Amt des ersten Bürgermeisters bewerben möchte. Doch er hatte die Rechnung ohne die CSU gemacht. Der CSU-Ortsverband stellte einen Antrag, der Gemeinderat möge eine Entscheidung treffen, ob die Bürgermeisteraufgaben in der 2.500 Seelengemeinde zukünftig ehren- oder hauptamtlich ausgeübt werden soll.

Das Ergebnis der Abstimmung in der letzten Gemeinderatssitzung war dann eindeutig. Neun Gemeinderäte stimmten für die Beibehaltung eines ehrenamtlichen Bürgermeisters, sechs waren dagegen. Damit war und ist der Weg für eine erneute Bewerbung von Günter Först als erster Bürgermeister frei. Voraussetzung ist natürlich, dass ihn die „Freien Wähler“ wieder aufstellen.

„Es war eine Entscheidung für oder gegen meine Person“, resümiert der amtierende Rathauschef. Dass ein Bürgermeister nicht nur Freunde sondern auch Kritiker hat, weiß Günter Först natürlich auch.

„Igling liegt mir am Herzen und ich möchte meine ganze Kraft dafür einsetzen, die Gemeinde weiter in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat vorwärts zu bringen“, begründet Günter Först seinen Kandidaturwunsch. „Natürlich kann ich Themen nur anschieben. Der Gemeinderat muss dies mittragen“.

Auf seiner Agenda für die Zukunft stehen viele kleine und große Projekte. Dazu gehört die Wohnraumschaffung. Ein Bebauungsplan für Unter- und Oberigling soll die Möglichkeit eröffnen, in alten landwirtschaftlichen Gebäuden mehr Wohnung zuzulassen. Die Nachfrage nach Bauland ist weiter ungebrochen, betont Först gegenüber dem KREISBOTEN. „Unser grundsätzliches Problem ist, dass wir keine Austauschflächen haben, sowohl für Wohnbebauung als auch für Gewerbe“. Das sei übrigens auch der Grund gewesen, eine private Immobilienfirma einzuschalten. Viele potentielle Grundstücksverkäufer wollten kein Bargeld, sondern gleichwertige Grundstücke im Tauschverfahren, betont der Rathauschef.

Günter Först will möglichst schnell eine Erweiterung des Gewerbegebietes in trockene Tücher bringen, denn er befürchtet, dass in nicht allzu ferner Zukunft kleinere Gemeinden wegen des Flächenverbrauches nur noch eingeschränkte Möglichkeiten der Gewerbegebietsausweisung haben werden.

Ein Wohnhaus für Menschen mit geringem Einkommen steht ebenfalls auf der Agenda des heutigen Rathauschefs, nicht zu verwechseln mit dem „Sozialen Wohnungsbau“. Dafür gibt es im Rahmen des Wohnraumförderungsprogramms „Wohnpakt 2“ Fördermittel.

Die Digitalisierung der Gemeinde, einschließlich der Grundschule, muss nach Meinung von Först weiter vorangetrieben werden. Vor allem die Außenbereiche der Gemeinde sollen vom Digitalisierungsprogramm profitieren.

Stolz ist Günter Först, dass für die Nachfolgenutzung des ehemaligen Gebäudes der Verwaltungsgemeinschaft der Beschluss in die Wege geleitetet worden ist, im Erdgeschoss eine Tagespflegeeinrichtung für rund 14 Menschen zu etablieren. Somit bleibt der denkmalgeschützte ehemalige Pfarrhof in der Hand der Gemeinde. Eigentümer ist die Kirche, die das Gebäude per Erbpacht an die Gemeinde vermietet hat.

Derzeit laufen die Arbeiten für eine barrierefreie Grundschule. Der Außenaufzug soll in Kürze fertig werden. In der Planungsphase steht dagegen noch die Erweiterung des Kindergartens um Krippenplätze für drei Gruppen. Noch dient ein Container als Übergangslösung. Ziel ist es, im Jahr 2021 die Krippenplätze ihrer Bestimmung zu übergeben.

„Wir haben schon viel geschafft in Igling und Holzhausen“, bilanziert der Rathauschef, der im nordrheinwestfälischen Wanne-Eickel geboren und im bayerischen Staffelstein aufgewachsen ist.

Der Radweg nach Kaufering, der Neubau des Gewerbegebietes, die Sanierung der Holzhauser Straße, der Neubau der schon wieder zu klein gewordenen Kinderkrippe oder die Ausweisung des Baugebietes Schwabenweg zählt Först zu den erfolgreichen Projekten in seiner Amtszeit. Stolz ist der Rathauschef auch auf die Nominierung von Holzhausen im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Nicht zu vergessen sei auch der Neubau des Gebäudes für die Verwaltungsgemeinschaft, in dem auch das Rathaus untergebracht ist. Günter Först fallen noch ganz viele kleine und größere Projekten ein, die in den letzten Jahren umgesetzt worden waren. Letztlich werden die Wähler bei den Kommunalwahlen auch darüber entscheiden, wie sie die Amtszeit von Günter Först bewerten.

Nach Igling kam Günter Först 1979. Er hat Landwirtschaft studiert und 40 Jahre im Staatsdienst gearbeitet hat. Seit 1996 gehört Först, der in seiner Freizeit gerne Geige spielt und zwei Chöre leitet, dem Gemeinderat an und hat seine lokalpolitischen Erfahrungen auch als 3. und 2. Bürgermeister geschöpft. Seit 2012 ist er 1. Bürgermeister.

Siegfrie Spörer

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